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Pressemitteilung Nr. 014 vom 14.01.2016: Deutsche Wirtschaft im Jahr 2015 weiter im Aufschwung

WIESBADEN – Die konjunkturelle Lage in Deutschland war im Jahr 2015 gekennzeichnet durch ein solides und stetiges Wirtschaftswachstum. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes im Jahresdurchschnitt 2015 um 1,7 % höher als im Vorjahr. Im vorangegangenen Jahr war das BIP in ähnlicher Größenordnung gewachsen (+ 1,6 %), 2013 lediglich um 0,3 %. Eine längerfristigere Betrachtung zeigt, dass das Wirtschaftswachstum im Jahr 2015 wieder über dem Durchschnittswert der letzten zehn Jahre von + 1,3 % lag.


Bruttoinlandsprodukt, preisbereinigt, verkettet
Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %:
20052006200720082009201020112012201320142015
0,73,73,31,1– 5,64,13,70,40,31,61,7

Kalenderbereinigt errechnet sich eine etwas niedrigere BIP-Wachstumsrate von + 1,5 %, da die Anzahl der verfügbaren Arbeitstage im Jahr 2015 höher war als im Vorjahr.

Bruttoinlandsprodukt, preis- und kalenderbereinigt, verkettet
Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %:
20052006200720082009201020112012201320142015
0,93,93,40,8– 5,63,93,70,60,41,61,5

Auf der Verwendungsseite des Bruttoinlandsprodukts war der Konsum im Jahr 2015 wichtigster Wachstumsmotor der deutschen Wirtschaft: Die privaten Konsumausgaben waren preisbereinigt um 1,9 %, die Konsumausgaben des Staates sogar um 2,8 % höher als im Jahr zuvor. Auch die Investitionen legten zu: Im Inland investierten Unternehmen und Staat zusammen 3,6 % mehr in Ausrüstungen – das sind vor allem Maschinen und Geräte sowie Fahrzeuge – als ein Jahr zuvor. Die preisbereinigten Bauinvestitionen erzielten ebenfalls ein leichtes Plus von 0,2 %. Der deutsche Außenhandel gewann im Jahr 2015 weiter an Dynamik: Die preisbereinigten Exporte von Waren und Dienstleistungen waren um 5,4 % höher als im Vorjahr. Die Importe legten in ähnlicher Größenordnung zu (+ 5,7 %), sodass der resultierende Außenbeitrag, also die Differenz zwischen Exporten und Importen, einen vergleichsweise geringen Beitrag zum BIP-Wachstum leistete (+ 0,2 Prozentpunkte).

Auf der Entstehungsseite des Bruttoinlandsprodukts trugen sowohl das Produzierende Gewerbe ohne Baugewerbe als auch die Dienstleistungsbereiche insgesamt zur wirtschaftlichen Belebung im Jahr 2015 bei. Das Produzierende Gewerbe, das ohne das Baugewerbe gut ein Viertel der gesamten Bruttowertschöpfung erwirtschaftet, konnte spürbar um 2,2 % zulegen. Daneben entwickelten sich auch die Dienstleistungsbereiche überwiegend positiv. Lediglich die Finanz- und Versicherungsdienstleister lagen 2015 preisbereinigt mit – 1,0 % im Minus. Daneben kam es im Baugewerbe im Jahr 2015 – trotz überwiegend milder Witterung in den Wintermonaten – zu einem leichten Rückgang der wirtschaftlichen Leistung von – 0,2 %, nachdem es im Vorjahr einen kräftigen Anstieg gegeben hatte. Insgesamt stieg die preisbereinigte Bruttowertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr um 1,6 %.

Die Wirtschaftsleistung in Deutschland wurde im Jahresdurchschnitt 2015 erstmals von mehr als 43 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Nach ersten vorläufigen Berechnungen waren im Jahr 2015 rund 329 000 Personen oder 0,8 % mehr erwerbstätig als ein Jahr zuvor. Damit setzte sich der seit zehn Jahren anhaltende Aufwärtstrend fort. Die Arbeitsproduktivität, gemessen als preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigenstunde, war 2015 um 0,5 % höher als im Vorjahr. Je Erwerbstätigen ist die Arbeitsproduktivität etwas stärker gestiegen (+ 0,9 %).

