Presse Erwerbstätigkeit im 1. Quartal 2026 gesunken

Beschäftigungsrückgänge im Produzierenden Gewerbe und im Baugewerbe zusammen wesentlich größer als Anstiege in den Dienstleistungsbereichen

Pressemitteilung Nr. 167 vom 19. Mai 2026

Erwerbstätige mit Arbeitsort in Deutschland, 1. Quartal 2026
-0,1 % zum Vorquartal (saisonbereinigt)
-1,1 % zum Vorquartal (nicht saisonbereinigt)
-0,3 % zum Vorjahresquartal

WIESBADEN – Im 1. Quartal 2026 waren rund 45,6 Millionen Menschen in Deutschland erwerbstätig. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sank die Erwerbstätigenzahl damit im Vergleich zum Vorquartal saisonbereinigt um 61 000 Personen beziehungsweise 0,1 %. Im 3. und 4. Quartal 2025 war die Erwerbstätigkeit saisonbereinigt ebenfalls um jeweils 0,1 % gesunken.

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Ohne Bereinigung um saisonale Effekte ging die Zahl der Erwerbstätigen im 1. Quartal 2026 gegenüber dem 4. Quartal 2025 um 486 000 Personen oder 1,1 % zurück. Zwar ist ein Rückgang der Erwerbstätigkeit im 1. Quartal eines Jahres saisonal üblich. Im Jahr 2026 fiel die Abnahme zu Jahresbeginn allerdings um mehr als 100 000 Personen stärker aus als im Durchschnitt der Jahre 2023 bis 2025 (-381 000 Personen; -0,8 %).

Rückgang der Erwerbstätigenzahl gegenüber dem Vorjahr hält an

Im Vorjahresvergleich sank die Zahl der Erwerbstätigen im 1. Quartal 2026 gegenüber dem 1. Quartal 2025 um 157 000 Personen (-0,3 %). Im 3. Quartal 2025 war die Beschäftigung erstmals seit dem 1. Quartal 2021 gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen (-19 000 Personen; 0,0 %). Der vorherige Beschäftigungsanstieg im Vorjahresvergleich nach der Corona-Krise hatte seinen Höhepunkt im 2. Quartal 2022 (+679 000 Personen; +1,5 %). Danach flachte er immer weiter ab. Im 2. Quartal 2025 war das Vorjahresniveau nur noch um 15 000 Personen (0,0 %) überschritten worden.

Unterschiedliche Entwicklungen in den einzelnen Dienstleistungsbereichen

Während die Erwerbstätigenzahl in den Dienstleistungsbereichen im 1. Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahresquartal noch zunahm (+45 000 Personen; +0,1 %), sank die Erwerbstätigkeit außerhalb der Dienstleistungsbereiche kräftig, und zwar um insgesamt 202 000 Personen (‑1,8 %). Dabei entwickelte sich die Beschäftigung innerhalb der Dienstleistungsbereiche unterschiedlich: Der Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit setzte seinen langjährigen Aufwärtstrend fort und wuchs deutlich um 181 000 Personen (+1,5 %). Die zweitgrößte absolute Zunahme innerhalb der Dienstleistungsbereiche verzeichnete im 1. Quartal 2026 der Bereich Sonstige Dienstleistungen (unter anderem Verbände und Interessenvertretungen) mit +21 000 Personen (+0,7 %). Im Bereich Finanz- und Versicherungsdienstleister war ein Plus von 13 000 Personen (+1,2 %) zu verzeichnen. Dagegen ging im Bereich Information und Kommunikation die Zahl der Erwerbstätigen weiter zurück, und zwar um 24 000 Personen (-1,5 %). Bei den Unternehmensdienstleistern, zu denen auch der Bereich Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften gehört, vergrößerte sich das Minus auf 72 000 Personen (-1,2 %). Im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe nahm die Beschäftigung um 81 000 Personen (-0,8 %) ab.

Abwärtstrend im Produzierenden Gewerbe setzt sich fort

Im Produzierenden Gewerbe ohne Baugewerbe schrumpfte die Erwerbstätigenzahl im 1. Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahresquartal weiterhin kräftig (‑171 000 Personen; ‑2,1 %). Im Baugewerbe sank die Beschäftigung im 1. Quartal 2026 ebenfalls, und zwar um 27 000 Personen (-1,1 %) und in der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei nahm sie um 4 000 Personen (-0,7 %) ab.

