
Im Berichtsjahr 2010 wurden in Deutschland 110 431 Schwangerschaftsabbrüche an das Statistische Bundesamt gemeldet. Das waren 263 Meldungen (-0,2 Prozent) weniger als im Vorjahr.
39,5 Prozent der Frauen waren zum Zeitpunkt des Eingriffs verheiratet, 55,6 Prozent ledig.
73,8 Prozent der Frauen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen ließen, waren zwischen 18 und 34 Jahren alt, 14,5 Prozent zwischen 35 und 39 Jahren. 7,7 Prozent der Frauen waren 40 Jahre und älter und 4,1 Prozent minderjährig.
40,3 Prozent der Frauen hatten zum Zeitpunkt des Schwangerschaftsabbruchs noch keine Kinder geboren. Hier ist der Anteil gegenüber dem Vorjahr fast gleich geblieben. Von den Frauen über 30 Jahren entschieden sich 16,7 Prozent gegen die Schwangerschaft, obwohl sie bisher kinderlos waren. Bei den über 35-Jährigen betrug dieser Anteil noch 12,9 Prozent. Auffallende Unterschiede bestehen zwischen dem früheren Bundesgebiet und den neuen Ländern (jeweils ohne Berlin – Auswertung nach dem Wohnsitz der Schwangeren). Im früheren Bundesgebiet hatten 42,5 Prozent aller Frauen, die einen Abbruch vornehmen ließen, noch keine Lebendgeburt. In den neuen Ländern lag dieser Anteil mit 30,8 Prozent wesentlich niedriger.
Mit 97,2 Prozent wurden die meisten Eingriffe nach der Beratungsregelung vorgenommen. Eine medizinische oder kriminologische Indikation war in 2,8 Prozent der Fälle die Begründung für den Schwangerschaftsabbruch.
In 7,2 Prozent der Fälle wurde die Schwangerschaft vor der fünften Schwangerschaftswoche abgebrochen. Die bereits in den Vorjahren registrierten Unterschiede zwischen dem früheren Bundesgebiet und den neuen Ländern (jeweils ohne Berlin) hinsichtlich des Zeitpunktes des Abbruchs waren auch 2010 zu beobachten. In 38,9 Prozent der gemeldeten Fälle im früheren Bundesgebiet wurde die Schwangerschaft vor der siebenten Schwangerschaftswoche beendet, wohingegen dieser Anteil in den neuen Ländern bei 32,9 Prozent lag. Der Anteil der Abbrüche in der neunten bis elften Woche betrug im früheren Bundesgebiet 23,4 Prozent. Höher war dieser Anteil in den neuen Ländern mit 29,9 Prozent.
Die häufigste Abbruchmethode war auch im Jahr 2010 die Vakuumaspiration mit 71,9 Prozent. Schwangerschaftsabbrüche mit dem Wirkstoff Mifepriston, der unter dem Markennamen Mifegyne® vertrieben wird, wurden 16 074 Mal vorgenommen. Das war ein Anteil von 14,6 Prozent an der Gesamtzahl der Abbrüche. Im Vorjahr erreichte diese Eingriffsart einen Anteil von 14,0 Prozent.
79,0 Prozent aller Schwangerschaftsabbrüche wurden ambulant in gynäkologischen Praxen vorgenommen. 6,1 Prozent der Frauen ließen den Schwangerschaftsabbruch in einer Einrichtung außerhalb des Bundeslandes, in dem sie wohnen, vornehmen.


Version: 2.25.5 / 20.10.2008