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Pressemitteilung Nr.460 vom 02.11.2004


Energieverbrauch und Kohlendioxidausstoß des Güterverkehrs deutlich gestiegen


WIESBADEN – Gemessen an den Zielen der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregie­rung ist eine Umkehr der Entwicklungstendenzen bei den Verkehrsindikatoren „Güterbe­förderungsintensität“und „Anteil der Binnenschifffahrt an der Güterbeförderungsleistung“erforderlich.

Die von deutschen Unternehmenerbrachten Transportleistungen im Güterverkehr sind im Zeitraum von 1995 bis2003 um 16% gestiegen. Damit wurde das Ziel einer Entkopp­lung zwischenWirtschaftswachstum – in diesem Zeitraum + 10% – und Gütertransport­volumennicht erreicht. Von 1995 bis 2001 ging der Anstieg der Güterbeförderungs­leistungeinher mit einer Zunahme des Energieverbrauchs durch den Gütertransport um fast 11% und einer Erhöhung der Kohlendioxidemissionen um 4,9 Millonen Tonnen, das heißt rund 10%. Der gesamte Energieverbrauch in der deutschen Volkswirtschaftnahm in dieser Zeit nur um 2% zu und die CO 2-Emissionen gingen sogarum 3% zurück.

Diese und weitere neue Ergebnisse derUmweltökonomischen Gesamtrechnungen (UGR) hat der Präsident des StatistischenBundesamtes, Johann Hahlen, heute auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit demUmweltbundesamt in Berlin vorgestellt.

Die Umweltbelastungen durch den Güterverkehr nahmen allerdings schwächer zu als die Güterbeförderungsleistung. Die Umwelteffizienz beim Gütertransport hat sich also ver­bessert. Soverminderten sich die Kohlendioxidemissionen pro Tonnenkilometer, unter anderemdurch geringeren Kraftstoffverbrauch je gefahrenem Kilometer, bei allen drei Landverkehrsträgern Straße, Schiene und Binnenschifffahrt. Dadurch wurde die Emis­sion von insgesamt 3,9 Millonen Tonnen CO 2vermieden.

Die Umwelt wird durch die Beförderungvon Gütern durch Bahn und Binnenschifffahrt deutlich weniger belastet als beimTransport auf der Straße. So verbraucht die Eisen­bahn rund 45 Megajoule (MJ) Energie, um eine Tonne Fracht über 100 Kilometer zu transportieren – das entspricht dem Brennwert von 1,2 Litern Dieselkraftstoff. Der Ener­gieverbrauchauf der Straße ist dagegen bei den auf Gütertransport spezialisierten Verkehrsdienstleistern (zum Beispiel Fuhrunternehmen) mit rund 188 Megajoule – dase ntspricht dem Brennwert von 5,2 Litern Diesel – mehr als vier Mal so hochwie bei der Bahn. Der Kohlendioxidausstoß pro 100 Tonnenkilometer liegt bei der Eisenbahn bei 2,6 Kilo­gramm, auf der Straße hingegen bei13,9 Kilogramm.

Anders als bei der Güterbeförderungsintensität und dem Anteil der Binnenschifffahrt haben sich weitere sechs (von insgesamt acht) Indikatoren aus der Nachhaltigkeits­strategieder Bundesregierung zu wesentlichen verkehrs- und umweltrelevanten Themen in die gewünschte Richtung entwickelt. So würde bei der Reduktion der gesamtwirt­schaftlichenTreibhausgas- und Luftschadstoffemissionen eine Fortsetzung der bisheri­gen Entwicklungsgeschwindigkeit genügen, um die Zielvorgaben der Nachhaltigkeits­strategiezu erfüllen. Das Ziel einer deutlichen Entkopplung der Entwicklung der Perso­nenbeförderungsleistung von der Entwicklung des Wirtschaftswachstums für das Jahr 2010 wurde bereits im Jahr 2003 erreicht. Bei den Zielen Steigerung der Energieprodukti­vität, Verminderung der Inanspruchnahme von zusätzlichen Flächen für Siedlungs- und Verkehrszwecke und Erhöhung des Anteils des Schienenverkehrs an der Güterbeförde­rungsleistunggeht die Entwicklung ebenfalls in die angestrebte Richtung. Die bisherige durchschnittliche Entwicklungsgeschwindigkeit genügt bei diesen Indikatorenaber nicht, um den jeweiligen Zielwert zum vorgegebenen Zeitpunkt zu erreichen.

>>> zu den Unterlagen der Pressekonferenz 

Weitere Auskünfte gibt:
Dr. Karl Schoer,
Telefon: (0611) 75-2223,
E-Mail: karl.schoer@destatis.de



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Version: 2.25.5 / 20.10.2008