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Pressemitteilung Nr.244 vom 01.07.2009


Anteil der „Umweltsteuern“ am Steueraufkommen sinkt


WIESBADEN – Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, betrugen die Einnahmen aus „umweltbezogenen Steuern“ nach Angaben der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen im Jahr 2008 rund 54,4 Milliarden Euro und waren damit gegenüber 2007 nahezu unverändert (+ 0,3%). Die gesamten Steuereinnahmen der öffentlichen Haushalte (561 Milliarden Euro im Jahr 2008) sind dagegen im Vergleich zum Vorjahr um 4,3% angestiegen.

Im Jahr 2008 entfielen von den „umweltbezogenen Steuern“ 39,3 Milliarden Euro auf die Energiesteuer (früher Mineralölsteuer), 8,8 Milliarden Euro auf die Kraftfahrzeugsteuer und 6,3 Milliarden Euro auf die Stromsteuer. Seit 2003 gingen die Einnahmen aus der Energiesteuer (– 9,1%) und der Stromsteuer (– 4,1%) zurück. Deutliche Steigerungen bei den Einnahmen erzielte die Kraftfahrzeugsteuer mit 20,5%.
 
Der Anteil der umweltbezogenen Steuereinnahmen an den Steuereinnahmen insgesamt lag im Jahr 2008 bei 9,7%. Im Jahr 2003 hatte der Anteil noch 12,9% betragen. Seither sinkt dieser Anteil kontinuierlich und liegt jetzt etwa auf dem Niveau von 1998 (9,8%), dem Jahr vor der Einführung der ökologischen Steuerreform. Insgesamt waren die Einnahmen aus den Umweltsteuern im Zeitraum zwischen 2003 und 2008 rückläufig (– 4,7%). Bei im gleichen Zeitraum steigenden Gesamtsteuereinnahmen (+ 26,9%) hatte dies den erwähnten Rückgang des Umweltsteueranteils zur Folge.

Der Rückgang der Energiesteuereinnahmen ist insbesondere auf eine Verschiebung des Absatzes von Benzin zum geringer besteuerten Dieselkraftstoff zurückzuführen. Während 2003 mehr Benzin als Diesel versteuert wurde (34,9 Millionen Kubikmeter gegenüber 33,1 Millionen Kubikmeter), lag die Menge an versteuertem Benzin 2008 weit unter der des Dieselkraftstoffs (27,8 Millionen Kubikmeter gegenüber 36,0 Millionen Kubikmeter). Zudem hat sich die Menge an versteuerten Kraftstoffen insgesamt (Benzin und Diesel) in diesem Zeitraum um 2,3% vermindert. In den versteuerten Mengen an Kraftstoffen spiegeln sich nicht unbedingt entsprechende Entwicklungen des Verbrauchs oder der Fahrleistungen im Inland wider. Insbesondere bei größeren Preisunterschieden zwischen In- und Ausland spielt der Tanktourismus in den grenznahen Gebieten eine nicht unbeträchtliche Rolle. Darüber hinaus ist seit Jahren ein Umstieg auf sparsamere Dieselfahrzeuge festzustellen, so dass nur bedingt Rückschlüsse auf veränderte Fahrleistungen gezogen werden können.

Bei leichtem Heizöl war im Jahr 2008 ein Rückgang der versteuerten Mengen um 13,3% gegenüber 2003 zu verzeichnen, aber ein Anstieg um 42,5% im Vergleich zum Vorjahr. Die Schwankungen beim Absatz von Heizöl sind insbesondere durch witterungsbedingte Temperaturunterschiede von Jahr zu Jahr sowie durch die Preisentwicklung bestimmt.

Die Zusammenfassung der drei genannten Steuerarten zu „umweltbezogenen Steuern“ folgt einer auf internationaler Ebene gebräuchlichen Abgrenzung, die alle Steuern umfasst, die sich auf den Energieverbrauch, die Emissionen, den Verkehr oder schädliche Stoffausbringungen (Pestizide oder ähnliches) beziehen, unabhängig von den Beweggründen für die Einführung der Steuer oder von der Verwendung der Einnahmen. Daher umfassen die so abgegrenzten Umweltsteuern zum Beispiel die gesamten Mineralölsteuereinnahmen und nicht nur den Anteil, der sich durch die Gesetze zur ökologischen Steuerreform (Ökosteuer) ergeben hat. Im Rahmen der ökologischen Steuerreform wurde 1999 die Stromsteuer eingeführt sowie eine schrittweise Erhöhung der Mineralölsteuersätze in den Jahren 1999 bis 2003 realisiert. Die Steuersätze liegen derzeit zum Beispiel für unverbleites und schwefelarmes Benzin bei 65,45 Cent je Liter, für schwefelarmen Dieselkraftstoff bei 47,04 Cent. Die 2005 eingeführte Lastkraftwagen-Maut für die Benutzung der Autobahnen (Einnahmen im Jahr 2008 rund 3,5 Milliarden Euro) ist dagegen nicht in den umweltbezogenen Steuern enthalten.
Einnahmen umweltbezogener Steuern und Steuereinnahmen insgesamt
in Millionen Euro 
JahrKassenmäßige Steuereinnahmen öffentlicher Haushalte
Insgesamt 1)darunter: umweltbezogene Steuern
Zusammen 2)Energiesteuer 3)KraftfahrzeugsteuerStromsteuer
Millionen EuroMillionen Euro%Millionen EuroMillionen EuroMillionen Euro
1) Ohne steuerähnliche Einnahmen und nach Abzug verteilungsrelevanter Positionen (Kindergeld, Erstattungen, Altersvorsorge).
2) Abweichungen in den Summen durch Runden der Zahlen.
3) Bis 2006 Mineralölsteuer.
1998425 83841 8489,834 0917 757
1999452 99845 29810,036 4447 0391 816
2000467 17748 19710,337 8267 0153 356
2001446 17053 38912,040 6908 3764 322
2002441 62854 88212,442 1937 5925 097
2003442 16757 05512,943 1887 3366 531
2004442 76156 11812,741 7827 7396 597
2005452 07955 23612,240 1018 6736 462
2006488 44455 12611,339 9168 9376 273
2007538 24354 20710,138 9558 8986 355
2008561 18254 3509,739 2488 8426 261

Versteuertes Mineralöl nach ausgewählten Arten
JahrBenzin, verbleit und
unverbleit (ohne Flugbenzin)
Diesel-
kraftstoffe
Leichtes
Heizöl
1 000 Kubikmeter
199840 76632 48739 351
199940 87034 01833 412
200039 04533 78030 772
200137 86134 25735 550
200236 60133 84331 081
200334 87233 10530 393
200433 10233 29627 401
200530 66931 78827 450
200629 59733 39530 659
200728 74234 60118 480
200827 79235 97726 343


Weitere Auskünfte gibt:
Ursula Lauber,
Telefon: (0611) 75-2737,



 




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Version: 2.25.5 / 20.10.2008