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19,2 % der Bevölkerung haben einen Migrationshintergrund

In Deutschland wohnten am 9. Mai 2011 nach den Ergebnissen des Zensus 2011 insgesamt etwa 15,3 Millionen Personen mit Migrations­hintergrund. Dies entspricht einem Anteil von 19,2 % der Bevölkerung. Zu den Personen mit Migrations­hintergrund zählen alle zugewanderten und nicht zugewanderten Ausländerinnen und Ausländer sowie alle nach 1955 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland zugewanderten Deutschen. Ebenso gelten alle Deutschen mit zumindest einem nach 1955 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland zugewanderten Elternteil als Personen mit Migrations­hintergrund.

Kaum Personen mit Migrationshintergrund in den östlichen Bundesländern

Die Bevölkerung mit Migrations­hintergrund lebt zu 96,7 % in den westlichen Bundesländern und Berlin; nur 3,3 % wohnen in den östlichen Bundesländern. Zwischen den Bundesländern variiert der Anteil beträchtlich: Den höchsten Anteil an Migrantinnen und Migranten hat mit 28,3 % Hamburg, gefolgt von Bremen (26,5 %), Baden-Württemberg (25,7 %) und Hessen (25,5 %). Den geringsten Anteil bei den westlichen Bundesländern weist Schleswig-Holstein mit 12,0 % auf. 43,4 % der Personen mit Migrations­hintergrund wohnen in Großstädten mit mindestens 100 000 Einwohnern, 14,4 % in Gemeinden mit weniger als 10 000 Einwohnern.

Unter den Personen mit Migrations­hintergrund gibt es mehr Deutsche (60,2 %) als Ausländerinnen und Ausländer (39,8 %) und mehr zugewanderte Personen (63,0 %) als in Deutschland Geborene (37,0 %). Die zugewanderten Personen – die sogenannte "erste Migrantengeneration" - sind zu 52,9 % Deutsche und zu 47,1 % Ausländerinnen und Ausländer. Bereits in Deutschland geborene Personen mit Migrations­hintergrund – die "zweite Migrantengeneration" – sind dagegen zu 72,7 % Deutsche und zu 27,3 % Ausländerinnen und Ausländer.

In Deutschland geborene Migrantinnen und Migranten im Durchschnitt 19 Jahre alt

Personen mit Migrationshintergrund sind deutlich jünger (im Durchschnitt 35 Jahre) als jene ohne Migrations­hintergrund (im Durchschnitt 45 Jahre). Dieser Unterschied ist ausschließlich auf die bereits in Deutschland geborenen Personen mit Migrations­hintergrund zurückzuführen: Deren Durchschnittsalter liegt bei 19 Jahren. Die Zugewanderten haben dagegen ein durchschnittliches Alter von 45 Jahren, sind also im Schnitt genauso alt wie die Personen ohne Migrations­hintergrund.

Der Anteil der Minderjährigen liegt bei den Personen ohne Migrations­hintergrund bei 14,8 %. Von den in Deutschland geborenen Personen mit Migrations­hintergrund sind deutlich mehr als die Hälfte (55,0 %) minderjährig, von den Zugewanderten dagegen nur 4,4 %. Spiegelbildlich dazu stellt sich die Situation bei den Seniorinnen und Senioren dar: Personen im Alter von 65 oder mehr Jahren gibt es unter den Zugewanderten zu 14,1 %, bei den hier geborenen Personen mit Migrations­hintergrund aber lediglich zu 1,4 %. Im Vergleich dazu liegt in der Bevölkerungsgruppe ohne Migrations­hintergrund der Anteil der Seniorinnen und Senioren bei 23,2 %.

Ihre höchsten Anteile an der Gesamtbevölkerung haben Personen mit Migrations­hintergrund in den Altersgruppen der 30- bis 39-Jährigen (28,6 %) sowie bei den unter 10-Jährigen (28,5 %). Bei den 30- bis 39-Jährigen ist dies auf die Zugewanderten (20,7 %) und bei den unter 10-Jährigen auf die in Deutschland geborenen Personen mit Migrations­hintergrund (26,5 %) zurückzuführen.

