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Bevölkerungsvorausberechnung

Die Bevölkerungsvorausberechungen ermöglichen es, künftige Veränderungen im Altersaufbau der Bevölkerung darzustellen und zu quantifizieren. Aufgrund der Stetigkeit der Bevölkerungsentwicklung können dazu Aussagen über einen relativ langen Zeitraum getroffen werden.


Das Vorausberechnungsmodell des Statistischen Bundesamtes stellt eine Makrosimulation dar: Es operiert mit der Gesamtbevölkerung unterteilt nach Geburtsjahren und Geschlecht (so genannten Kohorten); die Kohorten werden anhand von alters- und geschlechtsspezifischen Übergangswahrscheinlichkeiten beziehungsweise Häufigkeiten von Jahr zu Jahr fortgeschrieben. Dieses Modell fußt auf dem international weit verbreiteten Verfahren: Kohorten-Komponenten-Methode. Unter den Komponenten der Fortschreibung werden die demographischen Einflussfaktoren wie Geburtenhäufigkeit, Sterblichkeit und Wanderungen verstanden. Zur Entwicklung dieser Komponenten im Projektionszeitraum werden detaillierte Annahmen getroffen.


Die Annahmen zur Entwicklung der Geburtenhäufigkeit und Sterblichkeit beruhen in erster Linie auf Untersuchungen der Verläufe dieser Komponenten im Zeit- und Ländervergleich. Es werden aber auch Hypothesen über die Auswirkungen sozialer, ökonomischer und gesundheitlicher Entwicklungen berücksichtigt, die bereits erkennbar sind. Während Geburten- und Sterblichkeitsniveau einen mehr oder weniger kontinuierlichen Verlauf aufweisen und ihre Entwicklung relativ überschaubar ist, lassen sich Wanderungen nur mit großen Unsicherheiten schätzen. Ihr Verlauf hängt in großem Maße von gesetzlichen, administrativen und politischen Eingriffen ab, so dass Indizien, auf denen die Annahmen beruhen, in einer veränderten politischen Konstellation sehr schnell überholt sein können.


Da die tatsächliche Entwicklung der maßgeblichen Einflussgrößen über den langen Zeitraum der Vorausberechnungen letztendlich nicht bekannt ist, werden meist mehrere Annahmen zum Verlauf einzelner Komponenten getroffen. Die Kombination der Annahmen ergibt dann unterschiedliche Varianten der Bevölkerungsvorausberechnung. Die Ergebnisse einer Vorausberechnung sind immer nur im Kontext der jeweils getroffenen Annahmen interpretierbar.

Die Bevölkerungsvorausberechnungen des Statistischen Bundesamtes sind zwischen den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder koordiniert. Das heißt, die Ergebnisse für Deutschland und die 16 Bundesländer beruhen auf abgestimmten Annahmen und gleichen Berechnungsverfahren. Sie machen deshalb Vergleiche der demografischen Entwicklung zwischen den Ländern möglich.
Bei der Vorausberechnung nach Ländern wird zusätzlich zu den oben genannten Komponenten die sogenannte Binnenwanderung berücksichtigt. Das sind die Zu- und Fortzüge über die Landesgrenzen hinweg innerhalb Deutschlands. Die Höhe der Binnenwanderung ist im Modell an die Bevölkerungsentwicklung in den Ländern gekoppelt. Die Annahmen zur Binnenwanderung werden in der Regel für einen mittelfristigen Zeithorizont von 10 bis 20 Jahren getroffen. Denn die Wanderungsbewegungen zwischen den Ländern hängen im starken Maße von der wirtschaftlichen Entwicklung der Länder ab. Diese lässt sich bekanntlich nur sehr eingeschränkt voraussehen und wird bei den Annahmen nicht berücksichtigt.

Aktuell stehen die Ergebnisse der 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung für Deutschland und die Länder zur Verfügung.

Unterlagen zur Pressekonferenz "Bevölkerungsentwicklung in Deutschland bis 2060".

Die Ergebnisse der 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung werden grafisch in Form von Alterspyramiden für Deutschland und die Länder dargestellt.

Weitere Informationen erhalten Sie über unser Kontaktformular




 

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Version: 2.25.5 / 20.10.2008