Pressemitteilung Nr. 373 vom 20. Oktober 2026
Erzeugerpreise gewerblicher Produkte (Inlandsabsatz), September 2026
+6,7 % zum Vorjahresmonat
+1,9 % zum Vormonat
WIESBADEN – Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im September 2026 um 6,7 % höher als im September 2025. Das war der stärkste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit März 2023 (+7,5 %). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stiegen die Erzeugerpreise im September 2026 gegenüber dem Vormonat August 2026 um 1,9 %.
Der Anstieg der Erzeugerpreise gegenüber dem Vorjahresmonat ist vor allem auf gestiegene Energiepreise (+14,9 %) zurückzuführen. Die Preise für Vorleistungsgüter (+6,4 %) stiegen ebenfalls deutlich gegenüber dem Vorjahresmonat.
Auch Investitionsgüter (+2,4 %) und Gebrauchsgüter (+2,2 %) waren im September 2026 teurer als ein Jahr zuvor. Günstiger waren hingegen Verbrauchsgüter (-1,8 %). Ohne Berücksichtigung von Energie stiegen die Erzeugerpreise im September 2026 gegenüber September 2025 um 3,2 %, gegenüber August 2026 stiegen sie um 0,1 %.
Preise für Mineralölerzeugnisse steigen im Vorjahresvergleich um mehr als die Hälfte
Energie war im September 2026 um 14,9 % teurer als im Vorjahresmonat. Gegenüber August 2026 stiegen die Energiepreise um 5,8 %. Bedingt durch die Kriegshandlungen im Iran und Nahen Osten lagen die Preise für Mineralölerzeugnisse 51,3 % über denen von September 2025, gegenüber August 2026 stiegen die Preise um 8,2 %. Rohbenzin (Naphtha) kostete 53,8 % mehr als im September 2025, während leichtes Heizöl 91,8 % und Kraftstoffe 48,6 % teurer waren.
Erdgas in der Verteilung kostete über alle Abnehmergruppen hinweg betrachtet 15,0 % mehr als im Vorjahresmonat. Die Preise für Strom stiegen gegenüber September 2025 um 8,2 %. Fernwärme war 0,5 % günstiger.
Hoher Preisanstieg bei Vorleistungsgütern
Die Preise für Vorleistungsgüter waren im September 2026 um 6,4 % höher als im Vorjahresmonat (+0,2 % gegenüber August 2026).
Für den Preisanstieg gegenüber September 2025 sorgten vor allem die höheren Preise für Metalle (+14,0 %). Insbesondere die Preise für Kupfer und Halbzeug daraus (+31,4 %) stiegen deutlich gegenüber dem Vorjahresmonat. Für Edelmetalle musste 26,5 % mehr bezahlt werden als im Vorjahr. Auch Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen waren im September 2026 teurer als im Vorjahresmonat (+8,4 %), darunter kostete Betonstahl 7,0 % mehr.
Die Preise für chemische Grundstoffe stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 11,3 %. Düngemittel waren 8,9 % teurer als vor einem Jahr.
Holz sowie Holz- und Korkwaren (+7,1 %) waren ebenfalls teurer als im Vorjahresmonat, darunter Nadelschnittholz mit +6,9 % und Laubschnittholz mit +2,0 %. Erhebliche Preisanstiege gab es bei Pellets, Briketts und Scheiten mit +38,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat.
Die Preise für Glas und Glaswaren stiegen um 0,1 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Darunter war veredeltes und bearbeitetes Flachglas 1,0 % teurer, die Preise für Hohlglas stiegen um 0,1 % gegenüber September 2025.
Papier, Pappe und Waren daraus kosteten 1,6 % mehr als im Vorjahresmonat. Futtermittel für Nutztiere (+8,8 %) und Getreidemehl (+0,8 %) verteuerten sich ebenfalls gegenüber September 2025.
Preisanstiege auch bei Investitionsgütern und Gebrauchsgütern, Preisrückgänge bei Verbrauchsgütern
Die Preise für Investitionsgüter waren im September 2026 um 2,4 % höher als im Vorjahresmonat (+0,1 % gegenüber August 2026). Maschinen kosteten 2,1 % mehr als im September 2025, die Preise für Kraftwagen und Kraftwagenteile stiegen um 2,0 %.
Gebrauchsgüter waren im September 2026 um 2,2 % teurer als im Vorjahresmonat (+0,2 % gegenüber August 2026).
Die in Deutschland produzierten und verkauften Verbrauchsgüter kosteten dagegen 1,8 % weniger als im Vorjahresmonat und 0,2 % mehr als im August 2026. Unter den Verbrauchsgütern fielen die Nahrungsmittelpreise insgesamt um 4,1 %. Deutlich billiger als im September 2025 waren Butter (-34,8 %), Schweinefleisch (-13,9 %) und Rindfleisch (-9,9 %). Teurer als im Vorjahresmonat waren hingegen pflanzliche Öle (+14,5 %) und Zucker (+4,1 %).
Methodische Hinweise:
Der Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte misst die Entwicklung der Preise für die im Bergbau, im Verarbeitenden Gewerbe sowie in der Energie- und Wasserwirtschaft in Deutschland erzeugten und im Inland verkauften Produkte. Berücksichtigt werden dabei alle Steuern und Abgaben auf die Produkte außer der Mehrwertsteuer. Er stellt damit die Preisveränderungen in einer frühen Phase des Wirtschaftsprozesses dar. Erhebungsstichtag ist jeweils der 15. des Berichtsmonats. Das aktuelle Basisjahr des Erzeugerpreisindex gewerblicher Produkte ist 2021. Warenkorb und Gewichtung des Index beziehen sich auf dieses Basisjahr.
Weitere Informationen:
Alle aktuellen Ergebnisse enthält auch der Statistische Bericht "Indizes der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte (Inlandsabsatz)". Lange Zeitreihen können für den Gesamtindex auch über die Tabelle Ezeugerpreise gewerblicher Produkte (61241-0002), für tiefer gegliederte Subindizes über die Tabelle Erzeugerpreise gewerblicher Produkte (61241-0004) in der Datenbank GENESIS-Online bezogen werden.
Hinweise zur CO2-Bepreisung nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz sind auf der Themenseite "Erzeugerpreise gewerblicher Produkte"" verfügbar.
Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte sind auch im "Dashboard Konjunktur" (www.dashboard-konjunktur.de) verfügbar. In diesem Datenportal bündelt das Statistische Bundesamt hochfrequente Indikatoren der amtlichen Statistik und weiterer Datenanbieter zu den Themen Wirtschaft und Finanzen sowie Arbeitsmarkt, Bauen und Energie.