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Arbeitsmarkt

Abweichungen zwischen Erwerbstätigenrechnung und Mikrozensus bei der Zahl der Erwerbstätigen

Mit der Erwerbstätigenrechnung im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (ETR) und dem Mi­kro­zen­sus (MZ) stehen in Deutschland zwei wichtige Statistiken zur Ermittlung der Zahl der Er­werbs­tätigen zur Ver­fü­gung. Die Ergebnisse von Mikrozensus und Er­werbs­tä­ti­gen­rech­nung weichen allerdings voneinander ab. Für das Jahr 2015 weist der Mikrozensus 2,64 Mill. Erwerbstätige weniger aus als die Erwerbstätigenrechnung.

Die Abweichungen sind vor allem auf Unterschiede der in beiden Statistiken eingesetzten Me­tho­den und Verfahren zu­rück­zu­füh­ren, basieren aber in Teilen auch auf nicht vollständig über­ein­stimmenden De­fi­ni­tio­nen. Eine Über­lei­tungs­ta­bel­le ver­an­schau­licht die Hintergründe der Abweichungen. Definitorisch weichen Mikrozensus und Er­werbs­tä­ti­gen­rech­nung vor allem bei der Abgrenzung von Erwerbstätigen ab, die ihre Tätigkeit unterbrochen haben. Me­tho­disch ist bedeutsam, dass die Er­werbs­tä­ti­gen­rech­nung die Zahl der Erwerbstätigen auf Basis von etwa 60 Sta­tis­ti­ken schätzt, während der Mikrozensus als Haus­halts­be­fra­gun­gen auf den Angaben der Befragten basiert. Vor diesem Hintergrund erklärt sich, dass Abweichungen vor allem im Bereich der marginalen Beschäftigung zu finden sind. Erfahrungsgemäß kann etwa die Er­fas­sung kleinerer (Neben-)Jobs oder von Tätigkeiten im Graubereich zur Schwarzarbeit in Haus­halts­be­fra­gun­gen problematisch sein. In der Er­werbs­tä­ti­gen­rech­nung werden daher für sta­tis­tisch schwierig zu erfassende Bereiche (z. B. im Bereich der häuslichen Dienste) Zuschätzungen vorgenommen.

Die Überleitungstabelle beziffert die Abweichungen zwischen der Erwerbstätigenrechnung und dem Mi­kro­zen­sus. Ausgehend vom Ergebnis der Erwerbstätigenrechnung werden zunächst die durch definitorische Unterschiede be­ding­ten Abweichungen dargestellt. So verzeichnet die Erwerbstätigenrechnung bei­spiels­weise 361 Tausend Er­werbs­tä­ti­ge mehr als der Mi­kro­zen­sus, da sie Erwerbstätige vollständig erfasst, die ihre Tätigkeit unterbrochen hatten, während der Mikrozensus nur solche Unterbrecher zählt, bei denen die Abwesenheit kürzer als drei Monate dauert oder die (bei längerer Abwesenheit) eine Lohnfortzahlung in Höhe von mindestens 50 % erhalten. Nach den definitorischen Abweichungen werden die methodisch bedingten Ab­wei­chun­gen dargestellt. Hierzu werden – untergliedert nach der Stellung im Beruf – die Abweichungen des Mikrozensus im Vergleich zu wichtigen Quellen der Er­werbs­tä­ti­gen­rech­nung sowie die im Rahmen der Erwerbstätigenrechnung vor­ge­nom­me­nen Zuschätzungen aufgeführt. In einem letzten Schritt werden am Ende der Tabelle noch die Abweichungen zwischen dem Mikrozensus und der Ar­beits­kräf­te­er­he­bung dargestellt.

Weitere Informationen zu den Hintergründen der Ergebnisabweichungen finden sich in den WiSta-Aufsätzen Körner/Marder-Puch 04/2015; Körner/Puch 06/2009; Projektbericht 2011.

Die Erwerbstätigenrechnung wird mit Priorität zur Betrachtung der Erwerbstätigkeit im Kontext der ge­samt­wirt­schaft­li­chen und konjunkturellen Entwicklung verwendet, während der Mi­kro­zen­sus mit der Vielzahl der zur Ver­fü­gung stehenden Merkmale insbesondere für die Betrachtung der Situation bei einzelnen Be­völ­ke­rungs­gruppen, für themenübergreifende Analysen und für internationale Vergleiche genutzt wird.

Überleitungstabelle von der Erwerbstätigenrechnung zum Mikrozensus (2015)
in 1 000Gegenstand der Nachweisung
1 Quelle: Beschäftigungsstatistik.
2 Quelle: Mikrozensus.
3 Quelle: Personalstandstatistik, BMVg, Bahn AG, Post, Telekom, Kirchen.
42 979Erwerbstätigenrechnung - Erwerbstätige am Wohnort
- 363Definitiorische
Abweichungen
- 20Erwerbstätige im Alter unter 15 Jahren1
- 361Personen mit Arbeitsverhältnis, die ihre Tätigkeit für mehr als drei Monate unterbrochen haben (Lohnfortzahlung unter 50 %)2
+ 18Erwerbstätige in extraterritorialen Organisationen2
- 2 335Methodisch
bedingte Ab­weichungen
- 1 611Saldo der Abweichungen zwischen den Haupt­quellen der ETR und dem MZ nach Stellung im Beruf- 50Voll sozialversicherungs­pflich­tig Beschäftigte1
- 1 592Marginal Beschäftigte1
+ 31Beamte und Soldaten3
0Selbstständige und mit­hel­fen­de Familienangehörige2
- 725Saldo von Zu- und Abschlägen in der Erwerbstätigenrechnung
40 279Mikrozensus - Erwerbstätige am Wohnort
- 87Erwerbstätige in Gemeinschaftsunterkünften2
+ 19Differenz Haushaltsbegrenzung Eurostat2
40 211Arbeitskräfteerhebung - Erwerbstätige in Privathaushalten

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