Pressemitteilung Nr. N061 vom 1. September 2026
- Im Osten haben Haushalte von Personen im Ruhestand ab 65 Jahren ein mittleres Einkommen von 2 270 Euro, im Westen von 2 350 Euro
- Rentnerhaushalte im Osten beziehen 96 % ihres Einkommens aus Renten und Pensionen, im Westen sind es 92 %
- 18,9 % der Menschen im Ruhestand ab 65 Jahren sind armutsgefährdet
WIESBADEN – Haushalte von Ruheständlerinnen und Ruheständlern ab 65 Jahren haben im Mittel 2 330 Euro pro Monat zur Verfügung. In den östlichen Bundesländern einschließlich Berlin verfügen Haushalte von Personen im Ruhestand ab 65 Jahren über ein mittleres Haushaltsnettoeinkommen (Median) von 2 270 Euro im Monat, in den westlichen Ländern sind es 2 350 Euro. Das teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) nach Ergebnissen der europäischen Gemeinschaftsstatistik über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) 2025 mit.
Der Median bildet die Mitte der Einkommensverteilung ab, 50 % haben ein höheres und 50 % ein geringeres Einkommen. Betrachtet wurden Haushalte, in denen ausschließlich Rentnerinnen und Rentner sowie Pensionärinnen und Pensionäre ab 65 Jahren leben. Das waren im Jahr 2025 rund 13,6 Millionen Menschen, 10,5 Millionen in den westlichen und 3,1 Millionen in den östlichen Bundesländern.
Rentnerhaushalte im Osten beziehen ihr Einkommen stärker aus Renten und Pensionen und weniger aus Vermögen als jene im Westen
Das Haushaltseinkommen von Ruheständlerinnen und Ruheständlern ab 65 Jahren setzt sich überwiegend aus Alterseinkünften wie gesetzlichen Renten, Betriebs- und Privatrenten oder Pensionen zusammen. Im bundesweiten Schnitt waren 93 % des Einkommens von Haushalten, in denen ausschließlich Rentnerinnen und Rentner beziehungsweise Pensionärinnen und Pensionäre lebten, aus Renten und Pensionen. Knapp 4 % des Einkommens stammten aus Einnahmen aus Vermögen wie etwa Mieteinnahmen oder Kapitalerträgen, 2 % aus Transferzahlungen wie Grundsicherung im Alter und 1 % aus Erwerbstätigkeit.
In den östlichen Bundesländern machten Renten und Pensionen durchschnittlich 96 % des Einkommens aus, Einnahmen aus Vermögen lediglich 1 %. In den westlichen Bundesländern bezogen Ruheständlerinnen und Ruheständler im Schnitt 92 % des Haushaltseinkommens aus Renten und Pensionen, gut 4 % stammten aus Einnahmen aus Vermögen. Mit Blick auf weitere Einkünfte aus Transferzahlungen wie Grundsicherung im Alter (2 %) oder aus Erwerbstätigkeit (1 %) unterscheidet sich die Einkommensstruktur von Rentnerhaushalten in Ost und West kaum.
Knapp jeder fünfte Mensch ab 65 Jahren im Ruhestand ist armutsgefährdet
Bundesweit lag die Armutsgefährdungsquote von Personen im Ruhestand ab 65 Jahren laut EU-SILC 2025 bei 18,9 %. In den östlichen (18,5 %) und westlichen (19,0 %) Bundesländern war das Armutsrisiko für Ruheständlerinnen und Ruheständler ab 65 Jahren in etwa gleich hoch. Zum Vergleich: In der Gesamtbevölkerung waren bundesweit 16,1 % der Personen armutsgefährdet, in den östlichen Ländern waren es 17,6 % und in den westlichen 15,8 %.
Die Armutsgefährdungsquote misst die relative Einkommensarmut. Nach EU-Definition gilt eine Person als armutsgefährdet, wenn sie über weniger als 60 % des mittleren Äquivalenzeinkommens (Median) der Gesamtbevölkerung verfügt.
