Zur Hauptnavigation springen (Accesskey n) Zum Inhalt springen (Accesskey c)
Inhalt maximieren (Accesskey 3)

Pressemitteilung Nr.225 vom 02.06.2006


Einnahmen aus "Umweltsteuern" erneut gesunken


WIESBADEN – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, betrugen die Einnahmen aus "umweltbezogenen Steuern" nach Angaben der Umweltökonomischen Gesamtrech­nungen im Jahr 2005 rund 55 Milliarden Euro. Davon entfielen 40,1 Milliarden Euro auf die Mineralölsteuer, 8,7 Milliarden Euro auf die Kraftfahrzeugsteuer und 6,5 Milliarden Euro auf die Stromsteuer. Gegenüber dem Vorjahr gab es – wie auch im Jahr 2004 – einen leichten Rückgang der Einnahmen um 881 Millionen Euro (– 1,6%). Der Anteil der umweltbezogenen Steuereinnahmen an den gesamten Steuer­einnahmen der öffentlichen Haushalte (im Jahr 2005 insgesamt 489,2 Milliarden Euro) hat sich in diesem Zeitraum geringfügig um 0,4 Prozentpunkte auf 11,3% vermindert.
 
Die Zusammenfassung der drei genannten Steuerarten zu "umweltbezogenen Steuern" folgt einer auf internationaler Ebene gebräuchlichen Abgrenzung, die alle Steuern zusammenfasst, die den Energieverbrauch, die Emissionen, den Verkehr oder schäd­liche Stoffausbringungen (Pestizide oder ähnliches) besteuern, unabhängig von den Beweggründen für die Einführung der Steuer oder von der Verwendung der Einnahmen. Daher umfassen die so abgegrenzten Umweltsteuern zum Beispiel die gesamten Mineralölsteuer­einnahmen und nicht nur den Anteil, der sich durch die zum 1.4.1999 in Kraft getretenen Gesetze zur ökologischen Steuerreform (Ökosteuer) ergeben hat. Die Ökosteuer enthält die Einführung der Stromsteuer sowie eine schrittweise Erhöhung der Mineralölsteuersätze in den Jahren 1999 bis 2003. Die Steuersätze liegen derzeit zum Beispiel für unverbleites und schwefelarmes Benzin bei 65,45 Cent je Liter, für schwefelarmen Dieselkraftstoff bei 47,04 Cent.
 
Die von 2004 auf 2005 gesunkenen Einnahmen sind auf eine deutlich rückläufige Entwicklung bei der Mineralölsteuer (– 4,0%) und einen leichten Rückgang bei der Stromsteuer (– 2,0%) zurückzuführen, während die Einnahmen aus der Kraftfahrzeug­steuer um 12,1% anstiegen. Bei der Mineralölsteuer wiederum war die Verringerung der besteuerten und damit der im Inland abgesetzten Mengen an Benzin und Diesel­kraftstoffen maßgeblich. Im genannten Zeitraum ist bei­spielsweise die Menge an versteuertem Benzin von 33,1 Millionen Kubikmeter auf 30,7 Millionen Kubikmeter und damit um 7,4% zurückgegangen, die Menge des versteuerten Dieselkraftstoffes verminderte sich um 4,5%. Beim leichten Heizöl gab es im Jahr 2005 nur geringe Änderungen im Vergleich zum Vorjahr; beim Erdgas, der vierten mengen­mäßig bedeutsamen Mineralölart, ist die versteuerte Menge dagegen um 4,1% gestiegen. Entscheidend für den Einnahmeanstieg bei der Kraftfahrzeugsteuer war, dass zum 1.1.2005 Erhöhungen für wenig schadstoffreduzierte Personenkraftwagen wirksam wurden. Zugleich stieg der Bestand an Kraftfahrzeugen insgesamt um knapp 400 000 oder 0,7% auf 54,9 Millionen.
 
Im Hinblick auf den Verkehr ist darauf hinzuweisen, dass sich in den versteuerten Mengen nicht unbedingt entsprechende Entwicklungen des Kraftstoffverbrauchs im Inland oder der Fahrleistungen widerspiegeln. Insbesondere bei größeren Preis­unterschieden zwischen In- und Ausland spielt der Tanktourismus in den grenznahen Gebieten eine nicht unbeträchtliche Rolle. Darüber hinaus ist seit Jahren ein Umstieg auf sparsamere Dieselfahrzeuge festzustellen, so dass nur bedingt Rückschlüsse auf die Fahrleistungen gezogen werden können. In Bezug auf den Absatz von Heizöl sind insbesondere witterungsbedingte Temperaturunterschiede von Jahr zu Jahr sowie die Preisentwicklung zu beachten.

Einnahmen umweltbezogener Steuern und Steuereinnahmen insgesamt
Mill. Euro
JahrKassenmäßige Steuereinnahmen öffentlicher Haushalte
insgesamt1)darunter: umweltbezogene Steuern
zusammen2)Mineralöl­steuerKraftfahr-
zeugsteuer
Strom-
steuer
1995416 33740 23533 1777 059-
1996433 93641 92334 8967 027-
1997436 16041 12133 7497 372-
1998456 75941 84834 0917 757-
1999486 84145 29836 4447 0391 816
2000502 42548 19737 8267 0153 356
2001483 66553 38940 6908 3764 322
2002479 41654 88142 1927 5925 097
2003479 58957 05543 1887 3366 531
2004479 49556 11841 7827 7396 597
2005489 16655 23740 1018 6736 462

1) Vor Abzug von Kindergeld (Familienkassen und steuerliches Kindergeld).
2) Abweichungen in den Summen durch Runden der Zahlen.

Versteuertes Mineralöl nach ausgewählten Arten
JahrBenzin,
verbleit und
unverbleit (ohne Flugbenzin)
Diesel-
kraft-
stoffe
Leichtes
Heizöl
Erdgas
1 000 m3Mill. MWh
199540 03630 42539 208807
199640 30230 73343 749889
199740 61631 42341 702845
199840 76632 48739 351803
199940 87034 01833 412762
200039 04533 78030 772781
200137 86134 25735 550839
200236 60133 84331 081817
200334 87233 10530 393860
200433 10233 29627 401860
200530 66931 78827 450895


Weitere Auskünfte gibt:
Ursula Lauber
Telefon: (0611) 75-2737,
E-Mail: ursula.lauber@destatis.de





Inhalt maximieren (Accesskey 3)

Version: 2.25.5 / 20.10.2008