27. Februar 2026 - Der Angriff Russlands auf die Ukraine und die damit verbundenen Sanktionen haben starke Auswirkungen auf die Bevölkerungszahlen. In diesem Artikel stellen wir entsprechende Daten und Informationen zu Verfügung.
Starker Zuwachs an ukrainischen Staatsbürgern seit Ende Februar 2022
Seit Kriegsbeginn ist die Zahl der Ukrainerinnen und Ukrainer in Deutschland sprunghaft angestiegen. Zum 30. November 2025 lebten mit 1 158 000 Personen mehr als sieben Mal so viele ukrainische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger in Deutschland wie Ende Februar 2022. Die Zunahme war im Jahr 2022 (rund +730 000) besonders stark und ging in den Jahren 2023 und 2024 auf jeweils circa +110 000 zurück. Seit Anfang 2025 wächst die ukrainische Bevölkerung in Deutschland langsamer.
In Folge des Krieges leben deutlich mehr Ukrainerinnen und Ukrainer als Russinnen und Russen in Deutschland. Nach Kriegsausbruch hat die Zahl der in Deutschland lebenden russischen Bevölkerung zwar zugenommen, jedoch nicht sehr stark: von circa 235 000 Ende Februar 2022 auf 272 400 Ende 2023. Diese Zahl ist im Jahr 2024 auf 266 000 zurückgegangen: Zum einen nahm die Zuwanderung ab, zum anderen stieg die Zahl der Einbürgerungen russischer Staatsangehöriger infolge des Inkrafttretens des Gesetzes zur Modernisierung des Staatsangehörigkeitsrechts sprunghaft von rund 2000 im Jahr 2023 auf knapp 13 000 im Jahr 2024. Eingebürgerte Personen werden in den Bevölkerungszahlen als Deutsche gezählt.
Nach Beginn des Krieges hat sich nicht nur das Geschlechterverhältnis der ukrainischen Bevölkerung in Deutschland deutlich verändert, sondern auch die Altersstruktur. Bei den seit Ende Februar 2022 neu in Deutschland gemeldeten Ukrainerinnen und Ukrainern sind Kinder überproportional häufig vertreten.
Ukrainische und russische Bevölkerung in Deutschland auf Kreisebene
Rund 1 085 000 ukrainische Staatsangehörige lebten Ende 2024 nach Ergebnissen der Bevölkerungsfortschreibung in Deutschland. Das waren 8,8 % der ausländischen Bevölkerung und zugleich die zweitgrößte Gruppe nach türkischen Staatsangehörigen. Die rund 266 000 hierzulande lebenden Russinnen und Russen waren mit 2,1 % die zwölftgrößte Gruppe unter der ausländischen Bevölkerung.
Wie sich beide Bevölkerungsgruppen auf Kreisebene verteilten, zeigt unsere interaktive Karte:
Nettozuwanderung von über 3 000 Personen im Februar 2026
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine am 24. Februar 2022 haben viele Menschen die Ukraine verlassen. In Deutschland wurden im Februar 2026 nach vorläufigen Ergebnissen einer Sonderauswertung aus der Wanderungsstatistik 10 000 Zuzüge aus der Ukraine registriert. Im Vormonat Januar 2026 waren es 11 000 Zuzüge, im Vorjahresmonat Februar 2025 12 000. Zwei Jahre zuvor, im Februar 2024, hatte es 18 000 Zuzüge aus der Ukraine nach Deutschland gegeben. 50 % der Zugezogenen aus der Ukraine im Februar 2026 waren weiblich (5 000 Zuzüge).
Es wurden des Weiteren im Rahmen der Sonderauswertung 7 000 Fortzüge aus Deutschland in die Ukraine für Februar 2026 registriert. Im Vormonat Januar 2026 waren es mehr als 6 000 Fortzüge, im Vorjahresmonat Februar 2025 7 000 Fortzüge und im Februar 2024 8 000 Fortzüge. Bei den Fortzügen lag der Anteil weiblicher Personen im Februar 2026 bei 54 % (4 000 Fortzüge).
