Internationales Weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht

Im Juni 2025 waren nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR weltweit 117,3 Millionen Menschen vor Kriegen, Konflikten, Verfolgung und Menschenrechtsverletzungen auf der Flucht. Ende 2024 betrug die Zahl der weltweit Vertriebenen noch 123,2 Millionen. Damit ist die Zahl der Vertriebenen in der ersten Jahreshälfte 2025 um 5,9 Millionen Menschen zurückgegangen - der erste Rückgang seit etwa neun Jahren.

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Die Gruppe der Vertriebenen umfasste Mitte 2025 laut UNHCR 30,5 Millionen anerkannte Geflüchtete, 6,1 Millionen sonstige Schutzbedürftige, 5,9 Millionen palästinensische Geflüchtete, 67,8 Millionen Binnenvertriebene, die durch Konflikte innerhalb ihres Landes vertrieben wurden sowie 8,4 Millionen Menschen, die auf eine Antwort ihres Asylgesuchs warteten.

Mehrheit der Menschen mit anerkanntem Schutzbedarf kommt aus nur wenigen Ländern

Fast drei Viertel (74 %) der 36,6 Millionen anerkannten Geflüchteten und sonstigen Schutzbedürftigen weltweit kamen nach Angaben des UNHCR Mitte 2025 aus nur sechs Ländern (mit Ausnahme palästinensischer Geflüchteter unter dem Mandat des UN-Palästina-Flüchtlingshilfswerks UNRWA). 6,5 Millionen Menschen kamen allein aus Venezuela (18 % aller Menschen mit anerkanntem Schutzbedarf). Ähnlich hoch war die Zahl der Geflüchteten aus Afghanistan (5,5 Millionen, 15 %), der Ukraine (5 Millionen, 14 %) und Syrien (4,8 Millionen, 13 %).

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Zwei Drittel der 36,6 Millionen anerkannten Geflüchteten und sonstigen Schutzbedürftigen weltweit lebten Mitte 2025 in den direkten Nachbarländern ihrer Herkunftsstaaten. Das größte Aufnahmeland weltweit war Kolumbien mit rund 2,8 Millionen Venezolanerinnen und Venezolanern. Weitere besonders bedeutende Aufnahmeländer waren die Türkei mit 2,7 Millionen Geflüchteten aus dem Nachbarland Syrien und der Iran mit 2,5 Millionen Geflüchteten aus Afghanistan.

Deutschland war im Juni 2025 laut UNHCR mit rund 2,7 Millionen anerkannten Geflüchteten das weltweit zweitgrößte Aufnahmeland von Schutzsuchenden. Von ihnen stammten 44 % aus der Ukraine, das entspricht rund 1,2 Millionen Menschen. Weitere große Gruppen von Geflüchteten in Deutschland kamen aus Syrien (26 %), Afghanistan (10 %) und dem Irak (5 %).

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Millionen Menschen warten auf ihre Asylentscheidung

Weltweit warteten Mitte 2025 etwa 8,4 Millionen Menschen auf eine Entscheidung über ihren Asylantrag, wie der UNHCR berichtet. Diese Personen hatten bereits Schutz beantragt, ihr Status wurde aber noch nicht offiziell anerkannt oder abgelehnt. Die meisten Anträge weltweit stammten aus Venezuela, dem Sudan und Kolumbien. Allein aus Venezuela warteten rund 3,2 Millionen Menschen auf eine Asylentscheidung.

Auch die offenen Asylverfahren konzentrierten sich stark auf einige Aufnahmeländer. Mehr als die Hälfte aller offenen Anträge entfiel auf drei Staaten: die Vereinigten Staaten mit 3,2 Millionen Anträgen (38 % der weltweit offenen Verfahren), Ägypten mit rund 800 Tausend Anträgen (9 %) und Peru mit rund 500 Tausend Anträgen (7%).

Die meisten Vertriebenen bleiben im eigenen Land

Nach Schätzungen des UNHCR waren Mitte 2025 67,8 Millionen Menschen Binnenvertriebene, die innerhalb der eigenen Landesgrenzen flohen. Das entsprach fast drei von fünf Vertriebenen weltweit. Besonders stark betroffen war der Sudan, wo infolge des seit 2023 andauernden Bürgerkriegs etwa 10,1 Millionen Menschen innerhalb des Landes vertrieben wurden. Darauf folgte Syrien mit rund 6,5 Millionen Binnenvertriebenen. Dort ging allerdings die Zahl der Binnenvertriebenen im ersten Halbjahr 2025 um 13 % zurück, weil nach dem Sturz des Assad-Regimes viele Menschen in ihre Heimat zurückkehren konnten.

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Methodische Hinweise:

Die Daten stammen von UNHCR, UNRWA sowie dem Internal Displacement Monitoring Centre IDMC. Sie werden von UNHCR im Refugee Data Finder sowie im Bericht "Mid-Year Trends" bereitgestellt.

UNRWA schätzt, dass etwa 70 Prozent der rund 2 Millionen Binnenvertriebenen im Gazastreifen Ende 2024 palästinensische Flüchtlinge sind, die unter das Mandat von UNRWA fallen. Diese innerhalb des Gazastreifens vertriebenen palästinensischen Flüchtlinge werden in der weltweiten Gesamtzahl der gewaltsam Vertriebenen jedoch nur einmal gezählt.

Die Zahl der Binnenvertrieben Mitte 2025 ist eine Schätzung.

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Kurzporträt des UNHCR