Die Staatshaushalte waren im Jahr 2015 weiter auf Konsolidierungskurs:
Der Staatssektor – dazu gehören Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen – beendete das Jahr nach vorläufigen Berechnungen mit einem Finanzierungsüberschuss in Höhe von 16,4 Milliarden Euro. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen errechnet sich für den Staat im Jahr 2015 eine Überschussquote von + 0,5 %. Damit kann der Staat den neuesten Berechnungen zufolge das zweite Jahr in Folge mit einem Überschuss abschließen.

Bruttoinlandsprodukt, Bruttonationaleinkommen und Volkseinkommen
 2012201320142015
Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %
In jeweiligen Preisen 
Private Konsumausgaben2,61,91,92,5
Konsumausgaben des Staates3,43,74,14,5
Bruttoanlageinvestitionen1,50,35,03,1
darunter:
Ausrüstungsinvestitionen– 1,8– 2,04,74,0
Bauinvestitionen3,31,65,21,9
I n l ä n d i s c h e   V e r w e n d u n g0,62,52,62,6
Exporte4,61,33,96,4
Importe1,81,32,14,0
B r u t t o i n l a n d s p r o d u k t   (BIP)1,92,43,43,8
Bruttonationaleinkommen1,82,23,53,7
Volkseinkommen1,22,23,84,1
Arbeitnehmerentgelt3,92,83,83,9
Unternehmens- und Vermögenseinkommen– 4,10,93,84,6
Verfügbares Einkommen der privaten Haushalte2,11,82,32,8
Preisbereinigt, verkettet 
Private Konsumausgaben1,00,60,91,9
Konsumausgaben des Staates1,30,81,72,8
Bruttoanlageinvestitionen– 0,4– 1,33,51,7
darunter:
Ausrüstungsinvestitionen– 2,6– 2,34,53,6
Bauinvestitionen0,5– 1,12,90,2
I n l ä n d i s c h e   V e r w e n d u n g– 1,00,81,31,6
Exporte2,81,64,05,4
Importe– 0,33,13,75,7
B r u t t o i n l a n d s p r o d u k t   (BIP)0,40,31,61,7
nachrichtlich: 
BIP je Erwerbstätigen– 0,8– 0,30,70,9
BIP je Erwerbstätigenstunde0,50,70,40,5
Bruttowertschöpfung insgesamt0,50,31,51,6
darunter:
Produzierendes Gewerbe ohne Bau0,50,41,62,2
Baugewerbe– 1,2– 1,22,6– 0,2
Wachstumsbeiträge zum preisbereinigten BIP in Prozentpunkten
Private Konsumausgaben0,50,40,51,0
Konsumausgaben des Staates0,20,20,30,5
Bruttoanlageinvestitionen– 0,1– 0,30,70,3
darunter:
Ausrüstungsinvestitionen– 0,2– 0,20,30,2
Bauinvestitionen0,1– 0,10,30,0
Vorratsveränderungen und Ähnliches– 1,60,6– 0,3– 0,4
Inländische Verwendung– 1,00,81,21,5
Außenbeitrag1,4– 0,50,40,2

Ausführlichere Informationen zu den Ergebnissen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen für das Jahr 2015 enthält das Statement von Präsident Dieter Sarreither zur heutigen Pressekonferenz sowie das zusätzliche Begleitmaterial „Bruttoinlandsprodukt 2015 für Deutschland“, das im Internet verfügbar ist.

Am 12. Februar 2016 wird das Statistische Bundesamt erste Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen für das vierte Quartal 2015 sowie die überarbeiteten Ergebnisse für das Jahr 2015 veröffentlichen (nur BIP). Detaillierte Ergebnisse folgen am 23. Februar 2016.

Die zuletzt im November 2015 veröffentlichten Ergebnisse für die Jahre 1991 bis 2014 wurden –  wie immer zum jetzigen Zeitpunkt – nicht überarbeitet.

Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen können auf den Internetseiten von Destatis abgerufen werden. In der Fachserie 18 „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen“, Reihe 1.1 „Erste Jahresergebnisse“ stehen tiefer gegliederte Ergebnisse zur Verfügung. Diese und weitere Veröffentlichungen sind unter Publikationen erhältlich. Ein ausführlicher Qualitätsbericht für die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen findet sich ebenfalls im Internet.

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