Insgesamt ergibt sich für Februar 2026 damit eine Nettozuwanderung aus der Ukraine von +3 000 Personen. Im Vormonat Januar 2026 lag die Nettozuwanderung bei +5 000, im Vorjahresmonat Februar 2025 bei +5 000 und im Februar 2024 bei +9 000.
20 % der Zugezogenen aus der Ukraine im Februar 2026 waren unter 18 Jahren alt; der Anteil der 18- bis unter 60-jährigen lag bei rund 69 %. Zuzüge von Menschen ab 60 Jahren machten lediglich einen Anteil von unter 11 % an den Gesamtzuzügen aus der Ukraine im Februar 2026 aus.
Bei den Fortzügen in die Ukraine lässt sich im Februar 2026 eine ähnliche Verteilung wie bei den Zuzügen feststellen: 21 % der Fortgezogenen waren jünger als 18 Jahre. Fortzüge von Personen von 18- bis unter 60 Jahren machten mit 69 % den größten Anteil der Fortzüge im Februar 2026 aus, und bei Fortgezogenen ab 60 Jahren waren es kanpp 11 % der Gesamtfortzüge in die Ukraine.
Im Februar 2026 hatte des Weiteren in der Betrachtung nach Altersgruppen und Geschlecht die Gruppe der 18- bis unter 60-jährigen sowohl bei weiblichen als auch männlichen Personen mit jeweils 35 % den größten Anteil an den Gesamtzuzüge aus der Ukraine. Zuzüge von männlichen Personen unter 18 Jahren machten etwa einen Anteil von 11 % aus, weibliche Personen dieser Altersgruppe hatten einen Anteil von 9 % an den Gesamtzuzügen aus der Ukraine. Bei zugezogenen Frauen ab 60 Jahren waren es 7 % der Gesamtzuzüge aus der Ukraine.
Bei den Fortzügen in die Ukraine stellt in der Betrachtung nach Altersgruppen und Geschlecht die Gruppe der 18- bis unter 60-jährigen weiblichen Personen mit 38 % den größten Anteil an den Gesamtfortzügen in die Ukraine im Februar 2026. Männliche Personen in dieser Altersgruppe hatten mit 31 % einen niedrigeren Anteil. Fortzüge von weiblichen Personen unter 18 Jahren machten einen Anteil von 10 % an den Gesamtfortzügen in die Ukraine im Februar 2026 aus, bei der Gruppe männlicher Personen unter 18 Jahren lag der Anteil bei 11 %.
Methodische Hinweise
Die Ergebnisse basieren auf vorläufigen Monatsergebnissen und am aktuellen Rand auf einer Sonderauswertung von Rohdaten der Wanderungsstatistik. Grundlage der Sonderauswertung von Rohdaten sind die von den Meldebehörden registrierten Zu- und Fortzüge ohne die übliche Aufbereitung und Plausibilisierung der Statistischen Ämter. Für die Werte ab Januar 2025 wird ein Geheimhaltungsverfahren (Cell-Key-Methode) genutzt, bei dem eine Veränderung einiger Originalfallzahlen stattfindet, wobei der Informationsverlust und der Verlust der Aussagekraft geringgehalten wird. In der Wanderungsstatistik werden Zu- und Fortzüge dargestellt, die nach den melderechtlichen Regelungen bei den zuständigen Meldebehörden registriert wurden, nicht aber wandernde Personen. Wenn sich Personen innerhalb des Berichtszeitraums mehrfach an- oder abmelden, werden auch mehrere Zuzüge beziehungsweise Fortzüge registriert. Bei Zuzügen und Fortzügen kommt es zu einer Untererfassung, wenn sich Personen nach der Einreise nicht bei den Meldebehörden in Deutschland anmelden beziehungsweise wenn sie sich vor der Ausreise nicht abmelden. Kurzfristige zirkuläre Mobilität zwischen der Ukraine und Deutschland kann mit den Daten nicht abgebildet werden.