Weniger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und weniger Selbstständige

Die positive Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung ist im 4. Quartal 2025 zuende gegangen. Im 1. Quartal 2026 setzte sich nach hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit deren Abwärtstrend gegenüber dem Vorjahr fort. Beschäftigungsverluste gab es weiterhin bei der Zahl der Beschäftigten mit ausschließlich marginalen Tätigkeiten (geringfügig entlohnte und kurzfristig Beschäftigte sowie Personen in Arbeitsgelegenheiten). Insgesamt verringerte sich die Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im 1. Quartal 2026 im Vergleich zum 1. Quartal 2025 um 120 000 (-0,3 %) auf 42,0 Millionen Personen. Auch die Zahl der Selbstständigen einschließlich mithelfender Familienangehöriger ging weiter zurück. Ihre Zahl sank im Vorjahresvergleich um 37 000 Personen (-1,0 %) auf 3,6 Millionen.

Arbeitsvolumen auf Vorjahresniveau

Die durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden je erwerbstätiger Person stiegen nach ersten vorläufigen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit im 1. Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 0,3 % auf 344,2 Stunden. Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen – also das Produkt aus der gesunkenen Erwerbstätigenzahl und den gestiegenen geleisteten Stunden je erwerbstätiger Person – blieb im gleichen Zeitraum mit 15,7 Milliarden Stunden unverändert (0,0 %).

Erwerbstätigenzahlen in der EU

Nach Angaben des europäischen Statistikamtes Eurostat vom 15. Mai 2026 stieg die nach europäisch harmonisierten Methoden berechnete Erwerbstätigkeit im 1. Quartal 2026 in den 27 Staaten der Europäischen Union (EU) durchschnittlich um 0,6 % und im Euroraum um 0,5 % gegenüber dem Vorjahresquartal.

Hinweis zu den bisher veröffentlichten Ergebnissen:

Neben der Erstberechnung der Erwerbstätigenzahlen und der geleisteten Arbeitsstunden für das 1. Quartal 2026 wurden auch die bisher veröffentlichten Ergebnisse ab dem 1. Quartal 2025 im Rahmen der turnusmäßigen Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) überarbeitet. Die Vorjahresveränderungsraten der vierteljährlichen Erwerbstätigenzahlen weichen demnach im 4. Quartal 2025 gegenüber den bisher veröffentlichten Ergebnissen um 0,1 Prozentpunkte nach unten ab. Die Vorjahresveränderungsrate für das Jahresergebnis 2025 von 0,0 % bleibt durch die Neuberechnung unverändert.

Methodische Hinweise:

In allen Meldungen zu Konjunkturindikatoren sind die unterschiedlichen Vergleichszeiträume zu beachten. Im Fokus der Konjunkturbeobachtung steht der saisonbereinigte Vergleich zum Vormonat/Vorquartal. Hieraus lässt sich der kurzfristige Trend der konjunkturellen Entwicklung ablesen. Der Vorjahresvergleich dient einem längerfristigen Niveauvergleich und ist von saisonalen Schwankungen ebenfalls weitgehend unabhängig.

Weitere Informationen:

Eine Tabelle mit Quartalsergebnissen zur Zahl der Erwerbstätigen im Inland nach Wirtschaftsbereichen ab 2020 bietet die Themenseite "Erwerbstätigkeit" im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes. Tief gegliederte Daten und lange Zeitreihen können in der Datenbank GENESIS-Online abgerufen werden: Gesamtwirtschaftliche Daten zu Erwerbstätigen aus der Erwerbstätigenrechnung sind in den Tabellen 13321-0001 (Monate), 13321-0002 (Quartale) und 81000-0011 (Jahre) verfügbar. Daten zu Erwerbstätigen nach Wirtschaftsbereichen und zu Arbeitszeit und Arbeitsvolumen in der Tabelle 81000-0016 (Quartale).

Daten und Fakten rund um das Thema Fachkräfte bündelt das Statistische Bundesamt in seinem Internetangebot auf einer eigenen Sonderseite (www.destatis.de/fachkraefte). Das Datenangebot umfasst die Bereiche Demografie, Erwerbstätigkeit, Bildung und Zuwanderung. Es reicht von Vorausberechnungen der künftigen Zahl an Erwerbspersonen über Analysen zum Arbeitskräfteangebot bis hin zu Daten zu Arbeitsmigration und Ausbildungsmarkt. Eine weitere Sonderseite (www.destatis.de/rente) beleuchtet das Thema Rente und Alterssicherung.

Ergebnisse zum Arbeitsmarkt sind auch im "Dashboard Konjunktur" (www.dashboard-konjunktur.de) verfügbar. In diesem Datenportal bündelt das Statistische Bundesamt hochfrequente Indikatoren der amtlichen Statistik und weiterer Datenanbieter zu den Themen Wirtschaft und Finanzen sowie Arbeitsmarkt, Bauen und Energie.

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