Zur Hauptnavigation springen (Accesskey n) Zum Inhalt springen (Accesskey c)
Inhalt maximieren (Accesskey 3)

Pressemitteilung Nr.458 vom 30.11.2009


Jeder Zehnte auf soziale Mindestsicherung angewiesen


WIESBADEN – Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, erhielten am Jahresende 2007 in Deutschland 8,1 Millionen Menschen Transferleistungen der sozialen Mindestsicherungssysteme. Damit war rund jeder zehnte in Deutschland lebende Mensch (9,8%) auf existenzsichernde finanzielle Hilfen des Staates angewiesen. Insgesamt wurden 2007 für diese Leistungen 41,6 Milliarden Euro ausgegeben.
 
Die Transferleistungen der sozialen Mindestsicherungssysteme sind finanzielle Hilfen des Staates, die zur Sicherung des grundlegenden Lebensunterhalts dienen. Dazu zählen folgende Leistungen:
–        Arbeitslosengeld II/Sozialgeld nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II „Grundsicherung für Arbeitsuchende“),
–        Laufende Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen nach dem SGB XII „Sozialhilfe“,
–        Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem SGB XII „Sozialhilfe“,
–        Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz und
–        Leistungen der Kriegsopferfürsorge nach dem Bundesversorgungsgesetz.
 
Wie im Vorjahr wurden diese Leistungen auch 2007 in den Stadtstaaten und in den neuen Bundesländern häufiger in Anspruch genommen. In Berlin erhielt jeder Fünfte (19,9%) finanzielle Hilfen zur Sicherung des grundlegenden Lebensunterhalts. Am seltensten nahmen die Menschen in den südlichen Bundesländern entsprechende Unterstützung in Anspruch. Dort bezog am Jahresende 2007 rund jeder Zwanzigste (Bayern: 5,0%; Baden-Württemberg: 5,4%) Leistungen der Mindestsicherungssysteme.
 
Der mit Abstand größte Teil der Personen, die Mindestsicherungsleistungen beziehen, und damit auch der größte Teil der Ausgaben entfiel den Statistiken der Bundesagentur für Arbeit zufolge auf das Arbeitslosengeld II und das Sozialgeld. Diese beiden Leistungen werden umgangssprachlich auch als „Hartz-IV“ bezeichnet. Arbeitslosengeld II erhalten erwerbsfähige Personen zwischen 15 und 64 Jahren, die ihren Lebensunterhalt nicht aus eigenen Mitteln bestreiten können. Ihre im Haushalt lebenden nicht erwerbsfähigen Familienangehörigen (vor allem Kinder) bekommen Sozialgeld.


Insgesamt rund 7,0 Millionen Menschen waren am Jahresende2007 auf „Hartz-IV-Leistungen“ angewiesen. Davon waren rund drei Viertel (73%) erwerbsfähig und bezogen Arbeitslosengeld II, rund ein Viertel (27%) war nicht erwerbsfähig und erhielt Sozialgeld. Für unmittelbare Leistungen zur Deckung des Lebensunterhalts wurden im Verlauf des Jahres 2007 rund 36,3 Milliarden Euro ausgegeben.
 
Laufende Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts im Rahmen der Sozialhilfe nach dem SGB XII bezogen am Jahresende2007 etwa 821 000 Menschen. Die Sozialhilfe bildet das soziale Auffangnetz für bedürftige ältere Menschen sowie für Personen, die aufgrund von Krankheit oder einer dauerhaft vollen Erwerbsminderung nicht mehr ins reguläre Erwerbsleben integriert werden können, sowie für deren im Haushalt lebende Kinder unter 15 Jahren. Insgesamt wurden für diese Leistungen rund 4,1 Milliarden Euro brutto ausgegeben.
 
In Deutschland lebende Asylbewerber und -bewerberinnen erhalten seit November 1993 anstelle von Sozialhilfe sogenannte „Asylbewerberleistungen“, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Am Jahresende 2007 bekamen rund 153 000 Personen laufende Asylbewerberleistungen (Regelleistungen). Die Bruttoausgeben lagen hierfür im Laufe des Jahres 2007 bei etwa 0,8 Milliarden Euro.
 
Die Kriegsopferfürsorge ist eine Mindestsicherungsleistung, die neben Kriegsbeschädigten und deren Hinterbliebenen bei Bedürftigkeit zum Beispiel auch Soldaten, Zivildienstleistende, Opfer von Gewalttaten und Impfgeschädigte versorgt. Sowohl die Zahl der Menschen, die diese Leistungen empfangen, als auch die Ausgaben sind seit Mitte der 1990er Jahre stark rückläufig. Die Statistiken zur Kriegsopferfürsorge werden alle zwei Jahre erhoben, weshalb für 2007 keine aktuellen Ergebnisse vorliegen. Am Jahresende 2006 erhielten knapp 60 000 Menschen Kriegsopferfürsorge. Dafür wurden im Laufe des Jahres 2006  0,5 Milliarden Euro ausgegeben.


 
Empfänger/-innen von Leistungen der sozialen Mindestsicherung am
Jahresende 2007 und Bruttoausgaben im Laufe des Jahres 2007 
Leistungsart
Empfänger/
-innen
Ausgaben in Milliarden Euro
1)  Ausgaben für Leistungen, die unmittelbar für die Kosten des Lebensunterhalts gezahlt werden (sogenannte „passive Leistungen“).
2)  Alle Angaben zur Kriegsopferfürsorge beziehen sich auf das Berichtsjahr 2006 (Statistik wird nur alle zwei Jahre durchgeführt).
3) Gesamtausgaben der Kriegsopferfürsorge; eine exakte Untergliederung der Ausgaben nach "laufenden Leistungen" ist nicht möglich.
Quellen: Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Bundesministerium für Arbeit und Soziales.
Leistungen nach dem SGB II insgesamt7 020 34736,3 1)
davon  
   Arbeitslosengeld II5 098 196-
   Sozialgeld1 922 151-
Mindestsicherungsleistungen im Rahmen der Sozialhilfe nach dem SGB XII insgesamt821 0614,1
davon  
   Laufende Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen88 4590,5
   Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung732 6023,6
Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz153 3000,8
Laufende Leistungen der Kriegsopferfürsorge 2)59 8490,5 3)
Insgesamt8 054 55741,6

 
Diese und weitere Ergebnisse enthält die Gemeinschaftsveröffentlichung „Soziale Mindestsicherung in Deutschland 2007“ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, welche im Publikationsservice des Statistischen Bundesamtes sowie unter www.amtliche-sozialberichterstattung.de, zum kostenlosen Download bereit steht.
 
 
Weitere Auskünfte gibt:
Zweigstelle Bonn,
Bettina Mertel,
Telefon: +49 611 75 8705,



 
 



Inhalt maximieren (Accesskey 3)

Version: 2.25.5 / 20.10.2008