Rund 300 000 Zuzüge aus der Ukraine in 2023 und 200 000 in 2024
Nach der Auflösung der Sowjetunion 1991 verzeichnete die Statistik – auch aufgrund der Zuwanderung von (Spät-) Aussiedlern – bis in die frühen 2000er Jahre jährlich eine verhältnismäßig hohe Zuwanderung aus Russland und der Ukraine. Nach einer Abschwächungsphase stiegen die Zuzüge aus der Ukraine seit 2014 wieder an (2013: 8 000 Zuzüge, 2014: 14 000 Zuzüge). Im ersten Jahr der Corona-Pandemie 2020 brach die Zuwanderung aus Russland und der Ukraine kurzzeitig ein; 2021 war wieder ein Anstieg der Zuzüge zu beobachten (Ukraine: 13 000, Russland: 17 000).
Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine führte zu einem sprunghaften Anstieg der Zuzüge von dort. Im Jahr 2022 wurden rund 1 098 000 Zuzüge von Menschen aus der Ukraine registriert. 2022 lag die Nettozuwanderung aus der Ukraine bei +960 000 Personen. Der Großteil der Zuwanderung fand von März bis Mai 2022 statt und ging danach deutlich zurück. Im Jahr 2023 stellte die Ukraine mit 276 000 Zuzügen und einer Nettozuwanderung von +121 000 Personen weiterhin das wichtigste Herkunftsland von Zugewanderten dar, allerdings reduzierte sich die Zuwanderung aus der Ukraine deutlich gegenüber 2022. In 2024 setze sich die rückläufige Zuwanderung aus der Ukraine fort, blieb aber mit 222 000 Zuzügen und eine Nettozuwanderung von +121 000 weiterhin auf einem hohen Niveau.
In 2024 kamen 52 % weibliche und 48 % männliche Personen aus der Ukraine nach Deutschland, der Anteil hat sich im Vergleich zu 2023 nur geringfügig verändert. Demgegenüber war die Zuwanderung aus der Ukraine in 2022 noch durch einen hohen Anteil von 63 % weiblicher Personen gekennzeichnet. Wie in 2023 wurde auch in 2024 ein hoher Anteil von zuziehenden Personen im jüngeren und mittleren Alter registriert: Etwa 28 % der Zugezogenen waren Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren; bei den 18- bis unter 60-jährigen lag der Anteil bei rund 61 % . Zuzüge von Personen ab 60 Jahren und älter hatten lediglich einen Anteil von etwa 11 % an den Gesamtzuzügen aus der Ukraine in 2024. Der Anteil hat sich im Vergleich mit 2023 nicht verändert.
Die Zuwanderung aus Russland schwächte sich in 2024 mit 16 000 Zuzügen und einer Nettozuwanderung von +5 000 im Vergleich zu 2023 deutlich ab (2023: 26 000 Zuzüge, Nettozuwanderung: +16 000 Personen) liegt aber fast auf dem Niveau vor dem Angriffskrieg (2021: 17 000 Zuzüge, Nettozuwanderung +8 000 ).
Weitere Ergebnisse der Wanderungsstatistik sind in der Datenbank GENESIS-Online (Tabellen 12711) verfügbar.
Aktuelle Daten zur Bevölkerung in der Ukraine
Mit dem Beginn des russischen Angriffskrieges haben laut UNHCR Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer die Landesgrenzen auf der Flucht ins Ausland überquert. Doch schon lange sinkt die Anzahl der Menschen, die in der Ukraine leben. In den letzten 25 Jahren ist die Bevölkerung um rund ein Fünftel gesunken: von 50,9 Millionen im Jahre 1996 auf 41,0 Millionen im Jahre 2022. Das entspricht einem Verlust von knapp 9,9 Millionen. Ein Grund dafür war die sinkende Geburtenrate.
Diese und weitere Daten zur Bevölkerungsentwicklung in der Ukraine haben wir in einem eigenen Artikel zusammengestellt.