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Pressemitteilung Nr. 343 vom 13.09.2018: Verbraucherpreise August 2018: +2,0 % gegenüber August 2017

Preisanstiege bei Energie halten Inflationsrate bei zwei Prozent

Verbraucherpreisindex, August 2018

  • +2,0 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
  • +0,1 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, August 2018

  • +1,9 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
  • 0,0 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

VerbraucherpreisindizesBild vergrößern WIESBADEN – Die Verbraucherpreise in Deutschland lagen im August 2018 um 2,0 % höher als im August 2017. Damit erreichte die Inflationsrate – gemessen am Verbraucherpreisindex – den vierten Monat in Folge die Zwei-Prozent-Marke. Im Vergleich zum Vormonat Juli 2018 stieg der Verbraucherpreisindex im August 2018 um 0,1 %. Das Statistische Bundesamt (Destatis) bestätigt somit seine vorläufigen Gesamtergebnisse vom 30. August 2018

Maßgeblich beeinflusst wurde die Inflationsrate − wie in den Vormonaten − durch den Preisanstieg bei Energieprodukten. Die Preise für Energie lagen im August 2018 um 6,9 % höher als im August 2017 (Juli 2018: +6,6 %). Insbesondere waren leichtes Heizöl (+29,7 %) und Kraftstoffe (+12,4 %) teurer als ein Jahr zuvor. Den starken Preisanstiegen bei Mineralölprodukten standen vergleichsweise moderate Preisentwicklungen bei anderen Energieprodukten gegenüber (zum Beispiel Umlagen von Zentralheizung und Fernwärme: +2,0 %; Strom: +1,0 %; Gas: -1,5 %). Ohne Berücksichtigung der Preise für Energie hätte die Inflationsrate im August 2018 bei +1,5 % gelegen. 

Die Preise für Nahrungsmittel stiegen von August 2017 bis August 2018 um 2,5 %. Im Vergleich zur Energie erhöhte sich die Gesamtteuerung dadurch nur leicht. Die Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln im August 2018 gegenüber dem Vorjahresmonat betrafen alle Gütergruppen. Teurer als ein Jahr zuvor waren vor allem Obst (+4,7 %) sowie Molkereiprodukte und Eier (+4,0 %). Auch für Gemüse (+3,5 %) sowie für Speisefette und Speiseöle (+3,0 %) mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher binnen Jahresfrist deutlich mehr bezahlen. Ohne Berücksichtigung der Preise für Nahrungsmittel und Energie hätte die Inflationsrate im August 2018 bei +1,3 % gelegen. 

Gemessen an der Gesamtteuerung erhöhten sich die Preise für Waren insgesamt im August 2018 gegenüber dem Vorjahr mit +2,7 % überdurchschnittlich, maßgeblich bestimmt durch die Preisanstiege bei Energie (+6,9 %) und bei Nahrungsmitteln (+2,5 %). Auch andere Waren verteuerten sich binnen Jahresfrist deutlich, zum Beispiel Bier (+5,1 %), Zeitungen und Zeitschriften (+4,5 %) sowie Tabakwaren (+3,2 %). Günstiger für die Verbraucherinnen und Verbraucher wurden vor allem Geräte der Unterhaltungselektronik (-4,8 %). 

Im Vergleich zu den Preisen für Waren erhöhten sich im August 2018 die Preise für Dienstleistungen insgesamt mit +1,4 % gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich schwächer. Die Preisentwicklung für Dienstleistungen wirkte somit dämpfend auf die Inflationsrate. Bedeutsam für die Preiserhöhung bei Dienstleistungen waren die Nettokaltmieten (+1,6 %), da private Haushalte einen großen Teil ihrer Konsumausgaben dafür aufwenden. Etwas stärker verteuerten sich zum Beispiel Sport- und Erholungsdienstleistungen (+2,9 %) sowie Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+2,8 %). Günstiger waren hingegen Bildungsdienstleistungen des Elementar- und Primarbereichs (-13,0 %), insbesondere durch den Wegfall der Kinderbetreuungskosten in einigen Bundesländern. Nennenswerte Preisrückgänge gegenüber August 2017 gab es auch bei Flugtickets (-6,2 %). 

Veränderung im August 2018 gegenüber dem Vormonat Juli 2018

Im Vergleich zum Juli 2018 stieg der Verbraucherpreisindex im August 2018 nur leicht um 0,1 %. Die Preise für Energie insgesamt erhöhten sich binnen Monatsfrist um 0,7 %. Preisanstiege gab es hier sowohl bei leichtem Heizöl (+2,8 %) als auch bei Kraftstoffen (+1,2 %). Deutlicher waren die Preiserhöhungen bei Bekleidungsartikeln (+3,9 %), hier vor allem aufgrund der beginnenden Umstellung auf die Herbst-/Winterkollektion. 

