Presse Duale Berufsausbildung: Zahl neuer Ausbildungsverträge 2023 um 2,1 % gestiegen

Pressemitteilung Nr. 151 vom 12. April 2024

  • Zahl der Neuverträge steigt nach Einbruch im Corona-Jahr 2020 im dritten Jahr in Folge, liegt aber 6 % niedriger als im Jahr 2019
  • Zuwachs neuer Ausbildungsverträge bei Männern mit +2,8 % fast dreimal so stark wie bei Frauen mit +1,0 %
  • Rückläufiger Trend am Ausbildungsmarkt verlangsamt sich: Gesamtzahl der Auszubildenden gegenüber 2022 kaum verändert

     

WIESBADEN – Im Jahr 2023 haben rund 479 900 Personen in Deutschland einen neuen Ausbildungsvertrag in der dualen Berufsausbildung abgeschlossen. Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) waren das 2,1 % oder 10 000 mehr als im Jahr 2022 (469 900 Neuverträge). Damit stieg die Zahl der Neuverträge nach dem starken Einbruch im Corona-Jahr 2020 (463 300) im dritten Jahr in Folge leicht an, sie lag aber 6 % niedriger als vor der Corona-Pandemie im Jahr 2019 (510 900). Der Anstieg war bei Männern mit 2,8 % mehr Neuverträgen als im Vorjahr auf rund 306 800 deutlich stärker als bei Frauen mit einem Zuwachs von 1,0 % auf rund 173 000. 

1,9 % mehr neue Ausbildungsverträge im Handwerk nach starkem Rückgang im Vorjahr 

Im Bereich der Handwerksberufe gab es 2023 gegenüber 2022 einen Anstieg um 1,9 % auf 129 800 neue Ausbildungsverträge. Dabei schlossen Männer 1,9 % mehr Neuverträge ab, der starke Rückgang aus dem Jahr 2022 um 3,3 % gegenüber 2021 konnte damit aber nicht ausgeglichen werden. Bei den Frauen gab es bereits den zweiten Anstieg an Neuabschlüssen in Folge: 2023 stieg die Zahl der von Frauen neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in Handwerksberufen gegenüber 2022 um 1,8 %, nachdem die Zahl im Jahr 2022 bereits um 1,9 % gegenüber 2021 gestiegen war. 

Eine positive Entwicklung bei Neuverträgen war 2023 auch in Ausbildungsbereichen wie „Industrie und Handel“ (+2,8 % auf 277 600), Landwirtschaft (+3 % auf 13 500) und „Öffentlicher Dienst“ (+5 % auf 14 400) zu beobachten. Bei den „Freien Berufen“ (-2,6 % auf 43 300) und der „Hauswirtschaft“ (-6 % auf 1 300), in denen die Zahl der Neuverträge insgesamt zurückging, waren nur bei Männern Zuwächse zu verzeichnen. 

1 215 500 Personen befanden sich zum Jahresende 2023 in Ausbildung

Die Gesamtzahl der Auszubildenden blieb 2023 stabil gegenüber dem Vorjahr. So befanden sich zum Jahresende 1 215 500 Personen in Deutschland in einer dualen Berufsausbildung, das waren lediglich 0,1 % weniger als 2022. Somit kehrte sich der Trend sinkender Auszubildendenzahlen aus den Vorjahren zwar nicht um, aber er verlangsamte sich. Eine Trendumkehr war 2023 nur im größten Ausbildungsbereich „Industrie und Handel“ (+0,7 %) zu beobachten, während die Zahlen in den übrigen Ausbildungsbereichen weiter rückläufig waren. Im zweitgrößten Ausbildungsbereich, dem Handwerk, befanden sich 1,2 % weniger Auszubildende als im Vorjahr in Ausbildung. Dies kann mit dem starken Rückgang an Neuverträgen im Jahr 2022 (-3 %) erklärt werden. 

Methodische Hinweise:

Die Angaben entstammen der amtlichen Datenerhebung auf Grundlage des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) oder nach der Handwerksordnung (HwO). Nicht in der Statistik erfasst sind unter anderem Berufsausbildungen an Berufsfachschulen und Schulen des Gesundheitswesens sowie die neuen Ausbildungen zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann (vergleiche dazu Pressemitteilung Nr. 125 vom 27. März 2024). 

Weitere Informationen:

Endgültige Ergebnisse zu den Auszubildenden am Stichtag 31.12.2023 einschließlich der Entwicklung in einzelnen Ausbildungsberufen und weiterer Merkmale stehen voraussichtlich im August 2024 zur Verfügung. 

Einen Gesamtüberblick über die Bildungssituation in Deutschland von der Schule über die Berufsbildung bis zur Hochschule bietet die Themenseite „Bildungsindikatoren“ im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes. 

Daten und Fakten rund um das Thema Fachkräfte bündelt das Statistische Bundesamt auf einer eigenen Sonderseite (www.destatis.de/fachkraefte). Das Datenangebot umfasst die Bereiche Demografie, Erwerbstätigkeit, Bildung und Zuwanderung. Es reicht von Vorausberechnungen zur künftigen Zahl von Erwerbspersonen über Analysen zum Arbeitskräfteangebot bis hin zu Daten zu Arbeitsmigration und Ausbildungsmarkt – und wird sukzessive erweitert. 

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