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Pressemitteilung Nr. 297 vom 05.09.2013: Un­ge­nutz­tes Ar­beits­kräf­te­po­ten­zial: 6,7 Mil­lio­nen Men­schen wol­len (mehr) Ar­beit

WIESBADEN – Im Jahr 2012 wünschten sich rund 6,7 Millionen Menschen im Alter von 15 bis 74 Jahren Arbeit oder mehr Arbeitsstunden. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf der Grundlage der Arbeitskräfteerhebung weiter mitteilt, setzt sich dieses ungenutzte Arbeitskräftepotenzial aus 2,3 Millionen Erwerbslosen, 1,1 Millionen Personen in Stiller Reserve und insgesamt 3,3 Millionen Unterbeschäftigten zusammen.

Während sich das gesamte ungenutzte Arbeitskräftepotenzial mit knapp 3,4 Millionen Männern im Vergleich zu 3,3 Millionen Frauen fast gleichmäßig zwischen den Geschlechtern aufteilt, gibt es bei den einzelnen Formen des ungenutzten Arbeitskräftepotenzials teilweise deutliche Unterschiede. Am stärksten ausgeprägt sind diese bei der Unterbeschäftigung, wenn zusätzlich nach Vollzeit und Teilzeit differenziert wird.

Unterbeschäftigte sind zwar erwerbstätig, haben aber den Wunsch nach zusätzlichen Arbeitsstunden und stehen für diese auch zur Verfügung. Unterbeschäftigung bei einer Vollzeittätigkeit mit mindestens 32 Wochenstunden ist – anders als die Unterbeschäftigung der Teilzeittätigen – eine Männerdomäne. Von den 1,5 Millionen Unterbeschäftigten in Vollzeit sind 72 % männlich. Bei den 1,8 Millionen Unterbeschäftigten in Teilzeit ist es genau umgekehrt: hier sind 72 % weiblich.

Den 3,3 Millionen Unterbeschäftigten steht eine deutlich kleinere Zahl Erwerbstätiger gegenüber, die weniger arbeiten wollten: Diese insgesamt 855 000 Personen haben den Wunsch ihre Arbeitsstunden zu reduzieren und sind bereit, dafür ein entsprechend verringertes Einkommen hinzunehmen. Anders als bei den Unterbeschäftigten zeigen sich bei ihnen nur geringe Unterschiede zwischen Männern und Frauen.

Personen in Stiller Reserve haben ebenso wie die Erwerbslosen überhaupt keine Arbeit, äußerten in der Befragung aber den generellen Wunsch nach Arbeit. Zur Stillen Reserve gehören Personen, die zwar Arbeit suchen, jedoch im Moment kurzfristig für eine Arbeitsaufnahme nicht zur Verfügung stehen. Ebenfalls zur Stillen Reserve zählen Personen, die keine Arbeit suchen, aber grundsätzlich gerne arbeiten würden und für diese Arbeit auch verfügbar sind. Im Jahr 2012 waren mehr Frauen (584 000) als Männer (486 000) in der Stillen Reserve. Der Anteil der Stillen Reserve an den Nichterwerbspersonen war bei den Frauen jedoch mit 4,8 % geringer als bei den Männern (5,6 %), da 12,1 Millionen weiblichen Nichterwerbspersonen nur knapp 8,7 Millionen männliche Nichterwerbspersonen gegenüberstanden.

Arbeitskräfteerhebung 2012
Erwerbstätige und ungenutztes Arbeitskräftepotenzial
15 bis 74-Jährige1DeutschlandFrüheres BundesgebietNeue Länder und Berlin
InsgesamtMännerFrauenZusammenMännerFrauenZusammenMännerFrauen

1Personen in Privathaushalten.

2Eine Teilzeittätigkeit umfasst hier eine normalerweise geleistete Wochenarbeitszeit von nicht mehr als 31 Stunden. Ab 32 Stunden geleisteter Arbeitszeit handelt es sich bereits um eine Vollzeittätigkeit.

3Erwerbspersonen sind die Summe aus Erwerbstätige und Erwerbslosen.

4Überbeschäftigte sind hier Erwerbstätige mit dem Wunsch nach Verringerung der Arbeitszeit.

5Nichterwerbspersonen sind die Summe aus Stiller Reserve und Sonstigen Nichterwerbspersonen.

6Anteil der Teilzeittätigen an allen Erwerbstätigen.

7Anteil der Erwerbslosen an den Erwerbspersonen (Erwerbstätige und Erwerbslose).

8Anteil der Unterbeschäftigten an den Erwerbstätigen.

9Anteil der Summe aus Erwerbslosen, Unterbeschäftigten und Personen in Stiller Reserve an der Gesamtheit aus Erwerbspersonen und Stiller Reserve.

in 1 000
Bevölkerung im Alter von 15 bis 74 Jahren63 01531 48331 53350 37025 11225 25812 6456 3716 274
Erwerbstätige39 95221 53518 41732 19217 41014 7817 7604 1243 636
Teilzeittätige210 5982 2098 3898 8561 7207 1361 7424891 253
Vollzeittätige229 35419 32610 02823 33615 6907 6456 0183 6352 383
Erwerbslose2 3161 2991 0171 543875668773424349
Erwerbspersonen342 26822 83419 43433 73518 28615 4498 5334 5483 985
Unterbeschäftigte3 3111 5861 7252 5221 2581 263789328461
Teilzeittätige21 8105061 3041 287342945523164359
Vollzeittätige21 5011 0814211 235916319266164102
Überbeschäftigte48554673887354103241215764
Teilzeittätige27412626812566//
Vollzeittätige27814543276663982681155659
Stille Reserve1 070486584799357442271129141
Suchend, aber kurzfristig nicht verfügbar5082492593801881921286167
Verfügbar, aber nicht suchend5622373254191692511426874
Sonstige Nichterwerbspersonen19 6788 16311 51415 8376 4709 3673 8411 6932 148
Nichterwerbspersonen520 7478 64912 09816 6366 8279 8094 1121 8232 289
Ungenutztes Arbeitskräftepotenzial insgesamt6 6973 3713 3254 8632 4902 3731 833881952
in %
Erwerbstätigenquote63,468,458,463,969,358,561,464,757,9
Teilzeitquote626,510,345,627,59,948,322,411,934,5
Erwerbslosenquote75,55,75,24,64,84,39,19,38,8
Unterbeschäftigtenquote88,37,49,47,87,28,510,28,012,7
Teilzeittätige217,122,915,514,519,913,230,033,528,7
Vollzeittätige25,15,64,25,35,84,24,44,54,3
Überbeschäftigtenquote42,12,22,12,32,42,21,61,41,8
Anteil der Stillen Reserve an den Nichterwerbspersonen5,25,64,84,85,24,56,67,16,2
Anteil ungenutztes Arbeitskräftepotenzial an der Bevölkerung10,610,710,59,79,99,414,513,815,2
Quote des ungenutzten Arbeitskräftepotenzials915,514,516,614,113,414,920,818,823,1

Weitere Auskünfte gibt:
Dr. Martina Rengers,
Telefon: +49 611 75 4271,
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