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Pressemitteilung Nr. 473 vom 23.12.2016: Wohnen 2014: mehr Wohnungen und weniger Leerstand als 2010

WIESBADEN – Im Jahr 2014 gab es in Deutschland 41,0 Millionen Wohnungen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf der Basis von Ergebnissen des Mikrozensus weiter mitteilt, waren das 570 000 Wohnungen oder 1,4 % mehr als 2010.  Rund 39,2 Millionen aller Wohnungen befanden sich in Wohngebäuden (95,5 %), 1,4 Millionen in sonstigen Gebäuden mit Wohnraum (3,4 %), 451 000 in Wohnheimen (1,1 %) und 8 000 in bewohnten Unterkünften (0,0 %). 

36,1 Millionen der Wohnungen in Wohngebäuden in Deutschland waren 2014 bewohnt und 3,1 Millionen unbewohnt. Das entspricht einer Leerstandquote von 7,9 %. Den größten Leerstand gab es in Sachsen (13,8 % aller Wohnungen), den niedrigsten in Hamburg (4,4 %). Die Leerstandquote in den neuen Ländern (einschließlich Berlin) lag mit 11,1 % weiterhin über dem Niveau im früheren Bundesgebiet mit 7,0 %. Seit 2010 hat sich die Leerstandquote in Deutschland insgesamt um 0,5 Prozentpunkte verringert. 

16,4 Millionen aller Wohnungen in Wohngebäuden wurden 2014 von ihren Eigentümern selbst bewohnt, das entspricht einem Anteil von 45,5 %. Der Anteil des selbstgenutzten Wohneigentums lag im früheren Bundesgebiet (ohne Berlin) mit 48,4 % über dem Durchschnitt der neuen Länder (34,4 %). Im regionalen Vergleich wies Berlin mit 14,2 % die niedrigste Eigentümerquote auf, im Saarland war der Anteil mit 62,6 % am höchsten. 

Gleichzeitig lebten 2014 in den von ihren Eigentümern selbst bewohnten Wohnungen 50,7 % der Bevölkerung in Deutschland. Eine Eigentümerwohnung hatte im Jahr 2014 im Schnitt 2,4 Bewohner, eine Mietwohnung nur 1,8. Der Anteil der in Wohneigentum lebenden Bevölkerung war im früheren Bundesgebiet (ohne Berlin) mit 53,3 % höher als in den neuen Ländern (40,0 %). Im regionalen Vergleich entfiel mit 17,7 % der niedrigste Anteil auf Berlin und 65,9 % der höchste auf das Saarland. 

Bei einer mittleren Wohnungsfläche von 92,9 m² standen jedem Einwohner in Deutschland durchschnittlich 44,5 m² Wohnraum zur Verfügung. Insgesamt waren die Wohnungen im früheren Bundesgebiet mit 96,4 m² weiterhin größer als in den neuen Ländern (79,9 m²). Deutschlandweit sind die Wohnungen in Rheinland-Pfalz mit 107,2 m² am größten und in Berlin mit 69,8 m² am kleinsten. Im Jahr 2010 hatte die mittlere Wohnungsfläche insgesamt 92,1 m² und je Einwohner 45,1 m² betragen. Somit ist in den letzten vier Jahren die durchschnittliche Größe einer Wohnung zwar gewachsen, die Wohnfläche je Person aber gleichzeitig zurückgegangen. 

Die monatliche Bruttokaltmiete für eine Mietwohnung in Deutschland betrug im Jahr 2014 im Durchschnitt 473 Euro. Im Jahr 2010 hatte sie im Mittel bei 441 Euro gelegen, 32 Euro beziehungsweise 7,3 % weniger als 2014. Im regionalen Vergleich stiegen die Bruttokaltmieten am stärksten in Bremen (+ 13,9 %). Im Saarland sanken die Werte dagegen um 1,7 %. Je Quadratmeter zahlten 2014 Mieter in Deutschland 6,72 Euro. Die Bruttokaltmiete je Quadratmeter  hatte 2010 im Schnitt bei 6,37 Euro gelegen, das waren 0,35 Euro beziehungsweise 5,5 % weniger als 2014. Im früheren Bundesgebiet lag die Bruttokaltmiete je Quadratmeter 2014 mit 6,84 Euro über dem Wert in den neuen Ländern (einschließlich Berlin) mit 6,35 Euro. Die warmen Nebenkosten bei Mietwohnungen beliefen sich im Jahr 2014 auf 1,33 Euro je Quadratmeter, die kalten Nebenkosten auf 1,14 Euro. 

Die Mietbelastungsquote, das heißt der Anteil der Bruttokaltmiete am verfügbaren Haushaltseinkommen, betrug im Jahr 2014 durchschnittlich 27,2 %, das waren 0,7 Prozentpunkte weniger als im Jahr 2010. Einige Haushalte waren jedoch zum Teil deutlich höher belastet, wie zum Beispiel Rentnerhaushalte (30,1 %) oder Haushalte von Alleinerziehenden (30,5 %). Jeder dritte Rentnerhaushalt gab 35 % seines Nettoeinkommens oder mehr für die Bruttokaltmiete aus. 

Die regenerativen Energien spielten bei der Beheizung 2014 nur eine untergeordnete Rolle: Nur 5,3 % aller Wohnungen wurden überwiegend mit regenerativen Energien beheizt – bei der Mehrheit kamen dagegen Fernwärme und konventionelle Energieträger wie Heizöl oder Erdgas zum Einsatz. Allerdings gewinnen regenerative Energien als zusätzlich eingesetzte Energiearten an Bedeutung. In den 18,1 % aller Wohnungen, in denen es 2014 mehr als eine Form der Beheizung gab, machten regenerative Energien 80,0 % aller zusätzlich verwendeten Energiearten aus.

Detaillierte Informationen bietet die Fachserie 5, Heft 1 - "Bestand und Struktur der Wohneinheiten - Mikrozensus-Zusatzerhebung 2014".

Weitere Auskünfte gibt:
Dr. Gunter Brückner,
Telefon: +49 (0) 611 / 75 43 65,
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