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Landwirtschaftszählung 2010

Warum?

Landwirtschaftszählungen liefern eine umfassende und aktuelle Situationsaufnahme in der Landwirtschaft, und zwar sowohl auf Kreis- und Gemeindeebene als auch für Länder und das Bundesgebiet insgesamt. Da Landwirtschaftszählungen sehr aufwendig sind, finden sie nur etwa alle 10 Jahre statt.

Regelmäßige Zählungen in der Landwirtschaft sind unerlässlich, um:

  • die Landwirtschaft als wichtigen Wirtschaftsbereich genauer zu kennen. Die Landwirtschaft bildet die Grundlage für die Produktion von Nahrungsmitteln und nachwachsenden Rohstoffen. Sie ist zusammen mit der Forstwirtschaft der mit Abstand größte Flächennutzer.
  • die Auswirkung der Agrarpolitik, auf Fakten gestützt, einschätzen zu können. Wie zum Beispiel wirken sich Förderungen der Europäischen Union auf die Zweige der hiesigen Landwirtschaft aus, welche Zukunft zeichnet sich ab?
  • internationale Berichtspflichten erfüllen zu können. Im Rahmen der Klimaschutzberichterstattung muss Deutschland zum Beispiel die Emissionen des landwirtschaftlichen Sektors nachweisen. Deswegen werden auch Fragen nach den Produktionsmethoden gestellt.
  • für die Zukunft der Landwirtschaft die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen. Die Ergebnisse werden unter anderem genutzt, um abzuschätzen, welche Entwicklungen sich in der Landwirtschaft abzeichnen, wie diese sich auf die Produktion sowie die Einkommenssituation der landwirtschaftlichen Betriebe und wie sich Änderungen in der gemeinsamen Agrarpolitik auswirken werden.
Alle Angaben sollen letztlich einen Beitrag zur Versachlichung der Diskussionen in Politik und Öffentlichkeit leisten.

Was?

Für die Situationsanalyse werden verschiedenste Fragen im Hinblick auf die wirtschaftliche Situation in der Landwirtschaft, wichtige Anbau- und Haltungsverfahren sowie die Flächennutzung und Viehhaltung gestellt. Um die die Auswirkung der landwirtschaftlichen Praxis auf die Umwelt konkreter und präziser als bisher beurteilen zu können, sind in das Erhebungsprogramm erstmals auch Fragen zu Bewirtschaftungs- und Produktionsmethoden aufgenommen worden.
Soweit wie möglich werden bei der Landwirtschaftszählung 2010 Verwaltungsdaten genutzt. Hierzu gehören zum Beispiel die Daten zum Rinderbestand, die aus dem Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere (HIT) übernommen werden. Je nach Verfügbarkeit nutzen die statistischen Ämter der Länder weitere Daten der Agrarverwaltungen wie zum Beispiel aus dem Integrierten Verwaltungs- und Kontrollsystem (InVeKoS).

Wann?

Die Landwirtschaftszählung findet im Frühjahr 2010 statt. Zusätzlich wird ab Mai bei den Betrieben mit Beregnung beziehungsweise Bewässerung noch eine kurze, ergänzende Befragung durchgeführt.

Wer?

Befragt werden alle landwirtschaftlichen Betriebe, die bestimmte Mindestgrößen erreichen. Dies sind zunächst alle Betriebe mit mindestens fünf Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche. Die anderen Betriebe werden einbezogen, wenn sie bestimmte Mindestzahlen an Rindern, Schweinen, Zuchtsauen, Schafen, Ziegen beziehungsweise Geflügel halten oder über festgelegte Mindestflächen an Hopfen, Tabak, Dauerkulturen im Freiland, Gemüse oder Erdbeeren im Freiland, Blumen oder Zierpflanzen im Freiland, Kulturen unter Glas oder anderen begehbaren Schutzabdeckungen oder Speisepilzen verfügen.
Betriebe, die lediglich Forstflächen beziehungsweise Flächen mit Kurzumtriebsplantagen bewirtschaften, werden nicht mit in die eigentliche Landwirtschaftszählung einbezogen. Sie bekommen einen kurzen Fragebogen, mit dem einige wenige Grunddaten erfragt werden.

Wie?

Die Durchführung der Landwirtschaftszählung erfolgt durch die statistischen Ämter der Länder. Die Befragung findet entweder vor Ort über die Gemeinden bzw. Kreise und gegebenenfalls mit Erhebungsbeauftragten oder als postalische Direktbefragung statt, wozu die Erhebungsbogen rechtzeitig verschickt werden. Bei Direktversand der Fragebogen kann ein telefonisches Beratungsangebot durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des betreffenden statistischen Amts vorgesehen sein. Weitere Informationen über Beratungs- oder Unterstützungsangebote beziehungsweise Hinweise zur Durchführung erhalten Sie ebenfalls beim für Sie zuständigen statistischen Amt.
Erhebungsbogen zur Landwirtschaftszählung 2010:

Wo?

Die Landwirtschaftszählung 2010 ist Teil des in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union durchgeführten Agrarzensus sowie der weltweiten Agrarzensen, die für das Jahr 2010 von der Organisation für Ernährung und Landwirtschaft der Vereinten Nationen (FAO) vorgesehen wurden. Mit der Erhebung erfüllt Deutschland die in der Verordnung (EG) Nr. 1166/2008 festgelegten Anforderungen der Europäischen Union an einen umfassenden Agrarzensus. Es werden alle landwirtschaftlichen Betriebe in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union befragt, um vergleichbare Daten über die Landwirtschaft zur Verfügung zu stellen. Aufgrund des umfassenden Merkmalskatalogs des europäischen Agrarzensus wurden national nur wenige Merkmale zusätzlich in die Befragung aufgenommen.


Auskünfte zur Thematik und Allgemeine Informationen

erhalten Sie über unser Kontaktformular oder unsere Servicenummer

Telefon:  +49 611 75 8660


 
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Version: 2.25.5 / 20.10.2008