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Pressemitteilung Nr. 339 vom 28.09.2017: Ungenutztes Arbeitskräftepotenzial im Jahr 2016: 5,4 Millionen Menschen wollen (mehr) Arbeit

WIESBADEN – Im Jahr 2016 wünschten sich nach Ergebnissen der Arbeitskräfteerhebung rund 5,4 Millionen Menschen im Alter von 15 bis 74 Jahren Arbeit oder mehr Arbeitsstunden. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, sank ihre Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 255 000 Personen (– 4,5 %). 

Dieses ungenutzte Arbeitskräftepotenzial setzte sich aus knapp 1,8 Millionen Erwerbslosen, 1,0 Millionen Personen in Stiller Reserve und insgesamt 2,6 Millionen Unterbeschäftigten zusammen. Im Vorjahresvergleich sanken sowohl die Zahl der Erwerbslosen (– 176 000) als auch die Zahl der Unterbeschäftigten (– 103 000) deutlich, so dass es insgesamt zu einem Rückgang des ungenutzten Arbeitskräftepotenzials kam, obwohl die Stille Reserve leicht gestiegen ist (+ 23 000). 

Unterbeschäftigte sind Erwerbstätige, die den Wunsch nach zusätzlichen Arbeitsstunden haben und dafür auch zur Verfügung stehen. Im Jahr 2016 waren in Deutschland 6,4 % der Erwerbs­tätigen im Alter von 15 bis 74 Jahren nach eigenen Angaben unterbeschäftigt. 12,6 % der Teilzeitbeschäftigten und 4,0 % der Vollzeitbeschäftigten wünschten sich zusätzliche Arbeits­stunden. Zu berücksichtigen ist hierbei, dass Unterbeschäftigte in Vollzeit ihre Arbeitszeit meist nur um wenige Stunden erhöhen wollen. 

Den 2,6 Millionen Unterbeschäftigten standen knapp 1,2 Million Erwerbstätige gegenüber, die weniger arbeiten wollten. Diese so genannten Überbeschäftigten haben den Wunsch ihre Arbeitsstunden bei entsprechend verringertem Einkommen zu reduzieren. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Überbeschäftigten erneut erhöht: 2016 gab es einen Anstieg um 147 000 Personen, 2015 einen Anstieg um 98 000 Personen.

Personen in Stiller Reserve haben überhaupt keine Arbeit, gelten nach den Kriterien der Internationalen Arbeitsorganisation jedoch nicht als erwerbslos. Zur Stillen Reserve gehören Personen, die zwar Arbeit suchen, jedoch kurzfristig (innerhalb von zwei Wochen) für eine Arbeitsaufnahme nicht zur Verfügung stehen. Dazu zählen auch Personen, die aus verschiedenen Gründen aktuell keine Arbeit suchen, aber grundsätzlich gerne arbeiten würden und dafür auch verfügbar sind. Im Jahr 2016 gehörten 5,4 % der Nichterwerbspersonen im Alter von 15 bis 74 Jahren zur Stillen Reserve. Im Vorjahr hatte der vergleichbare Anteil bei 5,2 % gelegen. 

Sonstige Nichterwerbspersonen mit generellem Arbeitswunsch zeigen eine geringere Arbeitsmarktnähe als Personen der Stillen Reserve, da sie weder eine Arbeit suchen noch kurzfristig verfügbar sind. Sie werden nicht zum ungenutzten Arbeitskräftepotenzial der hier verwendeten international vereinbarten Definition gezählt, sollten aber allein aufgrund ihrer Größenordnung von knapp 1,3 Millionen Personen (6,8 % der Nichterwerbspersonen im Alter von 15 bis 74 Jahren) bei der Analyse nicht außer Acht gelassen werden.

Arbeitskräfteerhebung: Erwerbstätige und ungenutztes Arbeitskräftepotenzial1
15- bis 74-Jährige20162015Veränderung
InsgesamtMännerFrauenInsgesamtvon 2015 zu 2014
in 1 000in 1 000in %
1 15- bis 74-jährige Personen in Privathaushalten.
2 Die Angabe zur Teilzeittätigkeit bezieht sich auf die Selbsteinschätzung der Befragten.
3 Nichterwerbspersonen sind die Summe aus Stiller Reserve und Sonstigen Nichterwerbspersonen.
4 Das ungenutzte Arbeitskräftepotenzial ist die Summe aus Erwerbslosen, Unterbeschäftigten und Stiller Reserve.
5 Anteil der Erwerbstätigen an allen Personen im Alter von 15 bis 74 Jahren.
6 Anteil der Erwerbslosen an den Erwerbspersonen (Erwerbstätige und Erwerbslose).
7 Anteil der Unter- beziehungsweise Überbeschäftigten an den Erwerbstätigen.
8 Anteil der Summe aus Erwerbslosen, Unterbeschäftigten und Personen in Stiller Reserve an der Gesamtheit aus Erwerbstätigen, Erwerbslosen und Stiller Reserve.
Bevölkerung 162 06131 18130 88061 5445170,8
Erwerbstätige41 10721 95619 15140 0581 0492,6
Vollzeittätige 229 70119 57710 12428 9337682,7
Teilzeittätige 211 4062 3789 02811 1242822,5
Erwerbslose1 7741 0287461 950– 176– 9,0
Unterbeschäftigte2 6231 2741 3492 726– 103– 3,8
Vollzeittätige 21 1808733071 17370,6
Teilzeittätige 21 4434011 0421 553– 110– 7,1
Überbeschäftigte1 1606285321 01314714,5
Vollzeittätige 21 03060642390212814,2
Teilzeittätige 2130211091102018,2
Stille Reserve1 0325145181 009232,3
Suchend, aber kurzfristig nicht verfügbar494262232476183,8
Verfügbar, aber nicht suchend53925228653361,1
Sonstige Nichterwerbspersonen mit Arbeitswunsch1 2955397561 196998,3
Sonstige Nichterwerbspersonen ohne Arbeitswunsch16 8537 1459 70817 332– 479– 2,8
Nichterwerbspersonen 319 1808 19810 98219 537– 357– 1,8
Ungenutztes Arbeitskräftepotenzial insgesamt 45 4292 8152 6145 684– 255– 4,5
 

in %

in %-Punkten

in %

Erwerbstätigenquote 566,270,462,065,11,11,7
Teilzeitquote27,710,847,127,8– 0,1– 0,4
Erwerbslosenquote 64,14,53,84,6– 0,5– 10,9
Unterbeschäftigtenquote 76,45,87,06,8– 0,4– 5,9
Vollzeittätige4,04,53,04,1– 0,1– 2,4
Teilzeittätige12,616,911,514,0– 1,4– 10,0
Überbeschäftigtenquote 72,82,92,82,50,312,0
Anteil der Stillen Reserve an den Nichterwerbspersonen
5,4

6,3

4,7

5,2

0,2

3,8
Anteil sonstige Nichterwerbspersonen mit Arbeitswunsch an den Nichterwerbspersonen

6,8


6,6


6,9


6,1


0,7


11,5
Anteil ungenutztes Arbeitskräftepotenzial an der Bevölkerung

8,7


9,0


8,5


9,2


– 0,5


– 5,4
Quote des ungenutzten Arbeitskräftepotenzials 8
12,4

12,0

12,8

13,2

– 0,8

– 6,1

Weitere Auskünfte gibt:
Dr. Martina Rengers,
Telefon: +49 (0) 611 / 75 42 71,
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Ergebnisse und weiterführende Informationen liegen im Themenbereich Erwerbstätigkeit vor.


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