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Preise

Auto, Bus und Bahn – Mobilität hat ihren Preis

Destatis, 19. Februar 2010

Zur Bank geht es zu Fuß? Mit dem Bus zur Arbeit? Zum Einkauf mit dem Auto? Und Freunde besuchen mit dem Zug? Die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland wenden einen beträchtlichen Anteil ihres Ausgabenbudgets dafür auf, mobil zu sein. Im Jahr 2005, dem Basisjahr der Verbraucherpreisstatistik, machten die Konsumausgaben rund um Auto, Bus und Bahn etwa 13% der gesamten privaten Konsumausgaben aus. Die Preise für Autokauf, Benzin, Busticket, Bahnfahrkarte und viele weitere Positionen des Bereichs "Verkehr" lagen 2009 im Durchschnitt um 8,3% höher als im Jahr 2005. Der gesamte Verbraucherpreisindex, der alle privaten Konsumausgaben der Haushalte in Deutschland umfasst, ist im gleichen Zeitraum nur um 7,0% angestiegen.

Preisanstieg bei öffentlichen Verkehrsmitteln zuletzt höher als beim Auto

Größere Ansicht des Diagramms Preisentwicklung bei Kraftfahrzeugen im Schienen- und VerbundverkehrBild vergrößernKraftfahrzeuge, Schienen- und Verbundverkehr

Die Preise für Personenbeförderung im Schienenverkehr stiegen in den letzten fünf Jahren sogar um 17%. Hierbei ist eine stufenförmige Preisentwicklung zu beobachten. In der Regel finden jährliche Tarifanpassungen im Eisenbahnverkehr im Monat Dezember statt (im Jahr 2006 wurden die Preise jedoch erst zum Januar 2007, gemeinsam mit der Mehrwertsteuererhöhung angepasst). Die Preise für Fahrkarten im Verbundverkehr stiegen ebenfalls stark an und lagen im Jahr 2009 um 19% höher als 2005. Während bis Mitte 2008 noch parallele Entwicklungen bei Auto, Schiene und Verbundverkehr zu beobachten waren, ist seither eine Entkopplung der Preise rund um das Auto zu beobachten. Binnen weniger Monate sanken die Preise für das Autofahren deutlich. Dies lag am starken Rückgang der Kraftstoffpreise, die einen wesentlichen Anteil ausmachen. Seither ist wieder ein Anstieg zu beobachten.

Preise rund ums Auto

Die Preise an den Tankstellen schwanken stark. Im Jahr 2008 lagen die Kraft- und Schmierstoffpreise noch 17% höher als 2005, im darauffolgenden Jahr 2009 lagen die Preise nur noch 4,4% über dem Jahr 2005. Jedoch nicht nur der Sprit, Autofahren insgesamt wurde teurer: Der so genannte Kraftfahrer-Preisindex des Statistischen Bundesamtes enthält Preise für den Kauf von Kraftfahrzeugen, für deren Unterhalt, ihren Betrieb und andere Waren und Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Betrieb von Privatfahrzeugen. Der Kraftfahrer-Preisindex lag im Jahr 2009 um 7,6 % höher als im Jahr 2005.


Tabelle: Kraftfahrer-Preisindex


Der Kraftfahrer-Preisindex gibt an, wie sich die Preise rund ums Auto entwickelt haben. Unter der Annahme, dass sich die verbrauchten Mengen der einzelnen Positionen (z. B. Benzinverbrauch, Häufigkeit von Reparaturen, Umfang des Versicherungsschutzes) nicht ändern, kann er als Indikator für die Kosten der Pkw-Nutzung interpretiert werden. Kostenersparnisse, die sich zum Beispiel durch die Nutzung von verbrauchsärmeren Fahrzeugen ergeben können, sind im Kraftfahrer-Preisindex allerdings nicht berücksichtigt.

Preise für die Nutzung von Bus und Bahn

Die durchschnittlichen Ausgaben für den eigenen Pkw liegen in Deutschland fast zehnmal höher als die Ausgaben der privaten Haushalte für die Nutzung von Bus und Bahn. Für diesen Bereich haben Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland im Jahr 2005 nur 1,4% ihrer Konsumausgaben aufgewendet.


Tabelle: Schienenverkehr und kombinierte Personenbeförderungsdienstleistungen


Größere Ansicht des Diagramms Eisenbahnverkehr 2008Bild vergrößernEisenbahnverkehr 2008

Die Ausgaben für den Schienenverkehr machen bei den privaten Konsumausgaben nur 0,6% aus. Hierin sind Nah- und Fernverkehr enthalten, wobei die Zahl der beförderten Personen im Schienennahverkehr wesentlich höher liegt als im Fernbereich. Die durchschnittliche Zugfahrt geht im Nahbereich allerdings nur über 21 Kilometer, während im Schienenfernverkehr durchschnittlich 287 Kilometer zurückgelegt werden. In Personenkilometern betrachtet nimmt der Schienennahverkehr daher nur einen leicht größeren Anteil als der Schienenfernverkehr ein.

Preissteigerungen im Schienenfern- und Schienennahverkehr

Bei den Fernreisen per Bahn lagen die Preise im Jahr 2009 um 17% höher als 2005. Für die Preismessung im Schienenfernverkehr werden die wichtigsten Strecken innerhalb von Deutschland ausgewählt. Trotz der Öffnung des Marktes für private Anbieter im Jahr 1994 wird der Schienenfernverkehr überwiegend von der Deutschen Bahn AG bestritten; andere Anbieter erschließen sich den Markt erst sehr langsam und liegen noch unter der 1%-Marke. Daher werden für die Preiserhebung nur Produkte der Deutschen Bahn AG berücksichtigt, zum Beispiel Hin- und Rückfahrkarten der 1. und 2. Klasse, Gruppenreisen, verschiedene BahnCards, Platzreservierungen, Monatskarten, Stammkundenabonnements, Nachtzüge, Plan&Spar und weitere Sparpreise.

Im Schienennahverkehr können seit 1996 die Bundesländer Verkehrsverträge offen ausschreiben. Da die meisten Bahnunternehmen eine Tarifkooperation mit der Deutschen Bahn AG eingegangen sind, gehen hier hauptsächlich Produkte der Deutschen Bahn AG in die Preismessung ein, wie zum Beispiel Hin- und Rückfahrkarten für unterschiedliche Distanzen, Ländertickets, Schönes Wochenendticket. Hier lagen die Preise im Jahr 2009 um 17% höher als 2005.

Teurere Fahrkarten im Verbundverkehr

Im Bereich der öffentlichen Verkehrsmittel spielen die so genannten "kombinierten Beförderungsdienstleistungen" eine wichtige Rolle. Dabei handelt es sich um einheitliche Tarife für die Nutzung von unterschiedlichen Verkehrsmitteln in einer Region. Für die Preismessung im Bereich der kombinierten Personenbeförderungsdienstleistungen werden Verkehrsverbünde nach ihren Tarifen befragt. Es werden ausgewählte Entfernungen betrachtet und verschiedene Produkte berücksichtigt, zum Beispiel, Hin- und Rückfahrkarten, Monatskarten, Gruppenfahrkarten. Die Preise für eine einfache Fahrt zu gewöhnlichen Konditionen lagen 2009 um 22% über den Preisen im Jahr 2005. Bei den Ausbildungstarifen lagen die Preise 2009 um 16% höher als fünf Jahre zuvor und die Preise für die Monatskarte für Erwachsene lagen 2009 ebenfalls 16% über den Preisen von 2005.


Autoren:
Nadya Konrad und Hubert Kolb - Statistisches Bundesamt

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