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Arbeitsmarkt

Beschäftigungsfelder von Männern und Frauen

Männer und Frauen arbeiten auch 2006 schwerpunktmäßig in unterschiedlichen Branchen

Destatis, 02. Januar 2008

Größere Ansicht des Diagramms 'Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte'Bild vergrößernSozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Vierteljährlich veröffentlicht das Statistische Bundesamt Zahlen zu den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (>Erläuterung). Die zugrundeliegende Statistik wird von der Bundesagentur für Arbeit erstellt. Am 31. März 2007 waren demnach in Deutschland insgesamt rund 26,6 Mill. Menschen entsprechend beschäftigt. Davon waren 14,55 Mill. Männer und 12,05 Mill. Frauen.

Differenzierung der Wirtschaftszweige

Um die Beschäftigung von Männern und Frauen in den Wirtschaftszweigen besser vergleichen zu können, wurden die 17 Abschnitte der Klassifikation zur leichteren Interpretierbarkeit zusammengefasst. Die Zusammenfassung orientiert sich an der Unterteilung der Wirtschaft in drei Sektoren. Die Hauptaufgabe des primären Sektors ist die Gewinnung von Rohstoffen, im Sekundären Sektor werden Stoffe und Güter zu höherwertigen Gütern verarbeitet und im tertiären Sektor steht die Erbringung von Dienstleistungen im Vordergrund. Der tertiäre Sektor wurde nicht so stark zusammengefasst, da dort mit zwei Dritteln die meisten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeiten.

Im primären Sektor (ohne Bergbau) arbeiten nur 1,4 % aller Männer und 0,7 % aller Frauen. Hier ist zu beachten, dass in diesem Sektor besonders viele Erwerbstätige nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, sondern selbständig oder als Familienangehörige mithelfen. Sie tauchen in den genannten Anteilen also nicht auf.

Traditionell: Männerdomäne Industrie

Beim produzierenden Gewerbe, das neben dem verarbeitenden Gewerbe auch den Bergbau, die Energie- und Wasserversorgung und das Baugewerbe umfasst, sind die Geschlechterunterschiede sehr deutlich. Nur 16,6 % aller Frauen arbeiteten Ende September letzten Jahres in einem dieser Wirtschaftzweige, aber fast die Hälfte (44,7 %) aller Männer.

Frauen im Dienstleistungssektor vorn

Dementsprechend hat der tertiäre Sektor mit 82,7 % der Beschäftigten für die Frauen die weitaus größte Bedeutung, während nur 53,9 % aller Männer in diesem Sektor beschäftigt sind.

Doch auch innerhalb des Dienstleistungssektors sind deutliche Unterschiede in den Anteilen von Männern und Frauen zu finden. Im Gesundheits- Veterinär- und Sozialwesen arbeiten 21,2% aller sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen, aber nur 4,3 % aller Männer. Mit 4,6 % ist der Anteil der Männer, die in der öffentlichen Verwaltung arbeiten, nur etwas mehr als halb so groß wie der Anteil der Frauen von 8,4 %. Sehr ähnlich sind die Anteile hingegen bei den Männern und Frauen, die in Handel, Gastgewerbe, Verkehr und Nachrichtenübermittlung arbeiten, mit 23,0 % bzw. 23,8 %. 24,7 % der Frauen und 19,1 % der Männer arbeiten in sonstigen Dienstleistungsunternehmen bzw. sind selbst Dienstleister. Diese Kategorie umfasst u. a. Dienste in Privathaushalten, das Grundstücks- und Wohnungswesen, Erziehung und Unterricht und sonstige Dienstleistungen für Unternehmen bzw. öffentliche bzw. persönliche Dienstleistungen. Letzterer Wirtschaftsabschnitt umfasst so unterschiedliche Tätigkeitsbereiche wie Abfallbeseitigung, Kinos oder Frisörsalons.

Fazit

Die sektorale Betrachtung der Beschäftigung von Männern und Frauen bestätigt also auch heute noch die traditionell erwartbare Verteilung von Männern und Frauen auf die Wirtschaftsbereiche. Allerdings darf diese Verteilung nicht mit der eigentlichen Tätigkeit einer bzw. eines Beschäftigten gleichgesetzt werden. So arbeiten Frauen im Produzierenden Gewerbe nicht notwendigerweise in der eigentlichen Produktion, sondern können auch in der kaufmännischen Abteilung eines Industriebetriebes beschäftigt sein.

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Autor:
Christian Wingerter - Statistisches Bundesamt

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