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Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte (Inlandsabsatz)

Was ist der Erzeugerpreisindex gewerblicher Produkte?

Der Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte (Inlandsabsatz) misst die durchschnittliche Preisentwicklung von Rohstoffen und Industrieerzeugnissen, die in Deutschland hergestellt und im Inland verkauft werden. Die Produzenten dieser Güter gehören zum Verarbeitenden Gewerbe, zur Energie- und Wasserwirtschaft sowie zum Bergbau.

Neben dem Erzeugerpreisindex gewerblicher Produkte werden auch Erzeugerpreisindizes für die Landwirtschaft, für die Forstwirtschaft (Staatsforsten), für das Baugewerbe sowie für bestimmte Dienstleistungen berechnet.

Erzeugerpreisindizes dienen zur Deflationierung verschiedener wirtschaftsstatistischer Größen im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. Sie werden außerdem häufig in Verträgen zur Anpassung von wiederkehrenden Zahlungen an die jeweilige Preisentwicklung verwendet (Preisgleitklauseln oder Wertsicherungsklauseln). Erzeugerpreisindizes geben zudem Hinweise auf künftige Inflationstendenzen, da sie Preisänderungen bereits auf einer frühen Wirtschaftsstufe der Wertschöpfungskette messen.

Wie wird der Erzeugerpreisindex gewerblicher Produkte berechnet?

Für die Berechnung des Erzeugerpreisindex gewerblicher Produkte werden zunächst die Güterarten bestimmt, die in die Erhebung einfließen sollen. Ausgangspunkt sind diejenigen Güterarten aus dem Güterverzeichnis für Produktionsstatistiken (GP 2009), die von den Unternehmen der Wirtschaftsbereiche Verarbeitendes Gewerbe, Energie- und Wasserwirtschaft sowie Bergbau hergestellt werden. Aus diesen Wirtschaftsbereichen werden 226 Wirtschaftsklassen ausgewählt, in denen die Erzeugerpreise für gewerbliche Produkte erhoben werden. In jeder Wirtschaftsklasse werden für die Preiserhebung diejenigen Güterarten ausgewählt, welche die größte Umsatzbedeutung für die deutschen Produzenten haben. Dabei sollen mindestens 60% des Umsatzes je Wirtschaftsklasse repräsentiert werden.

Für diese aktuell 1 272 Güterarten bestimmt das Statistische Bundesamt in der Regel die Unternehmen mit den höchsten Produktionswerten als Berichtsfirmen. Die Berichtsfirmen wählen aus den vorgegebenen Güterarten ein repräsentatives Produkt mit einer hohen und stabilen Umsatzbedeutung für den sogenannten "Warenkorb" des Erzeugerpreisindex gewerblicher Produkte aus. Der "Warenkorb" enthält somit alle konkret in die Preisbeobachtung einfließenden Produkte mit ihren jeweils genau definierten Vertragskonditionen. Er wird laufend überprüft und gegebenenfalls aktualisiert.

Für die Messung der Preisentwicklung melden die rund 5 000 Berichtsfirmen monatlich am 15. des Berichtsmonats die Preise für die Produkte des "Warenkorbs" an das Statistische Bundesamt. Die Unternehmen melden die mit ihren Abnehmern vertraglich vereinbarten Preise ohne Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer), aber einschließlich Verbrauchssteuern und anderer gesetzlicher Abgaben. Insgesamt werden so monatlich rund 9 000 Einzelpreise erfasst. Ein einmal für die Preisbeobachtung ausgewähltes Produkt wird von den Unternehmen dann gegen ein anderes ausgetauscht, wenn es nicht mehr oder nur noch selten verkauft wird.

Um einen reinen Preisvergleich zu ermöglichen, werden bei der Berechnung des Erzeugerpreisindex Produkte gleicher Qualität und Mengen miteinander verglichen. Ändert sich bei den von der Berichtsfirma verkauften Produkten die Qualität oder die Menge eines Produktes, wird eine sogenannte Qualitätsbereinigung durchgeführt. Beispielsweise wird eine Qualitätsverbesserung bei konstantem Preis, wie sie bei technischem Fortschritt vorkommt, bei der Preisindexberechnung als Preissenkung verbucht.

Für die Berechnung des Erzeugerpreisindex gewerblicher Produkte insgesamt gewichtet das Statistische Bundesamt die durchschnittliche Preisentwicklung einer Güterart jeweils entsprechend ihrer Umsatzbedeutung. Das Ergebnis ist ein gewichteter Mittelwert für die Entwicklung der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte in Deutschland. Die Gewichtungsinformationen sind im sogenannten Wägungsschema enthalten. Im Gegensatz zum "Warenkorb" wird das Wägungsschema für den Erzeugerpreisindex nur alle fünf Jahre mit der Umstellung des Index auf ein neues Basisjahr aktualisiert. Dies ermöglicht innerhalb des Fünfjahreszeitraums die Darstellung der reinen Preisentwicklung, unbeeinflusst von Änderungen der Umsatzgewichte.

Die wesentliche Basis für die Berechnung des Wägungsschemas sowie für die Auswahl der Güterarten und der Berichtsfirmen bilden die Umsatz- und Produktionsstatistiken des Statistischen Bundesamtes. Ergänzt werden diese durch weitere externe Datenquellen wie beispielsweise die Verbrauchssteuerstatistik.

Wann und wo wird der Erzeugerpreisindex gewerblicher Produkte veröffentlicht?

Die Monatsergebnisse des Erzeugerpreisindex gewerblicher Produkte werden um den 20. des auf den Berichtsmonat folgenden Monats mit einer Pressemitteilung veröffentlicht. Die zusammengefassten Tabellenergebnisse können über den Bereich Publikationen, Fachveröffentlichungen Preise und Preisindizes für gewerbeliche Produkte (Erzeugerpreise) heruntergeladen werden. Detaillierte Ergebnisse der Erzeugerpreisstatistik finden Sie in unserer Datenbank GENESIS-Online. Die Pressemitteilungen und der genaue Veröffentlichungskalender sind im Internetangebot abrufbar.

Weiterführende Informationen



Weitere Informationen erhalten Sie über unser Kontaktformular oder

Telefon:  +49 611 75 2444


 



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Version: 2.25.5 / 20.10.2008