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Bevölkerung

Paare in Deutschland: Gleich und gleich gesellt sich gern

Destatis, 05. Oktober 2010

Wer heiratet wen? Wer lebt mit wem zusammen? Ein altes Sprichwort sagt zu diesem Thema: "Gleich und gleich gesellt sich gern." Die Ergebnisse des Mikrozensus zeigen, dass diese Volksmund-Weisheit tatsächlich zutrifft. Zumindest wenn man den Bildungsstand, den Altersunterschied zwischen beiden Partnern oder die Staatsangehörigkeit betrachtet.

Mehr als die Hälfte der Paare haben den gleichen Bildungsstand

Größere Ansicht des Diagramms Paare 2009 nach Bildungsstand der PartnerBild vergrößernPaare 2009 nach Bildungsstand der Partner

Die meisten Menschen wählen eine Partnerin oder einen Partner mit gleichem Bildungsniveau. So hatten 2009 bei mehr als der Hälfte (61%) der 21 Millionen Paare in Deutschland die Lebensgefährten einen gleichen oder ähnlichen Bildungsabschluss. Wenn das Bildungsniveau sich unterscheidet, dann verfügt meistens der Mann über einen höheren Abschluss. Das war bei immerhin fast einem Drittel (30%) der Fall. Die umgekehrte Situation - dass die Frau einen höheren Bildungsstand hatte - gab es lediglich bei etwa jedem zehnten Paar (9%).


Auch gleiches Alter wird bevorzugt

Beziehungen von älteren Männern und Frauen zu wesentlich jüngeren Partnerinnen oder Partnern werden von der Presse gerne aufgegriffen. Statistisch gesehen sind solche hohen Altersunterschiede jedoch nicht die Regel, sondern eher die Ausnahme. Denn lediglich 6% aller Paare trennte ein Altersunterschied von mehr als zehn Jahren. Fast die Hälfte (47%) hatte nur einen geringen Altersunterschied zwischen einem und drei Jahren. Genau gleich alt war immerhin jedes zehnte Paar.

Unabhängig von der Höhe des Altersunterschiedes stellt jedoch die traditionelle Altersverteilung - der Mann ist älter als die Frau - die häufigste Struktur dar. Bei rund drei Viertel (73%) war diese Konstellation vorherrschend; bei nur 17 % der Paare war es umgekehrt.

Betrachtet man verheiratete und nicht-verheiratete Paare getrennt voneinander hinsichtlich Bildungsstand und Alter in der Paarkonstellation, stellt sich diese Struktur noch einmal anders dar.

Tabelle: Bildungsstand von Paaren

Der Bund für’s Leben: traditionelle Paarkonstellationen

Größere Ansicht des Diagramms Ehepaare und nichteheliche Lebensgemeinschaften 2009 nach Bildungsstand der PartnerBild vergrößernPaare 2009 nach Bildungsstand der Partner

Insgesamt gab es 2009 in Deutschland rund 18 Millionen Ehepaare und gut 2,6 Millionen nichteheliche Lebensgemeinschaften. Bei rund jedem dritten (31%) Ehepaar hatte der Mann einen höheren Bildungsstand als seine Frau. Diese dem klassischen Rollenbild entsprechende Bildungskonstellation ist bei den Lebensgemeinschaften, die ohne Trauschein in einem Haushalt zusammenleben, deutlich seltener (22%).

Bei Ehepaaren hatte wiederum die Frau seltener einen höheren Bildungsabschluss (9%). Zwischen unverheirateten Partnern gab es diese Konstellation häufiger: Bei jedem siebten Paar (14%) war der Abschluss der Frau höher als der des Mannes.


In Beziehungen ohne Trauschein ist die Frau häufiger älter

Größere Ansicht des Diagramms Paare nach Altersunterschied 2009Bild vergrößernPaare nach Altersunterschied 2009

Auch hinsichtlich der Altersverteilung weichen nichteheliche Lebensgemeinschaften von gängigen Klischees ab: Zwar herrschte im Jahr 2009 auch bei unverheirateten Paaren überwiegend (68%) eine traditionelle Altersverteilung. Doch in fast jeder vierten Beziehung war die Frau älter als ihr Partner (23%). Der Rest (9%) war gleich alt.

Unter den Verheirateten war die klassische Verteilung der Alterskonstellation stärker ausgeprägt: Bei drei von vier Ehepaaren (74%) war der Mann älter als seine Frau. In jeder zehnten Ehe waren beide Partner gleich alt. In 16% der Ehen war die Frau älter.

"…und das ist auch gut so."

Manche Paare nehmen das Sprichwort "Gleich und gleich gesellt sich gern" auch wörtlich: 2009 gab es in Deutschland mehr als 63 000 gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften, davon rund 37 000 schwule und fast
27 000 lesbische Paare. Bezogen auf alle Paare in Deutschland ist der Anteil derer, die zusammen in einem Haushalt leben, allerdings gering (0,3%).

Aus dem Anteil gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften können jedoch keine Rückschlüsse auf den Anteil Homosexueller an der Gesamtbevölkerung gezogen werden.

Partnerschaften gleicher Nationalität: Wurzeln zum Herkunftsland verbinden

Ein Studium in Holland, Urlaub in den Tropen oder der Altersruhesitz am Mittelmeer — im Zuge zunehmender Globalisierung und Mobilität im privaten und geschäftlichen Umfeld der Menschen könnte man vermuten, dass auch Paarbeziehungen immer internationaler würden. Zwar steigt der Anteil von Paaren mit verschiedenen Staatsangehörigkeiten, dennoch wird bei der Partnerwahl immer noch wesentlich häufiger einem Partner mit gleichem Pass der Vorrang gegeben.

So überwogen unter den Paaren 2009 in Deutschland klar die deutsch-deutschen Verbindungen (87%). Dies waren jedoch rund drei Prozentpunkte weniger als 1996. Deutsch-ausländische Paare machten 7% (1996: 4%) und ausländische Paare 6% (1996: 6%) aus. Auch unter ausländischen Paaren besitzen meist beide Partner die gleiche Staatsangehörigkeit (92%).

Die Mischung macht’s: Paare unterschiedlicher Nationalitäten

Auch wenn häufiger Gemeinsamkeiten für eine Partnerschaft gewählt werden, sind es manchmal aber auch gerade die Unterschiede, die sich anziehen: Wenn deutsche Männer eine ausländische Partnerin wählten, dann kam sie am häufigsten aus Polen (11%), der Türkei (10%) oder der Russischen Föderation (8%).

Deutsche Frauen lebten vor allem mit Türken (17%), Italienern (13%) und Österreichern (6%) zusammen.


Autoren
Julia Weinmann und Stefan Rübenach - Statistisches Bundesamt

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