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Außenhandel

Online-Shopping liegt im Trend

Destatis, 18. Dezember 2009

Größere Ansicht des Diagramms Einkäufe über das Internet durch PrivatpersonenBild vergrößernEinkäufe über das Internet durch Privatpersonen

Für diejenigen, die dem Weihnachtstrubel in überfüllten Innenstädten aus dem Weg gehen wollen, ist Online-Shopping eine attraktive Alternative. Aber nicht nur vor Weihnachten erfreuen sich Internet-Käufe in Deutschland zunehmender Akzeptanz. Mehr als die Hälfte (55%) der rund 54 Millionen Internetnutzer ab zehn Jahren bestellten im ersten Quartal 2009 mindestens einmal Waren oder Dienstleistungen im Internet, 2002 lag der entsprechende Anteil bei lediglich einem Drittel. Insbesondere Personen im Alter zwischen 25 und 54 Jahren nutzen häufig das Internet als Einkaufsplattform. In dieser Altersgruppe hatten lediglich 15% der Internetnutzer noch nie Waren oder Dienstleistungen über das Internet bezogen. In der Vergleichsgruppe ab 55 Jahren waren es 35%.

Kleidung und Sportartikel werden besonders gerne online gekauft

Kleidung und Sportartikel erfreuen sich bei den Online-Käuferinnen und -Käufern großer Beliebtheit, denn 55% der Internetnutzer gaben an, im Jahr 2009 diese Artikel via Internet erworben zu haben (2008: 48%). Auch stark nachgefragt wurden private Gebrauchsgüter wie zum Beispiel Möbel und Spielzeug: Produkte aus dieser Warenkategorie wurden in den zwölf Monaten vor dem Befragungszeitraum von 48% der Internet-Einkäufer bestellt. Eine starke Präferenz entwickelten die Online-Shopper in den letzten Jahren gegenüber Tourismusdienstleistungen. Der Anteil der Personen, die im Internet Urlaubsunterkünfte (zum Beispiel Hotels) sowie Bahn-, Flug- oder Bustickets für Urlaubsreisen buchten, stieg im Jahr 2009 auf 35% beziehungsweise 36%. Der Anteil der Personen, die Karten für Veranstaltungen online orderten, lag bei 37%.

Bei anderen Produkten und Dienstleistungen konnte sich das Internet als Bezugsquelle nicht so stark durchsetzen. So gaben die Personen, die das Internet nutzen, bei Lebensmitteln (15%) und bei Aktien, Versicherungen und anderen Finanzdienstleistungen (12%) noch immer dem Geschäft beziehungsweise der Bankfiliale vor Ort den Vorzug.

Tabelle: Einkäufe und Bestellungen über das Internet

14% des Gesamtumsatzes in Deutschland über E-Commerce

Trotz steigender Online-Einkäufe der Verbraucher verkaufen immer noch relativ wenige Unternehmen über elektronische Plattformen. Ihre Zahl stagniert seit 2005 auf einem Niveau von circa 12%. Berücksichtigt man nur die Unternehmen mit Internetzugang, lag der Anteil im Jahr 2008 bei 15%. Die Unternehmen, die im Jahr 2008 tatsächlich Produkte oder Dienstleistungen über das Internet oder andere computergestützte Netzwerke veräußerten, erzielten auf diesem Wege rund 39% ihres Gesamtumsatzes (2005: 30%). Gemessen am Gesamtumsatz aller Unternehmen in Deutschland betrug der Anteil der über E-Commerce erzielten Umsätze im Jahr 2008 immerhin rund 14% (2005: 12%).

Sicherheit und Datenschutz: wichtige Themen beim elektronischen Handel

Größere Ansicht des Diagramms Unternehmen mit PC-Nutzung ohne Online-Verkäufe nach GründenBild vergrößernPC-Nutzung ohne Online-Verkäufe

Von den Computer nutzenden Unternehmen gaben 53% im Januar 2009 als Grund für die Zurückhaltung beim elektronischen Handel an, ihre jeweiligen Produkte oder Dienstleistungen seien nicht für den Online-Verkauf geeignet. 33% müssten dafür den Geschäftsablauf umstrukturieren und 32% der Unternehmen machten die Erfahrung, dass die Kunden diese Angebote nicht nutzen. Ferner wurden Sicherheitsbedenken, logistische Probleme oder Unsicherheiten bezüglich der rechtlichen Rahmenbedingungen als Begründung angeführt.

Insbesondere diese Gründe zeigen, dass Sicherheit und Datenschutz wichtige Themen beim elektronischen Handel sind. Gerade im Online-Bestellprozess, bei dem sensible Kundeninformationen wie Kreditkarten-Daten übermittelt werden, sollte der Schutz der Daten vor unerlaubtem Mitlesen, Kopieren oder Fälschen oberstes Gebot sein. Mit Hilfe von Verschlüsselungsprotokollen wie SSL (Secure Sockets Layer) oder TLS (Transport Layer Security) können Datenübertragungen im Internet gesichert werden. Dennoch gewährleisteten im Januar 2009 lediglich 31% der Unternehmen, die über ihre Website Produkte oder Dienstleistungen verkauften, ihren Kunden eine verschlüsselte Datenübertragung und damit einen optimal gesicherten Bestellprozess.

Sicherheits- und Datenschutzbedenken können auch viele potentielle Internetkunden abschrecken. In der IKT-Erhebung des Jahres 2009 gaben 32% der Internetnutzer als Grund für den Verzicht des Onlineeinkaufs Sicherheitsbedenken an, 27% der Internetnutzer zusätzlich Datenschutzbedenken. Die häufigsten genanten Gründe, um auf den Einkauf per Mausklick zu verzichten waren: "Kein Bedarf" (53%) und "Gehe lieber in ein Geschäft" (51%).

Innovative Bezahlsysteme könnten Akzeptanz des E-Commerce erhöhen

Die Erschließung neuer elektronischer Vertriebswege erfordert parallel die Entwicklung innovativer Bezahlsysteme, die mehrere Bezahlverfahren miteinander vereinen und den Kunden verschiedene Optionen zur Zahlung anbieten. Zum einen lehnen vor allem kleine Anbieter aus Angst vor Zahlungsausfall den Kauf auf Rechnung ab, zum anderen haben viele Kunden Bedenken, ihre Kreditkartendaten im Internet weiterzugeben.

Es ist daher erforderlich, neben den herkömmlichen Bezahlmodalitäten neue internetbasierte Bezahlsysteme zu entwickeln und anzubieten, die das Anforderungsprofil dieses neuen zusätzlichen Marktplatzes abdecken und die Akzeptanz des elektronischen Handels erhöhen.

58% der Unternehmen akzeptieren ausschließlich Offline-Bezahlung

Für das Berichtsjahr 2008 ermöglichten 36% der Unternehmen, die Verkäufe über eine Website realisierten, ihren Kunden eine Online-Bezahlung, die direkt in den Bestellvorgang eingebunden ist. So können die Kunden direkt per Kreditkarte, PayPal, e-cash oder Lastschrift bezahlen. Doch auch wenn beim E-Commerce der Handel online stattfindet, muss die Bezahlung nicht zwangsläufig auch online erfolgen. 58% der Unternehmen akzeptierten nur eine Offline-Bezahlung. Bei diesen Unternehmen kann die Rechnung ausschließlich per Nachnahme, Banküberweisung oder Scheckzahlung beglichen werden. Beide Bezahlarten parallel wurden von 29% der Unternehmen akzeptiert.


Autoren: Oliver Bauer und Sebastian Czajka - Statistisches Bundesamt

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