Ruheständlerinnen und Ruheständler im Westen wohnen mehrheitlich im Eigentum, im Osten mehrheitlich zur Miete
Vermögenswerte wie selbst genutztes Immobilieneigentum fließen nicht in die Betrachtung der Einkommen ein, solange daraus keine Mieteinnahmen oder Kapitalerträge entstehen. Im Jahr 2025 wohnten bundesweit 57 % der Ruheständlerinnen und Ruheständler ab 65 Jahren im Wohneigentum und 43 % zur Miete. In den westlichen Bundesländern wohnten 61 % der Ruheständlerinnen und Ruheständler im Eigentum und 39 % zur Miete. In den östlichen Ländern war das Verhältnis eher umgekehrt: 44 % wohnten im Eigentum, 56 % zur Miete.
Methodische Hinweise:
Die Ergebnisse entstammen der seit 2020 in Deutschland als Unterstichprobe in den Mikrozensus integrierten europäischen Gemeinschaftsstatistik über Einkommen und Lebensbedingungen (European Union Statistics on Income and Living Conditions, EU-SILC). EU-SILC ist die amtliche Hauptdatenquelle für die Messung von Einkommen und Lebensbedingungen in Deutschland sowie in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union.
Bei den hier dargestellten Ergebnissen für 2025 handelt es sich um Endergebnisse.
In der Erhebung EU-SILC ist die Grundlage für die Einkommensmessung in einem Erhebungsjahr das verfügbare Haushaltsnettoeinkommen des Vorjahres. Es besteht aus der Summe der Bruttoeinkommenskomponenten aller Haushaltsmitglieder zuzüglich der Bruttoeinkommenskomponenten auf Haushaltsebene sowie abzüglich der Steuern, Sozialabgaben sowie der geleisteten (Unterhalts-)Zahlungen zwischen privaten Haushalten.
Vermögenswerte wie Geld-, Sach- oder Immobilienvermögen fließen nicht in die Berechnung der Einkommen und der Armutsgefährdung ein. Einnahmen aus Vermögen, etwa aus Vermietung oder aus Kapitalerträgen, werden dagegen als Einkommen berücksichtigt.
Die Angaben zu Einkommen, Armutsgefährdung und Wohnsituation beziehen sich auf Personen ab 65 Jahren im Ruhestand als überwiegende Lebenssituation (überwiegender Erwerbsstatus) beziehungsweise auf Haushalte, in denen ausschließlich diese Personen alleine oder zusammen leben. Der Erwerbsstatus (Selbsteinschätzung) bezieht sich auf das Vorjahr der Erhebung. Überwiegend bedeutet, dass der Erwerbsstatus mehr als die Hälfte der Gesamtaktivität und mehr als 6 Monate ausmacht. Die Lebenssituation "im Ruhestand“ ist dabei eine Selbsteinschätzung der Personen und unabhängig davon, ob Alterseinkünfte bezogen werden oder nicht.
Die Ergebnisse zum Haushaltsnettoeinkommen nach Einkommensarten umfassen die durchschnittlichen Anteile je Haushalt. Bei ähnlichen Pressemitteilungen in der Vergangenheit wurden die Anteile über das Einkommen aller Haushalte berechnet. Daher sind die Ergebnisse nicht miteinander vergleichbar.
Erfasst werden jeweils nur Personen in privaten Haushalten am Hauptwohnsitz, Menschen in Gemeinschaftsunterkünften und Einrichtungen wie Altersheimen dagegen nicht.
Weitere Informationen:
Daten zum Thema Rente und Alterssicherung bietet eine eigene Sonderseite (www.destatis.de/rente) im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes. Das Datenangebot umfasst die Bereiche Demografie, Arbeit, Einkommen und Staatshaushalt.
Weitere Ergebnisse der Erhebung EU-SILC sind im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes auf der Themenseite Einkommen und Lebensbedingungen, Armutsgefährdung, im Statistischen Bericht sowie der Datenbank GENESIS-Online (Tabellen 12241) veröffentlicht.