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Gesundheit

Familienzuwachs: Mutter und Kind wohlauf?

Destatis, 21. Oktober 2010

"Mutter und Kind wohlauf?", das ist oft die erste Frage von Familie und Freunden nach der Geburt eines Babys. Die Datenlage rund um die Gesundheit von Mutter und Kind in Deutschland ist umfassend und sie zeigt: Auch wenn das Gesundheitswesen eine intensive medizinische Betreuung vor, während und nach der Schwangerschaft anbietet – ein gesundes Kind ist zwar die Regel, aber keine Selbstverständlichkeit.

Hauptsache gesund! Rund 683 000-mal Maximilian, Sophie & Co

Größere Ansicht des Diagramms Lebendgeborene 2008 nach ausgewählten MerkmalenBild vergrößernLebendgeborene 2008

Bundesweit wurden im Jahr 2008 rund 350 000 Jungen und 333 000 Mädchen lebend geboren. Gut neun von zehn Kindern waren mit einem Geburtsgewicht von mindestens 2 500 Gramm nach Maßgabe der Weltgesundheitsorganisation (WHO) normalgewichtig, etwa drei von vier Neugeborenen waren mindestens 50 cm groß. Der Nachwuchs wurde von insgesamt rund 19 000 Hebammen und 16 000 Fachärztinnen oder -ärzten für Frauen- und Geburtsheilkunde medizinisch betreut. Statistisch gesehen sind die Aussichten für die kommende Generation so günstig wie nie zuvor: Laut Sterbetafel 2006/2008 liegt die durchschnittliche Lebenserwartung für neugeborene Jungen bei 77,2 und für neugeborene Mädchen bei 82,4 Jahren.

Die Schwangerschaft: Nicht immer frei von Komplikationen

Nicht immer verlaufen die neun Monate bis zur Geburt ohne Komplikationen: Wenn eine Fortsetzung der Schwangerschaft das Leben bzw. die körperliche oder seelische Gesundheit der Frau gefährdet, kann sie auf Grundlage einer medizinischen Indikation abgebrochen werden. Eine zeitliche Begrenzung hat der Gesetzgeber dafür nicht vorgesehen. Im Jahr 2008 gab es 2 989 medizinisch begründete Schwangerschaftsabbrüche, 31% weniger als zehn Jahre zuvor. Insgesamt wurden 2008 rund 114 500 Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen. Die medizinische Indikation hatte 1998 wie 2008 einen Anteil von rund 3% an der Gesamtzahl, die auch die kriminologische Indikation und die Abbrüche auf Grundlage der Beratungsregelung umfasst. Auch diese Gesamtzahl ist im Zehnjahresvergleich zurückgegangen, und zwar um 13%.

Es ist soweit: Die Geburt

Auf der Geburtsstation eines Krankenhauses entbanden im Jahr 2008 rund 663 000 Frauen. Damit lag der Anteil stationärer Entbindungen bei 98%. Durchschnittlich konnten die Frauen die Klinik nach 4,5 Tagen wieder verlassen. Seit 1998 sind die Krankenhausentbindungen dem allgemeinen Geburtenrückgang folgend um 14% zurückgegangen. Dabei stieg im gleichen Zeitraum der Anteil der Entbindungen per Kaiserschnitt von 20% auf 30%. Ein vergleichsweise geringer Teil der Kinder – 1,7% aller Lebendgeborenen – musste im Jahr 2008 noch im Geburtsmonat wegen angeborener Fehlbildungen, Deformitäten oder Chromosomenanomalien stationär behandelt werden. Bei 45% der betroffenen Kinder stand eine von drei Diagnosen im Vordergrund: Angeborene Deformitäten der Hüfte, der Herzscheidewände oder der Füße.

Der ganz private Babyboom: Zwillinge, Drillinge und mehr

Größere Ansicht des Diagramms Anteil der Geborenen 2008 nach GewichtBild vergrößernGeborene 2008 nach Gewicht

Im Jahr 2008 zählte die Geburtenstatistik rund 22 400 Mehrlingskinder. Damit wurde etwa jedes 30. Baby zusammen mit mindestens einem Geschwisterkind geboren: 21 640 Neugeborene kamen zu zweit, 741 zu dritt und 22 zu viert oder mit noch mehr Geschwistern zur Welt. Eine Mehrlingsgeburt ist mit besonderen Risiken behaftet. Bereits die Mehrlingsschwangerschaft gilt per Definition als Risikoschwangerschaft. Von den neugeborenen Mehrlingskindern unterschritten 55% der Jungen und 63% der Mädchen die Grenze der WHO zum Normalgewicht (2 500 Gramm). Bei beiden Geschlechtern zusammen lag dieser Anteil mit 59% fast zwölfmal so hoch wie bei Einzelgeborenen (5%). Auch das Risiko einer Totgeburt ist bei einer Mehrlingsschwangerschaft erhöht: Von 1 000 Mehrlingskindern wurden 2008 im Durchschnitt sechs tot geboren. Zum Vergleich: Bei Einzelgeborenen lag dieses Verhältnis bei 1 000 zu drei.

Tabelle: Ausgewählte Daten zur Mutter-Kind-Gesundheit

Tragisch, aber selten: Sterbefälle von Mutter oder Kind

Größere Ansicht des Diagramms Mutter-Kind-Gesundheit: Entwicklung ausgewählter IndikatorenBild vergrößernMutter-Kind-Gesundheit

Gerade wenn es um den Nachwuchs geht, sind Sterbefälle – von Müttern wie Kindern – für alle Beteiligten mit besonders viel Leid verbunden. Im Jahr 2008 starben 2 414 Kinder noch vor Vollendung des ersten Lebensjahrs. Erfreulich ist die Entwicklung: Seit 1998 ging die Zahl der Säuglingssterbefälle um etwa ein Drittel zurück, damals waren 3 666 Kinder betroffen. Immer seltener trat dabei auch eine der am meisten gefürchteten Todesursachen auf: Der plötzliche Kindstod. Hier stellte die Todesursachenstatistik seit 1998 einen Rückgang um 64% auf 215 Fälle im Jahr 2008 fest. Bei den Frauen waren Todesfälle im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt deutlich seltener als bei den Kindern: Im Jahr 2008 registrierte die Todesursachenstatistik den Tod von 36 Müttern.


Autorin: Manuela Nöthen - Statistisches Bundesamt

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