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Umwelt

CO₂-Emissionen - Ursachen in Entstehung, Verbrauch und Verwendung

Destatis, 04. Dezember 2007

Wer verursacht die Treibhausgase und welchen Einfluss hat die Globalisierung auf die Nutzung von Umweltressourcen? Diese Fragen untersuchen die Umweltökonomischen Gesamtrechnungen durch eine enge Verknüpfung mit Ergebnissen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen mit physischen Angaben zum Energieverbrauch und zur Emission von Treibhausgasen.

Die Sichtweisen auf die Problematik des Treibhausgases CO₂ sind vielseitig. Grundsätzlich muss man jedoch festhalten, das Deutschland im Jahr 2004 700 Millionen Tonnen CO₂ in der Industrie emittiert hat. Gut die Hälfte davon fiel bei der Herstellung von Exportgütern an.

Die stetig wachsenden Exporte in Folge der Globalisierung fördern auf der einen Seite das Wirtschaftswachstum und die Beschäftigung in Deutschland, beeinflussen auf der anderen Seite aber zunehmend die Umwelt.

Bisher wurde im Zusammenhang mit der Berechnung von CO₂-Emissionen beziehungsweise Treibhausgasen im nationalen beziehungsweise internationalen Kontext ausschließlich von der Entstehungssicht, mit einer ausschließlichen Betrachtung der inländischen Emissionen ausgegangen. Die Verbrauchs- beziehungsweise Verwendungssicht führt dagegen zu anderen Ergebnissen. Hier werden die Emissionen bei der Herstellung der Importgüter der inländischen Volkswirtschaft zugerechnet, die Emissionen bei der Herstellung der Exportgüter dagegen der übrigen Welt. Bei Ländern mit einem hohen positiven Außenhandel – wie für Deutschland – sind die Emissionen aus Verbrauchssicht sehr viel geringer als aus Entstehungssicht. Bei Ländern mit einem hohen Außenhandelsdefizit – beispielsweise den United States of America (USA) – würden die Emissionen aus Verbrauchssicht dagegen sehr viel höher ausfallen als aus Entstehungssicht. Für die Beantwortung von globalen Fragen kann eine Bilanzierung von Kohlendioxid-Emissionen aus Verbrauchssicht die bisher gebräuchliche Entstehungssicht ergänzen.

Die Entwicklung der CO–Emissionen bei der Güterherstellung

Größere Ansicht des Diagramms CO2-Emissionen bei der GüterherstellungBild vergrößernCO2-Emissionen bei der Güterherstellung

Bei der Herstellung der Exportgüter wurden 2004 mit 441 Millionen Tonnen rund 104 Millionen Tonnen mehr an CO₂ ausgestoßen als zur Herstellung der gesamten Importe (2004: 337 Millionen Tonnen für Endnachfrage- und Vorleistungsgüter). 1995 lag der "Emissionssaldo" aus Exporten und Importen dagegen noch bei lediglich 24 Millionen Tonnen.

Die CO₂-Emissionen der Exportgüter sind zwischen 1995 und 2004 insgesamt von 334 Millionen Tonnen auf 441 Millionen Tonnen, das heißt um rund 32% angestiegen. Dabei ist der CO₂-Ausstoss im Inland bei der Herstellung dieser Güter von 240 Millionen Tonnen auf 298 Millionen Tonnen, das heißt um rund 24% angestiegen. Bereits knapp 43% der Emissionen der inländischen Produktionsbereiche gehen auf die Herstellung von Exportgütern zurück. 1995 waren dies erst gut 33%. Noch sehr viel stärker als der CO₂-Ausstoß im Inland bei der Exportgüterherstellung haben sich die Emissionen der dabei benötigten Vorleistungsimporte erhöht. Diese weisen einen Anstieg von über 50% (von 94 Millionen Tonnen auf 144 Millionen Tonnen) auf.

Auch der CO₂-Ausstoß bei der Herstellung der importierten Güter ist gestiegen, allerdings weniger stark als der der Exporte. Die Emissionen der Importe sind zwischen 1995 und 2004 um 28 Mill. Tonnen von 309 Millionen Tonnen (1995) auf 337 Millionen Tonnen (2004), das heißt um 9,0 % angewachsen. Dieser Anstieg ist insbesondere auf den Volumenzuwachs (Wachstumseffekt) der Importgüter zurückzuführen.

