Informations- und Kommunikationstechnologie:
Hohe Investitionen in moderne Technik
Destatis, 13. September 2012
Die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) steht seit etwa 20 Jahren im Blickpunkt wirtschaftlicher Betrachtungen. Um die Jahrtausendwende war die IKT in der öffentlichen Wahrnehmung der wichtigste Träger nicht nur des technischen, sondern auch des wirtschaftlichen Fortschritts in den Industrieländern. Das große Interesse an der IKT ist inzwischen etwas abgeebbt, nicht weil sie an Bedeutung verloren hätte, sondern eher weil sie so allgegenwärtig und selbstverständlich geworden ist.
Breites Güterspektrum
Zur Frage, was die IKT eigentlich ist, hat die OECD im Jahr 2008 Empfehlungen erarbeitet, welche Gütergruppen dazu gezählt werden sollten. Der Nachweis dieser Gütergruppen in der Aufkommenstabelle und der Verwendungstabelle der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) bietet einen Überblick der Produktion, der Importe sowie der Vorleistungen, des Konsums, der Investitionen und der Exporte der IKT, die hier in die Form einer Güterbilanz gefasst werden. Dabei werden die Gütergruppen der IKT vollständig, aber stark verdichtet dargestellt. Trotzdem kommt die erhebliche Breite des Güterspektrums immer noch zum Ausdruck. So zählt etwa auch die gesamte Unterhaltungselektronik zur IKT. In voller Untergliederung wird die IKT in der VGR durch 109 Gütergruppen beschrieben.
Tabelle: Güterbilanz der Inforamtions- und Kommunikationstechnologie (IKT) 2008 zu Herstellungspreisen
Importlastige IKT
Die inländische IKT-Produktion belief sich im Jahr 2008 auf 171,3 Milliarden Euro. Sie wurde mit einem Anteil von rund 83 % wesentlich von IKT-Dienstleistungen bestimmt. Bei den Importen war es fast genau umgekehrt: Nur 16 % der IKT-Importe waren Dienstleistungen. Die inländische IKT-Produktion belief sich im Jahr 2008 fast auf den doppelten Wert der IKT-Importe. Trotzdem war die IKT in Deutschland in gewisser Weise importlastig, denn es wurden für fast 21 Milliarden Euro mehr IKT-Güter importiert als exportiert. Die Exporte von IKT waren besonders hoch bei den sonstigen IKT-Waren. Dahinter verbergen sich vor allem elektronische Bauelemente.
Hohe Investitionen mit IKT
Die Darstellung der IKT im Rahmen der VGR ermöglicht, konsistente Bezuggrößen zu anderen gesamtwirtschaftlichen Daten zu berechnen. Der Anteil der IKT an der gesamten inländischen Produktion lag im Jahr 2008 bei 3,7%. Dagegen war der Anteil der IKT an den gesamten Importen mit 9 % relativ hoch. Mit 9,4 % etwa gleich hoch war der Anteil der IKT an den gesamten Bruttoanlageinvestitionen. Die gleichen IKT-Investitionen, jedoch bezogen auf die Bruttoanlageinvestitionen ohne die Bauinvestitionen, erreichten sogar einen Anteil von 17,4 %. Deutlich niedriger wiederum war der Anteil der IKT am gesamten Konsum mit 2,4 % Anteil. Allein auf die Konsumausgaben der privaten Haushalte bezogen betrug der Anteil der IKT 3,4 %.
IKT im Vergleich
Damit sind die Möglichkeiten dieses IKT- Satellitensystems der VGR noch nicht ausgeschöpft. So sind auch Vergleiche der IKT mit anderen Gütergruppen möglich. Die Güter etwa des Maschinenbaus, die als sehr wichtig für die deutsche Wirtschaft angesehen werden, haben einen Anteil von 4,7 % an der gesamten Produktion und liegen damit nur um einen Prozentpunkt höher als die IKT-Güter.
Anteil am Bruttoinlandsprodukt
Schließlich gestatten es Modellrechnungen, Schätzwerte weiterer Merkmale der VGR für die IKT zu bestimmen. An vorderster Stelle gehört dazu der Bezug zur bekanntesten Größe der VGR, dem Bruttoinlandsprodukt (BIP). So ergeben Berechnungen auf Grundlage der Input-Output-Tabellen für das Berichtsjahr 2008 einen Beitrag der IKT-Güter zum BIP von 2,8 %. Für diese Berechnungen wurden Güter der letzten Verwendung herangezogen, also Konsumausgaben, Bruttoanlageinvestitionen und Exporte.
Autor: Ulrich Greiner - Statistisches Bundesamt
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