Frauen mit Migrationshintergrund vielfach nicht erwerbstätig

Unter den Migrantinnen und Migranten im erwerbsfähigen Alter von 15 bis 64 Jahren liegt der Anteil der Erwerbstätigen bei zwei Dritteln (66,6 %). Von den Personen ohne Migrations­hintergrund sind dagegen drei Viertel (75,9 %) erwerbstätig. Dieser Unterschied ist bei Frauen noch deutlicher ausgeprägt als bei Männern: 40,2 % der Frauen im erwerbsfähigen Alter mit Migrations­hintergrund sind nicht erwerbstätig (27,9 % der Frauen ohne Migrations­hintergrund). Bei den Männer mit Migrations­hintergrund sind 26,5 % nicht erwerbstätig (20,3 % der Männer ohne Migrations­hintergrund). Allerdings zeigen sich bei den Männern – im Gegensatz zu den Frauen – deutliche Unterschiede zwischen der ersten und der zweiten Migrantengeneration: Während von den in Deutschland geborenen Männern mit Migrations­hintergrund knapp 34,3 % nicht erwerbstätig sind, liegt dieser Anteil bei den zugewanderten Männern nur bei 23,5 %.

Auch bezüglich der Staatsangehörigkeit gibt es Unterschiede: Unter den Personen mit Migrations­hintergrund weisen die Ausländerinnen und Ausländer mit 61,5 % einen geringeren Anteil an Erwerbstätigen auf als die Deutschen mit Migrations­hintergrund (70,7 %). Dabei besteht bei den Ausländerinnen und Ausländern fast kein Unterschied zwischen der ersten und der zweiten Migrantengeneration. Bei den Deutschen mit Migrations­hintergrund sind dagegen Zugezogene mit 74,1 % deutlich häufiger erwerbstätig als bereits in Deutschland Geborene (63,3 %). Aus dem Ausland zugezogene Personen sind damit annähernd genauso häufig erwerbstätig wie Personen ohne Migrations­hintergrund (75,9 %).

Fehlende Bildungsabschlüsse auch noch bei der "zweiten Migrantengeneration"

Personen mit Migrationshintergrund unterscheiden sich auch hinsichtlich der Bildungsabschlüsse deutlich von jenen ohne Migrations­hintergrund. 15,5 % der Bevölkerung mit Migrations­hintergrund im Alter von mindestens 15 Jahren haben keinen Schulabschluss. Bei Personen ohne Migrations­hintergrund sind dies 2,3 %. Dabei sind 91,8 % der Personen mit Migrations­hintergrund, die keinen Schulabschluss haben, selbst zugewandert. Damit fehlt der ersten Migrantengeneration besonders häufig der Schulabschluss (18,8 %). Die zweite Generation – die bereits in Deutschland geborenen Personen mit Migrations­hintergrund – hat mit 5,3 % anteilig immer noch mehr als doppelt so häufig keinen Schulabschluss wie Personen ohne Migrations­hintergrund (2,3 %). Auch zwischen deutschen und ausländischen Personen mit Migrations­hintergrund bestehen auffällige Unterschiede: Fehlende Abschlüsse gibt es unter Ausländerinnen und Ausländern mit 23,1 % anteilig fast zweieinhalb Mal so häufig wie bei den Migrantinnen und Migranten mit deutscher Staatsangehörigkeit (9,5 %). Um der unterschiedlichen Altersstruktur von Personen mit und ohne Migrations­hintergrund Rechnung zu tragen, sind Personen, die sich noch in schulischer Ausbildung befinden, in diese Zahlen nicht eingerechnet.

Es zeigt sich aber auch, dass Personen mit Migrations­hintergrund häufiger ein Abitur haben (23,3 %) als Personen ohne Migrations­hintergrund (19,7 %). Den höchsten Anteil gibt es bei der zweiten Migrantengeneration mit deutscher Staatsangehörigkeit und den Ausländerinnen und Ausländern der ersten Generation (je 25,7 %). Am geringsten ist der Anteil der Personen mit Abitur unter den Ausländerinnen und Ausländern der zweiten Generation (16,0 %).

