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Pressemitteilung Nr. 233 vom 27.06.2018: Überschuldete durchschnittlich mit dem 28-Fachen ihres Monatseinkommens belastet

WIESBADEN – Die durchschnittlichen Schulden einer überschuldeten Person, die im Jahr 2017 die Hilfe einer Beratungsstelle in Anspruch genommen hat, betrugen 30 170 Euro. Das war das 28-Fache des durchschnittlichen monatlichen Einkommens dieses Personenkreises (1 072 Euro). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt waren Schuldner in Rheinland-Pfalz durch ihre Schulden am stärksten belastet. Sie betrugen dort im Durchschnitt das 35-Fache des durchschnittlichen monatlichen Einkommens. 

Diese Relation – auch Überschuldungsintensität genannt – verdeutlicht in einer Zahl das Ausmaß der finanziellen Schwierigkeiten einer überschuldeten Person. Sie drückt aus, um welchen Faktor die durchschnittlichen Schulden größer sind als das durchschnittliche monatliche Einkommen. Als Interpretationshilfe dient die hypothetische Vorstellung, dass eine Person, könnte sie ihr gesamtes Einkommen für den Schuldendienst einsetzen, nach ebenso vielen Monaten wieder schuldenfrei wäre. 

Besonders hohe Werte der Überschuldungsintensität wiesen im Jahr 2017 neben Rheinland-Pfalz auch das Saarland (34) und Nordrhein-Westfalen (32) auf. Die niedrigsten Werte hatten Mecklenburg-Vorpommern mit 23, Bremen und Brandenburg (beide 24). Ausschlaggebend für die Höhe der Überschuldungsintensität war in den meisten Fällen nicht das Einkommen, das über die Bundesländer auf einem ähnlichen Niveau zwischen 925 Euro und 1 193 Euro lag. Die durchschnittlichen Schulden hingegen waren mit Werten zwischen 22 025 Euro und 37 518 Euro um einiges weiter gestreut. In Rheinland-Pfalz lagen die durchschnittlichen Schulden dann auch am höchsten, das durchschnittliche Monatseinkommen lag bei 1 073 Euro. In Mecklenburg-Vorpommern, dem Bundesland mit der niedrigsten Überschuldungsintensität, lagen die Schulden bei 22 025 Euro und das Einkommen bei 956 Euro.

Durchschnittliche Schulden und Einkommen sowie Überschuldungsintensität nach Bundesländern, 2017
Sortierung nach Überschuldungsintensität
BundeslandDurchschnittliche
Schulden
Durchschnittliches
Einkommen
Überschuldungs-
intensität
in Euro
1 Für Sachsen-Anhalt lagen nicht genügend Daten für eine Auswertung vor.
( ) Aussagewert eingeschränkt, da Zahlenwert statistisch relativ unsicher ist.
Rheinland-Pfalz37 5181 07335
Saarland33 7751 00134
Nordrhein-Westfalen36 0901 13332
Sachsen(30 636)1 004(31)
Thüringen31 3961 00231
Bayern32 4951 07730
Baden-Württemberg33 1101 19328
Hessen30 5151 10128
Berlin29 2191 07827
Niedersachsen28 4391 05027
Schleswig-Holstein29 3131 07427
Bremen23 12292525
Hamburg25 3811 04624
Brandenburg(23 406)994(24)
Mecklenburg-Vorpommern22 02595623
Sachsen-Anhalt 1
Deutschland30 1701 07228

 

Methodischer Hinweis:
Die Ergebnisse der Überschuldungsstatistik 2017 beruhen auf Angaben von 528 der insgesamt rund 1 400 Schuldnerberatungsstellen in Deutschland zu rund 127 000 beratenen Personen. Die Teilnahme an dieser Statistik ist sowohl für die Beratungsstellen als auch für die Ratsuchenden freiwillig. Die gemeldeten Daten sind repräsentativ für die Grundgesamtheit der insgesamt 561 000 durch Schuldnerberatungsstellen beratenen Personen im Jahr 2017. Für das Jahr 2017 stehen erstmals ausreichende belastbare Daten für einen Ländervergleich zur Verfügung. 

Weiterführende Informationen zur Überschuldungsstatistik, insbesondere zur Überschuldungsintensität, finden sich im Beitrag "Erstmals hochgerechnete Ergebnisse der Überschuldungsstatistik" der Zeitschrift Wirtschaft und Statistik (Ausgabe 2/2016) und in der Tabelle Überschuldungsstatisitk (63511) der Datenbank GENESIS-Online.

Weitere Auskünfte:
Überschuldungsstatistik,
Telefon: +49 (0) 611 / 75 26 89,
Kontaktformular

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Ergebnisse und weiterführende Informationen liegen im Themenbereich Vermögen, Schulden vor.


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