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Pressemitteilung Nr. 378 vom 04.10.2018: Energieverbrauch privater Haushalte für Wohnen 2017 erneut gestiegen

WIESBADEN – Die privaten Haushalte in Deutschland haben 2017 für Wohnen (ohne Kraftstoffe) rund 1,5 % mehr Energie verbraucht als 2016. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) nutzten sie temperaturbereinigt 679 Milliarden Kilowattstunden (kWh) für Raumwärme, Warmwasser, Beleuchtung oder Elektrogeräte. Mit diesem Zuwachs verfestigte sich der ansteigende Trend: Während der Energieverbrauch privater Haushalte zwischen 2000 und 2014 deutlich zurückgegangen war, hat er seither wieder stetig zugenommen.

Besonders stark erhöhte sich 2017 der Gasverbrauch (+5,7 % auf 281 Milliarden kWh). Die Nutzung von Mineralöl ist hingegen um 3,6 % gesunken. Erstmals gab es auch bei den erneuerbaren Energien einen leichten Rückgang um 1,3 %. Das ist vor allem auf die Entwicklung bei der Biomasse (hauptsächlich Holz und Pellets) zurückzuführen, die hierbei den größten Anteil ausmacht: Ihr Verbrauch ging um 3,5 % zurück. Die Nutzung von Geothermie/Umweltwärme und Solarthermie stieg hingegen weiterhin deutlich an (+7,1 %). 

Über einen längeren Zeitraum betrachtet werden vor allem erneuerbare Energien deutlich häufiger verbraucht: Seit 2010 nahm die Nutzung um 16,7 % zu. Sie macht mittlerweile 13 % des gesamten Haushalts-Energieverbrauchs aus. Auch der Fernwärme- (+14,3 %) und Gasverbrauch (+10,6 %) waren höher als 2010, während der Mineralöl- (-13,3 %) und Stromverbrauch (-7,6 %) zurückgegangen sind. 

Mit mehr als 70 % wird der größte Teil der Haushaltsenergie für Raumwärme genutzt. Seit 2010 ist der Heizenergieverbrauch um 2,1 % angestiegen. Der Energieverbrauch pro Quadratmeter Wohnfläche (Energieintensität) ist in diesem Zeitraum zwar gesunken. Dass der absolute Verbrauch dennoch anstieg, liegt in erster Linie daran, dass die Bevölkerung im Zeitraum von 2010 bis 2017 um 3 % gewachsen ist. Mit der Bevölkerungszahl steigt auch der Energieverbrauch. Zudem ist gleichzeitig der Anteil von Ein- und Zwei-Personen-Haushalten gestiegen, die im Vergleich zu Mehrpersonen-Haushalten einen höheren Energiebedarf pro Kopf haben. Diese Faktoren haben dazu geführt, dass der Heizenergie-Verbrauch trotz Effizienzsteigerungen zugenommen hat. Seit 2014 steigt allerdings auch die Energieintensität wieder an: Die Haushalte verbrauchen wieder mehr Heizenergie pro Quadratmeter Wohnfläche.

Energieverbrauch der privaten Haushalte für Wohnen (temperaturbereinigt) 1
Energieträger und Anwendungsbereiche201020152016201722017
zu
2016
2017
zu
2010
Milliarden KilowattstundenVeränderung in %

1 Eigene Berechnungen nach Angaben des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI), des RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen. Die Angaben aus der Energiebilanz wurden temperaturbereinigt, bei leichtem Heizöl wurden Lagerbestandsveränderungen herausgerechnet.
2 vorläufige Werte
3 Angaben zu den Haushalten ab 2011 auf Basis des Zensus 2011. Angaben nach 2011 mit denen der Vorjahre nicht vollständig vergleichbar.

n.v. = nicht verfügbar

Energieträger
Mineralöl140130126122-3,6-13,3
Gas2542552662815,710,6
Strom1401291281290,5-7,6
Fernwärme46495252-0,414,3
Kohle138660,8-51,9
Erneuerbare Energien76849089-1,316,7
davon:
Biomassen.v.667169-3,5n.v.
Umweltwärme und Solarenergien.v.1819207,1n.v.
Insgesamt6696566696791,51,5
Anwendungsbereiche
Raumwärme4694584724791,62,1
Warmwasser859393952,112,1
Kochen, Trocknen, Bügeln, 423838380,6-8,6
Haushaltsgeräte (inklusive Kommunikation)605656560,5-6,3
Beleuchtung131110100,5-20,6
Insgesamt6696566696791,51,5
nachrichtlich:
nicht temperaturbereinigt7326316526672,3-9,0
 KilowattstundenVeränderung in %
Energieverbrauch je Haushalt 316 59416 08816 32616 4330,7-1,0

Weitere Auskünfte:
Umweltökonomische Gesamtrechnungen,
Telefon: +49 (0) 611 / 75 27 84,
Kontaktformular

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Ergebnisse und weiterführende Informationen liegen im Themenbereich Umweltökonomische Gesamtrechnungen vor.


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