Mit der nationalen Strategie für nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung aus dem Jahr 2002 wurde Nachhaltigkeit zu einem zentralen Prinzip der Politik in Deutschland. Um die Wirksamkeit der Strategie messbar zu machen, wählte man auf der politischen Ebene ein Set von Nachhaltigkeitsindikatoren für verschiedene Themenbereiche aus und versah diese größtenteils mit Zielwerten und Zieljahren. Die Entwicklung dieser Indikatoren wird im Abstand von zwei Jahren in einem Indikatorenbericht beschrieben und analysiert. Die Berichterstattung erfolgt durch das Statistische Bundesamt.
Nachhaltigkeitspolitik erfordert einen ganzheitlichen Politikansatz. Sie darf nicht bei der unverbundenen Betrachtung einzelner Indikatoren und ihres jeweiligen Zielerreichungsgrades stehen bleiben. Wichtig ist vielmehr eine integrierte Betrachtung, um Zielkonflikte zu erkennen, auszubalancieren und die Zielwerte in den verschiedenen Politikbereichen - Wirtschaft, Umwelt und Soziales - möglichst gleich schnell zu erreichen. Die einem solchen Politikansatz zugrunde liegende Analyse erfordert zwangsläufig eine alle Bereiche integrierende Datenbasis, wie sie zum Beispiel durch die Umweltökonomischen Gesamtrechnungen (UGR) des Statistischen Bundesamtes bereitgestellt wird.
In der so genannten „Daten- oder Informationspyramide“ befinden sich Basisdaten am breiten Pyramidensockel und Indikatoren an der Spitze. Zwischen ihnen sind Gesamtrechnungen angesiedelt. Während Indikatoren - insbesondere als "Schlüsselindikatoren" - vorwiegend zur Kommunikation für die breite Öffentlichkeit und die Medien sowie für die Erfolgskontrolle politischer Maßnahmen dienen, ermöglichen Gesamtrechnungen integrierte Analysen, die die Ursachen von Entwicklungen zeigen und damit auch die Formulierung von Maßnahmen erlauben. „Gesamtrechnungen“ meint, dass nicht selektiv für ein bestimmtes Thema oder Problem (wie es in der Regel bei Indikatoren der Fall ist), sondern umfassend für ein ganzes System (im Fall der UGR das System Wirtschaft-Umwelt) ein möglichst vollständiges und konsistentes Gesamtbild gezeichnet wird.
In Deutschland umfassen die Gesamtrechnungen die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR) und ihre Satellitensysteme, das heißt die Umweltökonomischen Gesamtrechnungen (UGR) und die noch im Aufbau befindlichen Sozioökonomischen Gesamtrechnungen (SGR). Alle drei Systeme verwenden einheitliche Darstellungskonzepte und Klassifikationen (Produktion nach Branchen, privater Konsum nach Aktivitätsfeldern, private Haushalte nach Haushaltstypen und so weiter). Durch die gemeinsame Gliederung sind die einzelnen Resultate innerhalb und zwischen den Systemen der Gesamtrechnungen miteinander vergleichbar und können problemlos verknüpft werden.
Aus den zentralen Eigenschaften eines Gesamtrechnungsansatzes – Systemorientierung, Vollständigkeit und Konsistenz, weitgehende Themenunabhängigkeit – resultiert der spezifische Nutzen für die umweltbezogenen Indikatoren der Nachhaltigkeitsberichterstattung:
Version: 2.25.5 / 20.10.2008