Exportnation Deutschland
Ergebnisse der Input-Output-Rechnung über die Verflechtung der deutschen Wirtschaft mit dem Ausland
Destatis, 12. Dezember 2007
Deutschland ist Exportweltmeister. Diese Überschrift war in den letzten Monaten oft in Zeitungen zu lesen. Aber wussten Sie schon, dass beispielsweise in 2005 nur sieben Warenarten bereits die Hälfte des deutschen Außenhandels bildeten?
Die Import- und Exportschlager
Allein Kraftfahrzeuge, Erzeugnisse des Maschinenbaus und chemische Erzeugnisse bestimmten in der Zeit von 1995 bis 2005 den deutschen Außenhandel bereits zu einem Drittel. Das geht aus Zahlen der Input-Output-Rechnung hervor, die den gesamten Außenhandel, das heißt die Summe aus Importen und Exporten, in 59 Waren- und Dienstleistungsarten gliedern.
Mit den oben genannten und zusätzlichen vier Warenarten – Eisen und Stahl, Nahrungsmittel, Elektrotechnik und Nachrichtentechnik – wurde rund die Hälfte des deutschen Außenhandels abgedeckt. Die wichtigsten Dienstleistungen im Außenhandel waren Unternehmensbezogene Dienstleistungen, Transportleistungen und die Datenverarbeitung. Sie blieben aber zusammen deutlich unter 10 Prozent am gesamten deutschen Außenhandel.
Exportabhängige Arbeitsplätze
Immer mehr Erwerbstätige in Deutschland arbeiten für Kunden im Ausland. Fast jeder vierte ist heute vom Export abhängig. Vor gut zehn Jahren war das noch rund jeder siebte.
Betrachten wir uns zum Beispiel den Hauptexportschlager Kraftfahrzeuge, so stellen wir fest, dass die meisten exportabhängigen Beschäftigten nicht etwa direkt bei der Kraftfahrzeugproduktion, sondern vielmehr indirekt in Dienstleistungsbereichen tätig sind. Zu nennen sind Transporttätigkeiten und Großhandelsleistungen sowie unternehmensnahe Dienstleistungen, wie Werbung und Unternehmensberatung. Betrachten wir das Zahlenwerk:
Von 1 372 000 kraftfahrzeugexportabhängigen Beschäftigten arbeiten 508 000 Menschen im Jahr 2005 im "eigenen Bereich", das bedeutet, die Erwerbstätigen waren unmittelbar bei der Produktion der Kraftfahrzeuge eingesetzt. Immerhin 274 000 Personen erstellten Waren, die als Vorleistungsgüter in die Kraftfahrzeugproduktion einflossen, wie beispielsweise Sitzbezüge, Lacke oder Energie. Bemerkenswert ist jedoch die bereits oben erwähnte hohe Zahl von 590 000 Erwerbstätigen, die in den Dienstleistungsbereichen für die Kraftfahrzeuge für den Export tätig waren.
Folgen der Energiepreiserhöhung
Die hohen Öl- und Benzinpreise sind ebenfalls in aller Munde. Betroffen sind insbesondere die Privaten Haushalte, die als Endverbraucher auf dem Markt auftreten und die steigenden Produktionskosten in den Endpreise tragen müssen.
Die Einfuhrpreisstatistik weist für Erdöl und Erdgas 2005 gegenüber 2004 eine 40-prozentige und für den Import von Mineralölerzeugnissen eine 36-prozentige Preissteigerung aus. Hätte es diese Importpreiserhöhung nicht gegeben, hätten im Jahr 2005 die Preise von Gütern, die die privaten Haushalte im Inland konsumierten um 0,8%, die wertmäßige Entwicklung des Staatskonsums um 0,3% und die Preise für die Bauinvestitionen um 0,5% niedriger gelegen.
Autor: Peter Bleses - Statistisches Bundesamt
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