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Arbeitsmarkt

Erwerbstätigenrechnung und Zensus 2011: Warum weichen die Ergebnisse ab?

Unterschiede der Erwerbstätigenzahlen in der Erwerbstätigenrechnung und im Zensus 2011

Neben den bestehenden Daten­quellen zum Thema Erwerbs­tätigkeit, ins­be­son­dere der Erwerbs­tätigen­rechnung (ETR) und dem Mikro­zensus mit der inte­grierten Ar­beits­kräfte­er­he­bung, liefert auch der Zensus 2011 Er­geb­nis­se zur Er­werbs­tä­tig­keit. Die Er­geb­nisse der verschiedenen Statistiken weichen allerdings voneinander ab. So liegt die Zahl der Erwerbs­tätigen im re­gis­ter­ge­stütz­ten Zensus 2011 (41,05 Mill.) unter dem Ergebnis der Erwerbs­tätigen­rech­nung (41,45 Mill.).

Die Abweichungen sind vor allem auf die un­ter­schied­li­chen ein­ge­setz­ten Methoden und Ver­fah­ren im Zensus und der Erwerbs­tätigen­rechnung zurück­zuführen, be­ruhen in Teilen aber auch auf nicht voll­stän­dig über­ein­stim­men­den Definitionen. Zwar basiert die De­fi­ni­tion der Erwerbs­tätigkeit in beiden Statistiken auf dem Labour-Force-Konzept der ILO (International Labour Or­ga­ni­zation), wonach als erwerbs­tätig gilt, wer in der Berichts­woche mindestens eine Stunde gegen Entgelt oder im Rahmen einer selbständigen oder mit­helfenden Tätig­keit gearbeitet hat. Den­noch weichen Zen­sus und Erwerbs­tä­ti­gen­rechnung in der Definition voneinander ab, bei­spiels­wei­se bei der Abgrenzung von Erwerbs­tätigen, die ihre Tätigkeit unter­brochen haben.

Methodisch ist bedeutsam, dass die Erwerbs­tätigen­rechnung die Zahl der Erwerbs­tätigen auf Basis von etwa 60 Statistiken schätzt, während das Zensus­ergebnis auf den Angaben der Be­frag­ten aus der Haushalts­stichprobe in Kombination mit Re­gis­ter­da­ten basiert. Sowohl in der Erwerbstätigenrechnung als auch beim Zensus werden die Re­gis­terangaben der Bun­des­agen­tur für Arbeit (Beschäftigungsstatistik) und der öffentlichen Arbeitgeber (Per­so­nal­stand­sta­tis­tik) einbezogen.

Unter­schiedlich ist auch der Zeit­punkt, auf den sich beide Statistiken beziehen. Die Ergebnisse des Zensus 2011 geben den Stand zur Berichts­woche vom 9. bis 15. Mai 2011 wieder. Die Erwerbs­tätigen­rechnung hingegen ist eine zeitraum­bezogene Statistik, die Monats-, Quartals- oder Jahres­durchschnitts­werte ausweist.

Darüber hinaus sind – im Gegensatz zur Erwerbs­tätigen­rechnung – in den Ergebnissen des Zensus 2011 zur Er­werbs­tätigkeit Personen in "sensiblen Sonder­bereichen" (zum Beispiel in Justiz­vollzugs­anstalten) nicht enthalten.

Die Ergebnisse des Zensus 2011 zur Erwerbs­tätigkeit wurden im Rahmen der General­revision 2014 der Volks­wirt­schaft­li­chen Gesamt­rechnungen (VGR) in die Zeitreihen der Erwerbs­tätigen­rechnung eingearbeitet. Selbiges gilt für die zwi­schen­zeit­lich auch rück­wirkend revidierten Re­gis­ter­da­ten der Bundesagentur für Arbeit (BA) zur so­zial­ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Be­schäf­ti­gung, die zum Zeitpunkt der Durchführung des Zensus 2011 noch nicht vorlagen und dem­ent­spre­chend auch in den re­gis­ter­ge­stütz­ten Zen­sus­er­geb­nis­sen noch nicht berücksichtigt sein konn­ten. Dies trägt ebenfalls zur Erklärung der Abweichungen bei.

© Statistisches Bundesamt (Destatis), 2018

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