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Pressemitteilung Nr. 329 vom 05.09.2018: In den meisten Haushalten mit Migrationshintergrund wird überwiegend deutsch gesprochen

WIESBADEN – In den meisten Mehrpersonenhaushalten (56 %), in denen mindestens eine Person einen Migrationshintergrund hat, wurde 2017 überwiegend deutsch gesprochen. Eine Person hat dann einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis des Mikrozensus 2017 weiter mitteilt, war die am häufigsten gesprochene ausländische Sprache in diesen Haushalten türkisch (17 %), gefolgt von russisch (16 %), polnisch (9 %) und arabisch (7 %). 

Ob in einem Haushalt Deutsch oder eine ausländische Sprache gesprochen wird, hängt stark von der Zahl der Haushaltsmitglieder mit Migrationshintergrund ab. In rund 89 % der Haushalte, in denen nur ein Teil der Haushaltsmitglieder ausländische Wurzeln hatte, verständigte man sich überwiegend auf Deutsch. Hatten hingegen alle Haushaltsmitglieder ausländische Wurzeln, sank der Anteil auf 40 %. 

Weiterhin hängt die gesprochene Sprache im Haushalt stark von der Herkunft der Haushaltsmitglieder ab. Zum Beispiel wurde in rund 4 % der Haushalte, in denen alle Personen syrische Wurzeln hatten, überwiegend Deutsch gesprochen. Der jeweilige Anteil lag höher, wenn die Haushaltsmitglieder türkische (34 %) oder russische Wurzeln (50 %) hatten. In den meisten Haushalten, in denen alle Personen oder deren Eltern aus Kasachstan stammten, wurde dagegen überwiegend Deutsch gesprochen (62 %) – unter anderem weil Kasachstan eines der Hauptherkunftsländer der (Spät-)Aussiedler und Aussiedlerinnen ist. 

In Haushalten, in denen alle Personen nicht in Deutschland geboren, sondern zugewandert sind, ist zudem die Aufenthaltsdauer entscheidend: Je länger die Haushaltsmitglieder in Deutschland lebten, desto eher verständigten sie sich auch auf Deutsch. Lebten die Haushaltsmitglieder im Durchschnitt weniger als zwei Jahre in Deutschland, haben sie nur zu 8 % überwiegend deutsch miteinander gesprochen. Hielten sie sich hingegen seit mindestens zehn Jahren im Land auf, lag dieser Anteil bei 47 %. 

Methodische Hinweise:
Der Mikrozensus ist eine Stichprobenerhebung, bei der jährlich rund 1 % der Bevölkerung in Deutschland befragt wird. Um aus den erhobenen Daten Aussagen über die Gesamtbevölkerung treffen zu können, müssen die Daten hochgerechnet werden. 

Aufgrund einer Änderung des Mikrozensusgesetzes stehen ab dem Berichtsjahr 2017 nur für die Bevölkerung in Privathaushalten alle Merkmale des Fragebogens zur Verfügung. Daher kann der Migrationsstatus nur noch für die Bevölkerung in Privathaushalten ermittelt werden und nicht mehr für die Bevölkerung in Gemeinschaftsunterkünften.

Mehrpersonenhaushalte 2017 nach der im Haushalt gesprochenen Sprache
Migrationsstruktur der HaushaltsmitgliederAnzahldeutschausländischohne Angabe
in 1 000in %
Quelle: Mikrozensus 2017
mindestens eine Person im Haushalt hat Migrationshintergrund6 21856395
ein Teil der Personen im Haushalt hat einen Migrationshintergrund2 1118974
alle Personen im Haushalt haben einen Migrationshintergrund4 10740555
alle Personen im Haushalt sind zugewandert1 84030655
seit weniger als 2 Jahren in Deutschland5018876
zwischen 2 und unter 5 Jahren in Deutschland22017776
zwischen 5 und unter 10 Jahren in Deutschland31132625
seit mindestens 10 Jahren in Deutschland80847494

Weitere Auskünfte:
Ausländer- und Integrationsstatistiken,
Telefon: +49 (0) 611 / 75 46 91
Kontaktformular

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Ergebnisse und weiterführende Informationen liegen im Themenbereich Bevölkerung vor.


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