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Pressemitteilung Nr. 392 vom 13.11.2012: 3,7 Millio­nen Erwerbs­tätige wol­len mehr, knapp 1 Million weni­ger arbei­ten

WIESBADEN – Im Jahr 2011 wünschten sich rund 3,7 Millionen Erwerbstätige im Alter von 15 bis 74 Jahren mehr Arbeit, während zugleich knapp 1 Million Erwerbstätige weniger arbeiten wollte. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, möchten – nach Ergebnissen der Arbeitskräfteerhebung – Unterbeschäftigte ihre Wochenarbeitszeit dabei durchschnittlich um 11,5 Stunden erhöhen, Überbeschäftigte um durchschnittlich 11,7 Stunden reduzieren. Damit wollten unterm Strich deutlich mehr Erwerbstätige länger als kürzer arbeiten. 

Aus den Arbeitszeitwünschen der Unter- und Überbeschäftigten ergibt sich 2011 per Saldo ein ungenutztes Arbeitspotenzial von knapp 31,6 Millionen Arbeitsstunden pro Woche. Dieses ungenutzte Potenzial entspräche – rein rechnerisch – rund 790 000 Vollzeitstellen von jeweils 40 Wochenstunden oder 2,2 Prozent der gewöhnlich pro Woche geleisteten Arbeitsstunden. 

Von den insgesamt 3,7 Millionen unterbeschäftigt Erwerbstätigen übten knapp 2 Millionen eine Teilzeit- und immerhin 1,7 Millionen eine Vollzeittätigkeit mit mindestens 32 Wochenstunden aus. Unterbeschäftigte in Teilzeit wollten ihre Wochenarbeitszeit um durchschnittlich 15,5 Stunden erhöhen, Unterbeschäftigte in Vollzeit um 6,9 Stunden. 

Unterbeschäftigung bei einer Vollzeittätigkeit ist – anders als die Unterbeschäftigung der Teilzeittätigen – eine Männerdomäne. Von den 1,7 Millionen Unterbeschäftigten in Vollzeit sind knapp 1,3 Millionen männlich, während 1,4 Millionen der knapp 2,0 Millionen Unterbeschäftigten in Teilzeit weiblich sind. 

Überbeschäftigt Erwerbstätige sind überwiegend in einer Vollzeitbeschäftigung (848 000 von 929 000) und wollen ihre Wochenarbeitszeit um durchschnittlich 12,1 Stunden verringern. Erwerbstätige, die bereits eine Teilzeittätigkeit ausüben und dennoch überbeschäftigt sind, würden durchschnittlich eine um 7,8 Stunden reduzierte Wochenarbeitszeit bevorzugen.   

Arbeitskräfteerhebung 2011
Wunscharbeitszeiten von Unter- und Überbeschäftigten
15 bis 74-Jährige 1Deutschland
insgesamtMännerFrauen
Anzahl in 1 000Gewünschte Veränderung
der Wochenarbeitsstunden,
pro Kopf
Anzahl in 1 000Gewünschte Veränderung
der Wochenarbeitsstunden,
pro Kopf
Anzahl in 1 000Gewünschte Veränderung
der Wochenarbeitsstunden,
pro Kopf

1 Personen in Privathaushalten, ohne Grundwehr- und Zivildienstleistende.

2 Eine Teilzeittätigkeit umfasst hier eine normalerweise geleistete Wochenarbeitszeit von nicht mehr als 31 Stunden. Ab 32 Stunden geleisteter Arbeitszeit handelt es sich bereits um eine Vollzeittätigkeit.

Unterbeschäftigte3 69511,51 80610,81 88912,1
in Teilzeit 21 96215,554919,01 41414,1
in Vollzeit 21 7326,91 2577,24756,2
Überbeschäftigte929– 11,7516– 12,3412– 11,0
in Teilzeit 281– 7,812– 9,569– 7,5
in Vollzeit 2848– 12,1504– 12,3344– 11,7

Definitionen von Unterbeschäftigung und Überbeschäftigung:

Unterbeschäftigte sind Erwerbstätige, die den Wunsch nach zusätzlichen Arbeitsstunden haben und für diese auch zur Verfügung stehen. Dieser Wunsch wird in der Arbeitskräfteerhebung 2011 über die folgenden zwei Fragen ermittelt:

  • „Würden Sie gerne mit entsprechend höherem Verdienst Ihre normale Wochenarbeitszeit erhöhen?“
  • „Könnten Sie innerhalb der nächsten 2 Wochen beginnen, mehr Stunden als bisher zu arbeiten?“

Überbeschäftigte sind Erwerbstätige, die den Wunsch haben, ihre Arbeitsstunden zu reduzieren und dafür ein verringertes Einkommen hinnehmen. In der Arbeitskräfteerhebung 2011 lautet die zugehörige Frage:

  • „Würden Sie gerne mit entsprechend niedrigerem Verdienst Ihre normale Wochenarbeitszeit verringern?“

Weitere methodische Hinweise zur Arbeitskräfteerhebung sind auf den Fachbereichsseiten zum Arbeitsmarkt abrufbar. 

Weitere Auskünfte gibt:
Dr. Martina Rengers,
Telefon: +49 611 75 4271,
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