Auch bei den beruflichen Abschlüssen zeigt sich ein ähnliches Bild: 44,1 % der Personen im Alter von mindestens 15 Jahren mit Migrations­hintergrund haben keinen (oder noch keinen) berufsqualifizierenden Abschluss (Personen ohne Migrations­hintergrund: 22,9 %). Auffällig ist hier der Unterschied zwischen den zugewanderten Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit und den übrigen Personen mit Migrations­hintergrund. Bei den deutschen Migrantinnen und Migranten der ersten Generation fehlt der Berufsabschluss bei 34,0 %. Bei den übrigen Personen mit Migrations­hintergrund liegt der Anteil zwischen 48,9 % (deutsche Migranten der zweiten Generation) und 53,2 % (ausländische Migranten der zweiten Generation).

Beschränkt man die Auswertung auf den Personenkreis der mindestens 25-Jährigen, ändert sich das Bild etwas: Hier haben 16,5 % der Personen ohne Migrations­hintergrund keinen Berufsabschluss. Bei den Personen mit Migrations­hintergrund sind es 37,0 %. Der Anteil fehlender Abschlüsse ist bei zugewanderten Personen mit Migrations­hintergrund höher (48,8 % bei Ausländerinnen und Ausländern, 30,3 % bei Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit) als bei bereits in Deutschland geborenen Personen mit Migrations­hintergrund (36,4 % bei Ausländerinnen und Ausländern, 19,8 % bei Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit).

Gemeinsam statt einsam und mieten statt kaufen

Die durchschnittliche Haushaltsgröße für Personen mit Migrations­hintergrund beträgt 3,4 Personen. Personen ohne Migrations­hintergrund leben dagegen in Haushalten mit durchschnittlich 2,7 Personen. Dieser Unterschied bleibt über die Gemeindegrößen hinweg in etwa gleich. Während Migrantinnen und Migranten am häufigsten in Vierpersonenhaushalten leben (24,1 %), dominieren bei Personen ohne Migrations­hintergrund Zweipersonenhaushalte (34,1 %). Personen mit Migrations­hintergrund leben häufiger (20,7 %) in großen Haushalten mit fünf oder mehr Personen als Personen ohne Migrations­hintergrund (9,4 %).

Migrantinnen und Migranten leben seltener allein (11,6 %) als Personen ohne Migrations­hintergrund (18,0 %). Die klassische Familie mit Ehepaar und Kindern kommt bei ihnen häufiger vor (54,0 % der Personen gegenüber 37,2 % der Vergleichsgruppe). Ehepaare ohne Kinder sind bei ihnen dagegen erheblich seltener (15,1 % der Personen gegenüber 23,9 % der Vergleichsgruppe). In nicht-ehelichen Lebensgemeinschaften leben 6,7 % der Bevölkerung mit Migrations­hintergrund und 9,6 % der Bevölkerung ohne Migrations­hintergrund.

Insgesamt leben 56,6 % der Personen ohne Migrations­hintergrund, aber nur 35,5 % der Personen mit Migrations­hintergrund im selbst genutzten Wohneigentum. Dabei ist der Anteil der Eigentümer mit 40,0 % unter den Deutschen mit Migrations­hintergrund deutlich höher als unter den Ausländern (28,7 %).

Personen ohne Migrations­hintergrund wohnen auf durchschnittlich 46,8 Quadratmetern (m²), während Personen mit Migrations­hintergrund lediglich 33,5 m² zur Verfügung haben. 51,0 % der Personen ohne Migrations­hintergrund, aber nur 33,4 % der Migrantinnen und Migranten leben in Wohnungen mit mindestens 100 m².

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Zusatzinformationen

Auf einen Blick

Zensus 2011, Stichtag 9. Mai 2011
Bevölkerung
Insgesamt80,2 Mill.
Frauen41,1 Mill.
Männer39,1 Mill.
Nichtdeutsche6,2 Mill.
Alter in Jahren
Unter 1813,1 Mill.
18-2911,4 Mill.
30-4922,8 Mill.
50-6416,3 Mill.
65 und älter16,5 Mill.
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Tabellen und Datenbank

Presse

Männer doppelt so häufig in Führungspositionen wie Frauen

Mehr als ein Drittel der Haushalte in Deutschland sind Singlehaushalte

Zensus 2011: Knapp ein Viertel der Ausländer stammt aus der Türkei

Zensus 2011: 80,2 Millionen Einwohner lebten am 9. Mai 2011 in Deutschland

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