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Arbeitsmarkt

Historische Daten zum Arbeitsmarkt

In diesem Bereich finden Sie lange Zeitreihen zum Teil ab 1882.

Erläuterungen zum Arbeitsmarkt

Die Entwicklung der Erwerbstätigkeit und des Arbeitsmarktes ist von zentraler wirtschafts- und gesell­schafts­politischer Bedeutung. Dement­sprechend groß ist der Bedarf an erwerbs- und arbeits­markt­statistischen Informationen. Benötigt werden insbesondere Eckdaten zur Lage des Arbeitsmarktes und Strukturdaten zur Beschäftigung.

In Deutschland verfügt die amtliche Statistik über eine Vielzahl von Erhebungen und Quellen, die Informationen zum Arbeitsmarkt bieten. Diese Quellen sollen allerdings ganz unterschiedliche Aufgaben erfüllen beziehungsweise haben verschiedene Verwendungszwecke. Um diesen Aufgaben gerecht zu werden, weisen sie methodische und konzeptionelle Besonderheiten auf. Die arbeits­markt­statistischen Ergebnisse bis 1990 stützen sich im Wesentlichen auf folgende Quellen:

Berufszählungen

Aus den Berufszählungen stammen die ältesten verfügbaren Daten zum Arbeitsmarkt. Die drei ersten Berufszählungen, die vor dem Ersten Weltkrieg in den Jahren 1882, 1895 und 1907 stattfanden, wurden getrennt von den Volks­zählungen erhoben. Seit 1925 werden beide Erhebungen als eine integrierte Erhebung durchgeführt. Ab 1957 können die Ergebnisse aus den Volks- und Berufs­zählungen für die dazwischen liegenden Zeiträume durch Daten des Mikro­zensus, einer jährlichen 1 %-Haushaltserhebung, ergänzt werden.

Mikrozensus

Im Rahmen des Mikrozensus (MZ) werden seit 1957 regelmäßig gesamt­wirtschaftliche Strukturdaten über die Bevölkerung und die Erwerbs­beteiligung nach demografischen Merkmalen erfasst. 1983 wurde die EU-weite Arbeits­kräfteerhebung (AKE) eingeführt, die auf europäischer Ebene Labour Force Survey (LFS) genannt wird. Hierbei handelt es sich um die größte Haus­halts­stichprobe Europas. In Deutschland wurde diese Erhebung in den Mikro­zensus integriert, so dass ab 1983 Strukturergebnisse über die Bevölkerung in Privathaushalten nach Erwerbsbeteiligung für zwischen­staatliche Ver­gleiche vorliegen.

Weitere Erläuterungen zum Mikrozensus und zur Arbeitskräfteerhebung bieten Ihnen die methodischen Beschreibungen im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes.

Erwerbstätigenrechnung

Die Erwerbstätigenrechnung (ETR) im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) liefert seit 1954 gesamtwirtschaftliche Ergebnisse zur Erwerbstätigkeit für die Berichtsjahre ab 1950. In den frühen Nach­kriegs­jahren gab es noch keine zuverlässigen jährlichen oder gar unterjährigen Erwerbs­tätigen­statistiken, die einen laufenden Nachweis der Entwicklung der Erwerbstätigkeit beziehungsweise der Beschäftigung ermöglichten.

Im Laufe der folgenden Jahre konnten jedoch wesentliche Verbesserungen im erwerbsstatistischen Daten­angebot erzielt werden. Meilensteine waren unter anderem:

  • die Einführung des Mikrozensus im Jahr 1957, der als Repräsentativ­statistik der Bevölkerung und des Erwerbslebens erstmals im Rahmen einer laufenden jährlichen Berichterstattung einen Gesamtüberblick über die Erwerbstätigkeit ermöglichte,
  • die Einführung eines integrierten Meldeverfahrens für Arbeitgeber zur Sozialversicherung im Jahr 1973, wodurch die Voraussetzungen für den Aufbau einer auf Verwaltungsdaten beruhenden umfassenden Beschäftigungsstatistik geschaffen wurden.

Weitere Erläuterungen zur Erwerbstätigenrechnung stehen Ihnen in den methodischen Beschreibungen im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes zur Verfügung.

Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit

Die Grundlage der Beschäftigungsstatistik (bis 2010 Beschäftigtenstatistik) der Bundesagentur für Arbeit (bis 2003 Bundesanstalt für Arbeit) bildet das Meldeverfahren zur Sozialversicherung. In dieses sind alle Arbeit­nehmer­innen und Arbeitnehmer (einschließlich der zu ihrer Berufsausbildung Beschäftigten) einbezogen, die der Kranken- und Rentenversicherungspflicht oder Versicherungspflicht nach dem Sozialgesetzbuch III (Arbeits­losen­versicherung) unterliegen. Auf Basis der Meldungen zur Sozialversicherung durch die Betriebe wird seit dem 30.06.1974 vierteljährlich (stichtagsbezogen) mit 6 Monaten Wartezeit der Bestand an sozial­versicherungs­pflichtig Beschäftigten ermittelt.

Weitere Erläuterungen zur Beschäftigungsstatistik finden Sie in den methodischen Be­schreibungen im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes.

Streikstatistik, Arbeitsmarktstatistiken der Bundesagentur für Arbeit

Ergebnisse aus der Streikstatistik der Bundesagentur für Arbeit (bis 2003 Bundesanstalt für Arbeit) können ab 1899 bereitgestellt werden. In der Statistik der Bundesagentur für Arbeit zu den registrierten Arbeitslosen und den gemeldeten (offenen) Stellen liegen Daten ab 1931 vor. Da die frühen Daten wegen der geänderten Abgrenzung nicht mit denen späterer Jahre vergleichbar sind, werden durchgängig vergleichbare Ergebnisse erst ab 1950 ausgewiesen.

Weitere Erläuterungen zur Statistik der registrierten Arbeitslosen bieten Ihnen die methodischen Be­schreibungen im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes. Zusätzliche Informationen stehen Ihnen auf der Website der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung. Erläuterungen zu Fachbegriffen enthält das Glossar zum Arbeitsmarkt.

Daten zum Arbeitsmarkt in der DDR

Die in den Statistischen Jahrbüchern der DDR veröffentlichten Ergebnisse zur Entwicklung der Erwerbs­tätigkeit und des Arbeitsmarktes der DDR sind wegen unterschiedlicher Abgrenzungen nicht mit den hier ausgewiesenen Ergebnissen für das frühere Bundesgebiet vergleichbar. "So war es zum Beispiel dem Statistischen Amt der DDR bis 1989 nicht erlaubt, die Beschäftigten im sogenannten x-Bereich (Polizei, Armee, Zoll, Parteien und gesellschaftliche Organisationen u. a.) zu erfassen." (Angermann, Oswald 1990: "Statistik der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik auf dem Weg zur Einheit", in: Wirtschaft und Statistik, Heft 8, S. 525). Auf Basis der Methodik der Bundesstatistik zurück­gerechnete Ergebnisse zur Erwerbstätigkeit in der DDR liegen vor in: Statistisches Bundesamt 1994: "Sonderreihe mit Beiträgen für das Gebiet der ehemaligen DDR", Band 14 "Erwerbstätige 1950 bis 1989".

Detaillierte Erläuterungen zu den Tabellen dieses Themenbereichs:

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