
Die öffentlichen Haushalte von Bund, Ländern und Gemeinden/Gemeindeverbände einschließlich ihrer jeweiligen Extrahaushalte waren zum Jahresende 2009 insgesamt mit 1 636,2 Milliarden Euro am Kreditmarkt verschuldet. Dies waren 7,9% mehr als im Vorjahr. Seit 1991 - mit 596 Milliarden Euro Kreditmarktschulden - hat sich die Verschuldung der öffentlichen Haushalte damit um 1 040 Milliarden Euro erhöht. Zusätzlich nahmen sie 58,2 Milliarden Euro an Kassenkrediten auf, das waren 6,1% weniger als im Vorjahr. Die Gesamtbelastung der öffentlichen Haushalte lag damit bei 1 694,4 Milliarden Euro und war um 7,4% höher als im Vorjahr.
Die Schuldenstatistik liefert jährlich Informationen über den Schuldenstand und die Schuldenbewegungen des Berichtsjahres. Die Erhebungseinheiten sind die staatlichen (Bund und seine Sondervermögen, Länder) und kommunalen Haushalte (Gemeinden, Gemeindeverbände, Zweckverbände) sowie Unternehmen, die mehrheitlich von den öffentlichen Haushalten (auch von diesen gemeinsam) bestimmt sind. Damit kann die Gesamtbelastung des öffentlichen Bereichs dargestellt werden.
Die Statistik weist den Schuldenstand der öffentlichen Haushalte zum Jahresende, die Schuldenbewegungen im Laufe des Jahres, die Laufzeit der aufgenommenen Mittel sowie die Fälligkeit der Schulden nach. Die Schuldenarten werden in den Tabellen in zwei Gruppen untergliedert. Kreditmarktschulden sind Wertpapierschulden, direkte Darlehen (zum Beispiel bei Banken und Sparkassen) und Ausgleichsforderungen. Unter den Kassenverstärkungskrediten werden kurzfristige Verbindlichkeiten, die zur Überbrückung vorübergehender Kassenanspannungen dienen, nachgewiesen. Nicht in den Tabellen enthalten sind die Schulden der öffentlichen Haushalte untereinander sowie innere Schulden.
Die Daten dienen als Entscheidungsgrundlage für die Wirtschafts- und Finanzpolitik. Sie bilden vor allem die Grundlage für die Beantwortung der Fragen nach dem finanziellen Spielraum der Haushalte kommender Jahre, der Kapitalmarktbeanspruchung durch die öffentlichen Haushalte und damit der Entwicklung des Zinssatzes wie auch der Art der Verschuldung.
Um ein Gesamtbild der Vermögensposition des öffentlichen Bereichs abgeben zu können, ist neben der Passivseite (mittels Schuldenstatistik) auch die Aktivseite zu erfassen. Dies wird mit der Statistik des öffentlichen Finanzvermögens erfüllt. Sie erfragt jährlich - als Totalerhebung - bei allen öffentlichen Haushalten (Bund, Länder und Gemeinden/Gemeindeverbände, Zweckverbände) sowie den Fonds, Einrichtungen und Unternehmen, die dem Sektor Staat zuzurechnen sind, zum 31. Dezember jeden Jahres die wichtigsten Vermögensarten. Daten des Sachvermögens werden statistisch nicht erhoben.
Zu den Hauptnutzern beider Statistiken zählen die Bundesbank, die Europäische Zentralbank, das Statistische Amt der Europäischen Gemeinschaften (Eurostat), Bundes- und Länderministerien, Universitäten und Wirtschaftsforschungsinstitute, der internationale Währungsfonds sowie die Presse.
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Version: 2.25.5 / 20.10.2008