Auffällig war hingegen wie im Jahresvergleich der Preisrückgang bei den Bildungsdienstleistungen des Elementar- und Primarbereichs (-18,2 %) gegenüber dem Vormonat. Deutliche Preisrückgänge binnen Monatsfrist gab es auch bei Pauschalreisen (-3,5 %). Etwas günstiger aus Verbrauchersicht entwickelten sich zudem die Preise für Nahrungsmittel insgesamt (-0,3 %). Hier verbilligten sich vor allem Gemüse (-1,9 %) sowie Speisefette und Speiseöle (-1,3 %).

 

Verbraucherpreisindex für Deutschland
Gesamtindex
________

Jahr / Monat
Index
2010 = 100
Veränderung
gegenüber
Vorjahres-
zeitraum
Veränderung
gegenüber
Vormonat
in %
JD = Jahresdurchschnitt
– = nichts vorhanden
2016 JD107,40,5
2017 JD109,31,8
2017August109,51,80,1
September109,61,80,1
Oktober109,61,60,0
November109,91,80,3
Dezember110,61,70,6
2018Januar109,81,6-0,7
Februar110,31,40,5
März110,71,60,4
April110,71,60,0
Mai111,22,20,5
Juni111,32,10,1
Juli111,62,00,3
August111,72,00,1
Verbraucherpreisindex für Deutschland August 2018
Gesamtindex / TeilindexGewichtungIndex
2010 = 100
Veränderung
gegenüber
Vorjahres-
zeitraum
Veränderung
gegenüber
Vormonat
in ‰in %
Gesamtindex1 000,00111,72,00,1
Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke102,71118,52,4-0,3
Nahrungsmittel90,52118,82,5-0,3
Fleisch und Fleischwaren20,76117,51,4-0,3
Obst8,76134,14,7-0,7
Gemüse11,26106,13,5-1,9
Alkoholische Getränke und Tabakwaren37,59123,83,30,1
Bekleidung und Schuhe44,93105,0-0,83,1
Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe317,29111,92,10,2
Nettokaltmiete209,93111,71,60,1
Haushaltsenergie68,19113,54,30,6
Strom26,21129,41,00,1
Gas14,46101,8-1,5-0,1
Leichtes Heizöl11,11106,229,72,8
Möbel, Leuchten, Geräte und anderes Haushaltszubehör49,78104,80,8-0,1
Gesundheitspflege44,44108,61,20,1
Verkehr134,73112,04,20,3
Kraftstoffe38,37105,712,41,2
Superbenzin28,38105,811,61,4
Dieselkraftstoff9,19106,415,50,8
Nachrichtenübermittlung30,1089,0-0,7-0,1
Freizeit, Unterhaltung und Kultur114,92112,91,6-0,8
Pauschalreisen26,83125,71,9-3,5
Bildungswesen8,8091,6-3,9-6,5
Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen44,67118,42,00,1
Andere Waren und Dienstleistungen70,04110,50,80,0
Gesamtindex 
ohne Nahrungsmittel und Energie802,92111,01,30,0
ohne Energie (Haushaltsenergie und Kraftstoffe)893,44111,81,50,0
ohne Heizöl und Kraftstoffe950,52112,01,40,0
Waren479,77111,12,70,5
Verbrauchsgüter307,89115,43,90,2
Energie106,56110,66,90,7
Dienstleistungen520,23112,21,4-0,3

Harmonisierter Verbraucherpreisindex für Deutschland


Harmonisierter VerbraucherpreisindexBild vergrößern Der für europäische Zwecke berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für Deutschland lag im August 2018 um 1,9 % über dem Stand von August 2017. Im Vergleich zum Juli 2018 blieb der HVPI im August 2018 unverändert. Die vorläufigen Ergebnisse für den HVPI vom 30. August 2018 wurden damit bestätigt.

Weitere Informationen zur Verbraucherpreisstatistik bietet die Fachserie 17, Reihe 7 "Verbraucherpreisindizes für Deutschland". Detaillierte Daten und lange Zeitreihen zur Verbraucherpreisstatistik können über die Tabellen Verbraucherpreisindex (61111-0004) und (61111-0006) sowie Harmonisierter Verbraucherpreisindex (61121-0002) und (61121-0004) in der Datenbank GENESIS-Online abgerufen werden.


Weitere Auskünfte:

Verbraucherpreisstatistik
Telefon: +49 (0) 611 / 75 47 77,
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