Aus Produktionssicht (Emissionen bei der gesamten inländischen Produktion von Gütern, ohne Emissionen der privaten Haushalte) wurden sowohl 1995 als auch 2004 mehr Emissionen verursacht als aus Verbrauchssicht. Der Überschuss aus Produktionssicht vergrößerte sich erheblich – von 24 Millionen Tonnen auf 104 Millionen Tonnen. Insgesamt haben sich die CO₂-Emissionen bei der Herstellung der Konsum-, Investitions- und Exportgüter (im In- und Ausland) leicht von 1028 Millionen Tonnen (1995) auf 1 037 Millionen Tonnen (2004) erhöht. Während die CO₂-Emissionen der Exporte um rund 100 Millionen Tonnen angestiegen sind, sind die Emissionen des Inlandsverbrauchs (Konsum- und Investitionsgüter) um rund 100 Millionen Tonnen gesunken.

Transport von Gütern

Nicht nur die Herstellung der importierten und exportierten Güter verursacht CO₂-Emissionen, sondern auch deren Transport nach Deutschland beziehungsweise in die Bestimmungsländer. Nach Berechnungen der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen entstanden im Jahr 2005 rund 61 Millionen Tonnen direkte CO₂-Emissionen außerhalb des Territoriums durch den Transport von Im- und Exportgütern. Sie lagen damit um 5 Millionen Tonnen über den inländischen Emissionen aus dem Güterverkehr. Die CO₂-Emissionen der Seeschifffahrt und der Luftfahrt im internationalen Güterverkehr werden in den nationalen CO₂-Bilanzen entsprechend Kyoto-Protokoll bisher nur partiell berücksichtigt.

Größere Ansicht des Diagramms CO2-Emissionen beim GütertransportBild vergrößernCO2-Emissionen beim Gütertransport

Rund 70% der CO₂-Emissionen, die durch den Transport der Außenhandelsgüter entstehen, sind dabei auf deutsche Importe zurückzuführen, 30% auf die deutschen Exporte (2005). Im Vergleich dazu lag der Wert der deutschen Exporte im Jahr 2005 mit 897 Milliarden Euro deutlich über dem der Importe (753 Milliarden Euro). Hier kommt zum Tragen, dass Güter mit geringem Verarbeitungsgrad (zum Beispiel Rohstoffe) meist in großen Mengen und über große Entfernungen importiert werden, während beim Export hochwertigere Güter in kleineren Mengen meist über geringere Entfernungen transportiert werden.

Passagierflugverkehr

Auch der internationale Passagierflugverkehr von und nach Deutschland trägt nicht unerheblich zu der Emission von Treibhausgasen bei. Bisher werden diese Emissionen im nationalen Emissionsinventar nur rudimentär erfasst.

Vorschaugrafik zum internationalen Flugverkehr von und nach DeutschlandBild vergrößernInternationaler Flugverkehr von und nach Deutschland

Der internationale Passagierflugverkehr von und nach Deutschland umfasst sämtliche Passagierflüge von und nach den 25 größten deutschen Flughäfen. Die Transportleistung stieg von 199 Milliarden Passagierkilometern (Pkm) in 1995 auf 319 Milliarden Pkm in 2005. Im Vergleich dazu sind die nationalen Passagierflüge, zahlenmäßig niedrig und weisen keinen vergleichbar steilen Anstieg auf. 2005 betrug die nationale Passagiertransportleistung 9,5 Milliarden Pkm und damit lediglich rund 3% der internationalen. Die CO₂-Emissionen im internationalen Flugverkehr von und nach Deutschland sind um 48% von 23,3 Millionen Tonnen (1995) auf 34,5 Millionen Tonnen (2005) stark angestiegen. Nach einem deutlichen Rückgang des Anstiegs der Passagierflugleistung in 2002, bedingt durch die Terroranschläge vom 11. September 2001, ist seit 2003 der Anstieg der Flüge und CO₂-Emissionen wieder vergleichbar mit der Entwicklung vor 2001. Bezogen auf CO₂-Emissionen sind die nationalen Passagierflüge wegen des durchschnittlich höheren Kerosinverbrauchs auf der Kurzstrecke von etwas größeres Bedeutung: 2005 betrugen die durch den nationalen Flugverkehr bedingte CO₂-Emissionen 1,3 Millionen Tonnen, das sind 3,8% der Emissionen der internationalen Flüge.


Ansprechpartnerin: Christine Flachmann - Statistisches Bundesamt


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