Das Statistische Bundesamt führt jährlich in Zusammenarbeit mit dem Statistischen Amt der Europäischen Union (Eurostat) eine freiwillige Erhebung über die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in Unternehmen durch.
Wem nutzt eine Statistik über Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in Unternehmen?
Für Unternehmen ist die effektive Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) zu einem wichtigen strategischen Faktor geworden. Durch den Einsatz von IKT lässt sich die Produktivität des Unternehmens steigern und so die Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Informationstechnologien erleichtern den Zugang zu Daten, beschleunigen Geschäftsprozesse und eröffnen den Unternehmen neue, globale Beschaffungs- und Absatzwege.
Die vom Statistischen Bundesamt, in Zusammenarbeit mit Eurostat durchgeführte IKT-Erhebung liefert einen Überblick über die Ausstattung von deutschen Unternehmen mit modernen Informations- und Kommunikationstechnologien. Neben Informationen über die Nutzung des Internets bilden die verschiedenen Nutzungsaspekte von Informations- und Kommunikationstechnologien, wie etwa E-Commerce, mobile Internetverbindung, Social Media, Websites, elektronischer Informationsaustausch, IT-Sicherheit, Cloud Computing oder künstliche Intelligenz, einen zentralen Bestandteil der Studie. Die genannten Module sind teils jährlich, teils alle zwei Jahre, Bestandteil der Erhebung. Zudem wird der Merkmalskatalog jährlich angepasst, um neue Technologien zeitnah darstellen zu können und sich schnell an den Bedarf ihrer Nutzerinnen und Nutzer anpassen zu können. Die Erhebung bezieht Unternehmen nahezu aller Wirtschaftsbereiche ein.
Um auf europäischer Ebene Vergleiche zwischen den einzelnen Ländern zu ermöglichen, führen alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union methodisch harmonisierte Erhebungen zur Nutzung von IKT in Unternehmen durch.
Für die Europäische Kommission bilden diese Daten eine wichtige Basis, um bedarfsgerechte wirtschaftspolitische Maßnahmen zur Förderung des Einsatzes von IKT in Europa einzuleiten und deren Wirkung zu überprüfen. Weitere Nutzende der Statistik sind nationale staatliche Stellen, Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsverbände. Außerdem kann das einzelne Unternehmen seine IKT-Nutzungsintensität mit der seiner Branche und anderer Wirtschaftsbereiche vergleichen.
Ihre Daten sind sicher
Die erhobenen Einzelangaben werden nach § 16 Bundesstatistikgesetz (BStatG) grundsätzlich geheim gehalten.
Unternehmen werden entlastet
Die Erhebung zur Nutzung von IKT in Unternehmen wird gemäß Informationsgesellschaftsstatistikgesetz (InfoGesStatG) jährlich bei 20 000 Unternehmen durchgeführt. Dabei wird unter Berücksichtigung methodischer Aspekte versucht, insbesondere bei kleinen und mittelständischen Unternehmen jedes Jahr andere Unternehmen zu befragen.
Darüber hinaus steht den Auskunftgebenden das moderne Online-Meldeverfahren IDEV zur Verfügung. Damit können Unternehmen ihre Angaben auf effiziente Weise über das Internet an die amtliche Statistik übermitteln.
Wie läuft die Erhebung 2026 ab?
Im Zeitraum vom März 2026 bis Mai 2026 versenden wir die Anschreiben zur Teilnahme an der IKT Erhebung. Wenn Ihr Unternehmen ein solches Anschreiben erhalten hat, finden Sie in diesem die persönlichen Zugangsdaten zur Online-Meldung über IDEV.
Wir bitten Sie, den Fragebogen bis zu dem im Anschreiben genannten Datum online auszufüllen. Die Teilnahme an der Erhebung ist freiwillig, aber für die Erstellung qualitativ hochwertiger statistischer Ergebnisse sehr wichtig. Wir danken allen Unternehmen, die mit ihrer Teilnahme zum Erfolg der Erhebung beitragen!
Die Befragung findet ausschließlich online statt. Es wird keine telefonische Erhebung durchgeführt.
