Zeitbudgeterhebung (ZBE)
Unregelmäßige Erhebung im Rahmen der Studien zur Zeitbudgeterhebung in Deutschland
Die Zeitbudgeterhebungen (ZBE) des Statistischen Bundesamtes gehören zu den umfassendsten Studien zur Zeitverwendung in Deutschland. Die ZBE wurden bisher zweimal – 1991/1992 und 2001/2002 – vom Statistischen Bundesamt zusammen mit den Statistischen Ämtern der Länder durchgeführt. Rechtsgrundlage für die bisherigen Erhebungen ist § 7 Absatz 2 Bundesstatistikgesetz (BStatG). Die Vorarbeiten für eine neue Zeitbudgeterhebung 2012/2013 haben begonnen.
Die ZBE 1991/1992 wurde bei etwa 7 200 Haushalten im Rahmen einer freiwilligen Haushaltsbefragung durchgeführt. Die Befragung erfolgte im Rahmen einer Quotenstichprobe zu vier Erhebungszeiträumen vom Herbst 1991 bis zum Sommer 1992. Die ZBE 1991/1992 bestand aus den Erhebungsteilen:
- Einführungsinterview,
- Tagebuch und
- Schlussinterview.
Erfasst wurde die Zeitverwendung aller Haushaltsmitglieder ab dem 12. Lebensjahr. Diese sollten an zwei aufeinander folgenden Tagen ihren Tagesablauf im 5-Minuten-Rhythmus im Tagebuch mit eigenen Worten aufschreiben. Es wurden rund 32 000 Tagebuchtage erhoben. Die in den Tagebüchern beschriebenen Haupt- und gleichzeitigen Nebenaktivitäten wurden mit Hilfe einer aus über 200 Tätigkeiten bestehenden Aktivitätenliste verschlüsselt. Rüst-, Wegezeiten (Fahrdienste) und die benutzten Fahrmittel wurden ebenfalls erfasst.
Eine Dekade nach der ersten Erhebung wurde die ZBE 2001/2002 wiederum im Rahmen einer freiwilligen Haushaltsbefragung durchgeführt.
Die ZBE 2001/2002 bestand aus den Erhebungsteilen:
- Haushaltsfragebogen
- Personenfragebogen und
- Tagebuch
Für die ZBE 2001/2002 wurden rund 5 400 Haushalte mit knapp 12 600 Personen befragt und 37 700 Tagebuchtage erhoben. Um saisonale (wetterbedingte) Verzerrungen und Schwankungen auszugleichen, erfolgte die Erhebung als Quotenauswahl über einen Zeitraum von einem Jahr (April 2001 bis März 2002).
Alle Haushaltsmitglieder ab 10 Jahren erfassten ihre Zeitverwendung im Tagebuch an drei Tagen, zwei Wochentagen und einem Samstag oder Sonntag, in 10-Minuten-Intervallen und mit eigenen Worten. Die verschiedenen Tagebucheintragungen wurden nach einem Aktivitätenverzeichnis mit mehr als 230 Aktivitäten verschlüsselt. Neben den Hauptaktivitäten wurden auch gleichzeitig stattfindende Tätigkeiten sowie Aufenthaltsort, benutzte Verkehrsmittel und anwesende Personen erfragt.
Die ZBE 2001/2002 basiert auf den EUROSTAT-Empfehlungen zur Harmonisierung der europäischen Zeitbudgeterhebungen, wodurch es zu methodisch bedingten Abweichungen gegenüber der Erhebung von 1991/1992 (zum Beispiel beim Teilnahmealter) kam. Außerdem wurde für den Vergleich die Hochrechnung der Erhebung von 1991/1992 neu angepasst. Aus diesen Gründen sollten Ergebnisse zwischen den Erhebungen nicht anhand der Originaltabellenbände und Veröffentlichungen der 1991/1992 Erhebung verglichen werden, sondern nur auf Basis explizit vorgenommener Vergleiche und Analysen beider Studien.
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