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Arbeitsmarkt

Abweichungen zwischen Erwerbstätigenrechnung und Mikrozensus bei der Zahl der Erwerbstätigen

Mit der Erwerbstätigenrechnung im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (ETR) und dem Mi­kro­zen­sus (MZ) stehen in Deutschland zwei wichtige Statistiken zur Ermittlung der Zahl der Er­werbs­tätigen zur Ver­fü­gung. Die Ergeb­nisse von Mikrozensus und Er­werbs­tä­ti­gen­rech­nung weichen allerdings voneinander ab. Für das Jahr 2017 weist der Mikrozensus 2,5 Mill. Erwerbstätige weniger aus als die Erwerbstätigenrechnung.

Die Abweichungen sind vor allem auf Unterschiede der in beiden Statistiken eingesetzten Me­tho­den und Verfahren zu­rück­zu­füh­ren, basieren aber in Teilen auch auf nicht vollständig über­ein­stimmenden De­fi­ni­tio­nen. Eine Über­lei­tungs­ta­bel­le ver­an­schau­licht die Hintergründe der Abweichungen. Definitorisch weichen Mikrozensus und Er­werbs­tä­ti­gen­rech­nung vor allem bei der Abgrenzung von Erwerbstätigen ab, die ihre Tätigkeit unterbrochen haben. Me­tho­disch ist bedeutsam, dass die Er­werbs­tä­ti­gen­rech­nung die Zahl der Erwerbstätigen auf Basis von etwa 60 Sta­tis­ti­ken schätzt, während der Mikro­zen­sus als Haus­halts­be­fra­gun­gen auf den Angaben der Befragten basiert. Vor diesem Hintergrund erklärt sich, dass Abwei­chun­gen vor allem im Bereich der marginalen Beschäftigung zu finden sind. Erfahrungsgemäß kann etwa die Er­fas­sung kleinerer (Neben-)Jobs oder von Tätigkeiten im Graubereich zur Schwarzarbeit in Haus­halts­be­fra­gun­gen problematisch sein. In der Er­werbs­tä­ti­gen­rech­nung werden daher für sta­tis­tisch schwierig zu er­fas­sen­de Bereiche (z. B. im Bereich der häuslichen Dienste) Zuschätzungen vorgenommen.

Die Überleitungstabelle beziffert die Abweichungen zwischen der Erwerbstätigenrechnung und dem Mi­kro­zen­sus. Aus­gehend vom Ergebnis der Erwerbstätigenrechnung werden zunächst die durch definitorische Unterschiede be­ding­ten Ab­weichungen dargestellt. So verzeichnet die Erwerbstätigenrechnung bei­spiels­weise 380 Tausend Er­werbs­tä­ti­ge mehr als der Mi­kro­zen­sus, da sie Erwerbstätige vollständig erfasst, die ihre Tätigkeit unterbrochen hatten, während der Mikrozensus nur solche Unterbrecher zählt, bei denen die Abwesenheit kürzer als drei Monate dauert oder die (bei längerer Abwesenheit) eine Lohnfortzahlung in Höhe von mindestens 50 % erhalten. Nach den definitorischen Abweichungen werden die me­tho­disch bedingten Ab­wei­chun­gen dargestellt. Hierzu werden – untergliedert nach der Stellung im Beruf – die Abweichungen des Mikrozensus im Vergleich zu wichtigen Quellen der Er­werbs­tä­ti­gen­rech­nung sowie die im Rahmen der Er­werbs­tätigen­rech­nung vor­ge­nom­me­nen Zuschätzungen aufgeführt. In einem letzten Schritt werden am Ende der Tabelle noch die Ab­wei­chungen zwischen dem Mikrozensus und der Ar­beits­kräf­te­er­he­bung dargestellt.

Weitere Informationen zu den Hintergründen der Ergebnisabweichungen finden sich in den WiSta-Aufsätzen Körner/Marder-Puch 04/2015; Körner/Puch 06/2009; Projektbericht 2011.

Die Erwerbstätigenrechnung wird mit Priorität zur Betrachtung der Erwerbstätigkeit im Kontext der ge­samt­wirt­schaft­li­chen und konjunkturellen Entwicklung verwendet, während der Mi­kro­zen­sus mit der Vielzahl der zur Ver­fü­gung stehenden Merk­male insbesondere für die Betrachtung der Situation bei einzelnen Be­völ­ke­rungs­gruppen, für themenübergreifende Analysen und für internationale Vergleiche genutzt wird.

Überleitungstabelle von der Erwerbstätigenrechnung zum Mikrozensus (2017)
in 1 000Gegenstand der Nachweisung

1 Ab 2017 werden im Mikrozensus keine Erwerbstätigen in Gemeinschaftsunterkünften mehr erfasst. Im Gegensatz zu früheren Darstellungen werden sie ab diesem Berichtsjahr als definitorische Abweichungen aufgenommen und entfallen beim Unterschied des Ergebnisses zur Arbeitskräfteerhebung. Der Wert basiert auf einer Schätzung anhand der Mikrozensusergebnisse 2011-2016.

2 Quelle: Beschäftigungsstatistik.

3 Quelle: Mikrozensus/Arbeitskräfteerhebung.
4 Quelle: Personalstandstatistik, BMVg, Bahn AG, Post, Telekom, Kirchen.

Rundungsbedingte Differenzen in den Summen möglich.

44 155Erwerbstätigenrechnung - Erwerbstätige am Wohnort
-475Definitiorische und kon­zep­tio­nelle Ab­wei­chun­gen-36Erwerbstätige im Alter unter 15 Jahren2
-90Erwerbstätige in Gemeinschaftsunterkünften1
-370Personen mit Arbeitsverhältnis, die ihre Tätigkeit für mehr als drei Monate unterbrochen haben (Lohnfortzahlung unter 50 %)3
+21Erwerbstätige in extraterritorialen Organisationen3
-2 037Methodisch be­dingte Ab­weichungen-1 329Saldo der Abweichungen zwischen den Haupt­quellen der ETR und dem MZ nach Stellung im Beruf+64Voll sozialversicherungs­pflich­tig Beschäftigte2
-1 458Marginal Beschäftigte2
+65Beamte und Soldaten4
0Selbstständige und mit­hel­fen­de Familienangehörige3
-709Saldo von Zu- und Abschlägen in der Erwerbstätigenrechnung
41 641Mikrozensus - Erwerbstätige am Wohnort
+26Differenz Haushaltsbegrenzung Eurostat3
41 663Arbeitskräfteerhebung - Erwerbstätige in Privathaushalten

© Statistisches Bundesamt (Destatis), 2018

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