In diesem Jahr stellen wir Fragen zu den Themen Zugang zum und Nutzung des Internets, E-Commerce, Datennutzung und -analyse, Cloud Computing IT-Fachkräfte und IT-Kenntnisse sowie IT-Sicherheit. Außerdem ist das hochaktuelle Thema der Nutzung von künstlicher Intelligenz erneut Teil der Umfrage.
Die Veröffentlichung der Ergebnisse ist für November/Dezember 2026 vorgesehen.
Aktuelle Ergebnisse der Erhebung 2025
Die Erhebung zur Nutzung von IKT in Unternehmen 2025 wurde mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union durchgeführt.
Wie verbreitet ist die Nutzung von künstlicher Intelligenz?
Etwas mehr als ein Viertel der Unternehmen (26 %) in Deutschland nutzte 2025 künstliche Intelligenz (KI). Große Unternehmen ab 250 Beschäftigten nutzten zu mehr als der Hälfte (57 %) und damit weitaus häufiger KI-Technologien als kleine und mittlere Unternehmen. Nahezu ein Viertel der Unternehmen (23 %) mit 10 bis 49 Beschäftigten und mehr als jedes Dritte mittlere Unternehmen (36 %) mit 50 bis 249 Beschäftigten nutzten Technologien der Künstlichen Intelligenz.
Von den Unternehmen, die bisher keine KI-Technologien nutzten, hatte jedes Fünfte (20 %) deren Einsatz bereits in Betracht gezogen. Nach den Gründen für den Nichtgebrauch gefragt, nannten diese: Fehlendes Wissen (72 %), Unklarheit über die rechtlichen Folgen (62 %), Bedenken hinsichtlich der Wahrung des Datenschutzes und der Privatsphäre (60 %), Inkompatibilität mit vorhandenem Bestand an Geräten, Software und Systemen (45 %), Schwierigkeiten mit der Verfügbarkeit oder Qualität der Daten (44 %), die Kosten (32 %) und ethischen Überlegungen (23 %). Von diesen Unternehmen schätzen 18 % den Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei sich als nicht sinnvoll ein.
Jedes zweite Unternehmen nutzt kostenpflichtige Cloud-Services
Etwas mehr als die Hälfte (54 %) der Unternehmen in Deutschland mit mindestens 10 Beschäftigten nutzten im Jahr 2025 kostenpflichtige IT-Dienste über Cloud Computing (sogenannte Cloud-Services) über das Internet. Großunternehmen ab 250 Beschäftigten verwenden deutlich häufiger Cloud-Services als mittlere und kleine Unternehmen. So nutzen 86 % der Großunternehmen Cloud-Services, aber nur 65 % der mittleren Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten und 51 % der kleinen Unternehmen mit 10 bis 49 Beschäftigten.
Die Bedeutung von Cloud-Services variiert in den verschiedenen Wirtschaftsbereichen. Besonders häufig eingesetzt werden sie im Bereich Information und Kommunikation. Hier nutzen 88 % der Unternehmen Cloud-Services. Vergleichsweise selten kommen Cloud-Serices im Gastgewerbe (45 %) und im Bereich Verkehr und Lagerei (43 %) zum Einsatz.
Unternehmen, die Cloud-Services verwenden, nutzen diese am häufigsten für E-Mails (76 %), zur Speicherung von Daten (71 %) und für Office-Anwendungen wie Textverarbeitungsprogramme oder Tabellenkalkulation (68 %). Vergleichsweise selten werden Softwareanwendungen wie ERP (Enterprise Resource Planning) und CRM (Customer Relationship Management) als Cloud-Services genutzt (jeweils 23 % der Unternehmen).
67 % der Unternehmen mit schnellem Internet
Rund 95 % der Unternehmen in Deutschland nutzten 2025 eine ortsfeste Internetverbindung. Über eine vertraglich vereinbarte Datenübertragungsrate von mindesten 100 Mbit/s verfügten 67 % dieser Unternehmen. Eine schnelle und effektive Internetverbindung ist für die Wirtschaft eine wichtige Voraussetzung für die Nutzung moderner digitaler Anwendungen und Dienstleistungen und bietet dadurch Wettbewerbsvorteile.