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Pressemitteilung Nr. 317 vom 12.09.2017: 2016: 52 % weniger wassergefährdende Stoffe bei Unfällen freigesetzt als 2015

WIESBADEN – Im Jahr 2016 wurden 2 721 Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen registriert, 121 mehr als 2015. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, traten dabei fast 7,5 Millionen Liter wassergefährdende Stoffe unkontrolliert in die Umwelt aus. Das waren 8,0 Millionen Liter oder knapp 52 % weniger als im Vorjahr. Im Jahr 2015 waren vier große Unfälle registriert worden, bei denen zusammen allein 8,4 Millionen Liter wassergefährdende Stoffe freigesetzt wurden. Dabei hatte es sich insbesondere um Jauche, Gülle und Silagesickersaft sowie vergleichbare in der Landwirtschaft anfallende Stoffe (JGS) gehandelt. 

Die Unfälle im Jahr 2016 ereigneten sich beim Transport sowie in Anlagen zum Lagern, Abfüllen und Umschlagen (LAU-Anlagen) oder zum Herstellen, Behandeln und Verwenden (HBV-Anlagen) und bei der innerbetrieblichen Beförderung von wassergefährdenden Stoffen. Von den insgesamt freigesetzten Schadstoffen konnten rund 3,7 Millionen Liter (49 %) nicht wiedergewonnen werden. Rund 3,8 Millionen Liter wurden zum Beispiel durch Umpumpen oder Umladen in andere Behälter zum Schutz der Umwelt zurückgewonnen. Bei der nicht wiedergewonnenen Menge handelte es sich zu 71 % (rund 2,6 Millionen Liter) um JGS, die nach der seit August 2017 geltenden Verordnung zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwsV) als „allgemein wassergefährdend“ eingestuft werden. Bei entsprechend großen freigesetzten Mengen oder besonderen örtlichen Verhältnissen können sie zu einer Gefahr für Gewässer und Boden werden. 

856 Unfälle gab es in Anlagen beim Umgang mit wassergefährdenden Stoffen. Hier traten 6,7 Millionen Liter aus. Fast die Hälfte der Menge (3,2 Millionen Liter) wurde bei Unfällen in Biogasanlagen freigesetzt. Knapp 56 % dieser betroffenen Anlagen unterliegen keiner wiederkehrenden Prüfpflicht. Die Hauptursache der Unfälle ist auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen. 

Beim Transport wassergefährdender Stoffe kam es zu 1 865 Unfällen. 95 % dieser Unfälle (1 770) ereigneten sich mit Straßenfahrzeugen. Insgesamt wurden beim Transport rund 723 000 Liter wassergefährdende Stoffe freigesetzt, darunter knapp 175 000 Liter JGS. Fast die Hälfte aller ausgetretenen Schadstoffe (352 000 Liter) konnte wiedergewonnen werden und stand einer anschließenden Nutzung zur Verfügung oder wurde einer geordneten Entsorgung zugeführt.

Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen
JahrUnfälle
insgesamt
Freigesetztes
Volumen
Nicht wieder-
gewonnenes Volumen
AnzahlAnteil am
freigesetzten
Volumen
in %
1 Jauche, Gülle, Silagesickersaft, Gärsubstrat sowie vergleichbare in der Landwirtschaft anfallende Stoffe.
20162 7217 453,53 664,149,2
darunter:
Unfälle mit JGS 11535 467,32 598,147,5
20152 60015 488,09 384,660,6
darunter:
Unfälle mit JGS 11169 751,65 735,858,8
20012 5145 025,92 571,451,2
darunter:
Unfälle mit JGS 1313 121,12 016,464,6
langjähriges Mittel 1997 bis 20162 55410 113,05 479,754,2
Unfälle beim Umgang in Anlagen
20168566 730,73 293,948,9
darunter:
Unfälle mit JGS 11305 292,02 513,847,5
201578614 878,59 102,361,2
darunter:
Unfälle mit JGS 1929 578,05 619,558,7
20011 0634 497,52 391,953,2
darunter:
Unfälle mit JGS 1263 114,22 013,564,7
langjähriges Mittel 1997 bis 20169599 143,85 017,054,9
Unfälle bei der Beförderung
20161 865722,6370,251,2
darunter:
Unfälle mit JGS 123175,384,348,1
20151 814609,4282,346,3
darunter:
Unfälle mit JGS 124173,6116,367,0
20011 451528,4179,534,0
darunter:
Unfälle mit JGS 156,92,941,3
langjähriges Mittel 1997 bis 20161 595969,2462,747,7

Weitere Auskünfte gibt:
Hannelore Scherff,
Telefon: +49 (0) 611 / 75 82 11,
Kontaktformular 

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Ergebnisse und weiterführende Informationen liegen im Themenbereich Wasserwirtschaft vor.


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