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Pressemitteilung Nr. 276 vom 11.08.2016: Erbschaftsteuer­einnahmen 2015 auf 6,3 Milliarden Euro gestiegen

WIESBADEN – Die kassenmäßigen Steuereinnahmen der Länder aus der Erbschaft- und Schenkungsteuer erhöhten sich im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr um 15,4 % auf 6,3 Milliarden Euro und stiegen damit auf einen neuen Höchststand. Von den Finanzverwaltungen der Länder wurde nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) für den gleichen Zeitraum Erbschaft- und Schenkungsteuer in Höhe von 5,5 Milliarden Euro (+ 1,1 %) erstmalig festgesetzt. Die Abweichungen zwischen dem kassenmäßigen Steueraufkommen und der festgesetzten Erbschaft- und Schenkungsteuer entstehen durch eine zeitliche Verzögerung zwischen Festsetzung der Steuer und deren Einnahme bei den Ländern. 

Die im Jahr 2015 veranlagten Vermögensübertragungen aufgrund von Erbschaften und Schenkungen beliefen sich auf 102,0 Milliarden Euro und fielen damit um 6,8 Milliarden Euro geringer aus als im Jahr 2014 (– 6,2 %). Nach Abzug aller Steuerbefreiungen verblieben 35,0 Milliarden Euro an steuerpflichtigen Vermögensübergängen. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr trotz des niedrigeren steuerlich erfassten geerbten und geschenkten Vermögens einem Zuwachs von 3,7 %. 

Zu diesem Ergebnis trug maßgeblich bei, dass die angerechneten Steuerbefreiungen nach § 13a Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz (ErbStG), die auf übertragenes Betriebsvermögen, land- und forstwirtschaftliches Vermögen und Anteile an Kapitalgesellschaften gewährt werden, um 9,2 Milliarden Euro (– 14,0 %) auf 56,8 Milliarden Euro gesunken sind. Ursache dafür waren geringere Übertragungen der begünstigten Vermögensarten. So wurde zum Beispiel im Jahr 2015 Betriebsvermögen in Höhe von 42,4 Milliarden Euro bei den erstmaligen Erbschaft- und Schenkungsteuerfestsetzungen berücksichtigt, 6,0 Milliarden Euro oder 12,4 % weniger als noch im Jahr 2014. 

Nachdem das Bundesverfassungsgericht im Dezember 2014 die Vorschriften des § 13a ErbStG teilweise für verfassungswidrig erklärt hatte, befinden sich die Neuregelungen derzeit im parlamentarischen Verfahren.

In der Erbschaft- und Schenkungsteuerstatistik werden nur Vermögensübertragungen erfasst, die zu einer Steuerfestsetzung (auch mit 0 Euro) geführt haben. Außerdem bleiben in den Ergebnissen der Erbschaft- und Schenkungsteuerstatistik Änderungen in den Steuerbescheiden infolge von zum Beispiel Einsprüchen unberücksichtigt.

Ergebnisse zur Erbschaft- und Schenkungsteuer 2015
Erbschaft- und Schenkungsteuer 2015Milliarden EuroVeränderungen zum Vorjahr
Milliarden Euroin %
Geerbtes und geschenktes Vermögen (vor Abzug von Steuerbefreiungen)102,0– 6,8– 6,2
und zwar:
Land- und forstwirtschaftliches Vermögen (brutto)1,0– 1,7– 63,0
Grundvermögen (brutto)17,61,59,2
Betriebsvermögen (brutto)42,4– 6,0– 12,4
Übriges Vermögen (brutto)42,40,81,9
davon:
Anteile an Kapitalgesellschaften13,6– 0,4– 3,0
Restliches übriges Vermögen28,91,24,3
Steuerbefreiungen nach § 13a ErbStG56,8– 9,2– 14,0
Steuerpflichtige Erwerbe35,01,23,7
Festgesetzte Steuer5,50,11,1
Erbschaftsteueraufkommen6,30,815,4

Detaillierte Ergebnisse und methodische Hinweise finden sich unter "Publikationen".

Weitere Auskünfte gibt:
Margrit Kaiser,
Telefon: +49 611 75 4109,
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Ergebnisse und weiterführende Informationen liegen im Themenbereich Weitere Steuern vor.


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