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Arbeitsmarkt

Erwerbstätigenrechnung in den Volks­wirt­schaft­lichen Gesamtrechnungen

Was beschreibt der Indikator?

Im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) des Sta­ti­sti­schen Bundesamtes stellt die Er­werbs­täti­gen­rech­nung laufend mo­nat­liche, vier­teljährliche und jährliche Ergebnisse über die Entwicklung der Er­werbs­tätig­keit in Deutsch­land bereit. Die konzeptionellen und de­fi­ni­to­rischen Vorgaben für die Volks­wirtschaftlichen Ge­samt­rech­nungen (VGR) und die darin in­te­grierte Er­werbs­tä­ti­gen­rech­nung sind im Europäischen System Volks­wirt­schaft­licher Ge­samt­rech­nun­gen (ESVG) verbindlich festgelegt.

Zu den Erwerbstätigen in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) zählen gemäß dem Europäischen System Volkswirtschaftlicher Ge­samt­rech­nun­gen (ESVG) alle Personen, die als Arbeitnehmer (Arbeiter, An­ge­stell­te, Be­amte, gering­fügig Be­schäf­tigte, Soldaten) oder als Selbstständige be­zieh­ungs­weise als mithelfende Fa­mi­lien­an­ge­hö­rige eine auf wirt­schaft­lichen Erwerb ge­rich­tete Tä­tig­keit ausüben be­ziehungs­wei­se in einem Arbeits- oder Dienst­ver­hält­nis stehen. Die Zuordnung zu den Erwerbs­tä­ti­gen erfolgt dabei unabhängig von der Dauer der tat­säch­lich geleisteten oder vertrags­mä­ßig zu leistenden Ar­beits­zeit. Auch ist nicht von Bedeutung, ob aus der Er­werbs­tätig­keit der über­wie­gende Lebens­un­ter­halt bestritten wird. Per­so­nen mit mehreren gleich­zeitigen Be­schäf­ti­gungs­ver­hält­nissen werden nur einmal mit ihrer Haupt­er­werbs­tätigkeit erfasst (Per­so­nen­kon­zept).

Die Europäischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG)-De­fi­ni­tion der Er­werbs­tätigkeit steht im Einklang mit den von der Internationalen Arbeits­organi­sa­tion (ILO) für die Erstellung international vergleichbarer Ar­beits­markt­sta­tistiken auf­ge­stell­ten Normen. Daher sind die Ergebnisse der Er­werbs­tä­ti­genberechnungen nicht nur ein wichtiger Bestandteil der Volks­wirt­schaft­li­chen Gesamtrechnungen (VGR), sondern - und dies gilt ins­be­son­dere für die mo­nat­li­chen Er­werbs­täti­gen­zahlen - auch ein zen­tra­ler Indikator der laufenden natio­na­len und in­ter­na­tio­nal vergleichenden Ar­beits­markt­be­richt­erstattung des Sta­tis­ti­schen Bundesamtes; sie gehören zu den In­di­ka­to­ren des Verbreitungsstandards des Internationalen Wäh­rungs­fonds (IWF) .

In den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) fließen die vier­tel­jähr­li­chen und jah­es­durch­schnitt­lichen Er­werbs­tä­ti­gen­zah­len als eigenständige Grö­ßen und als Be­zugszahlen bei­spiels­weise in die Berechnung von Ar­beits­pro­duk­ti­vi­tä­ten und Durch­schnittsverdiensten ein.

Je nach Verwendungszweck wird die Zahl der Erwerbstätigen für Deutschland ins­ge­samt und gegliedert nach Stel­lung im Be­ruf nach dem Inländerkonzept (Wohnortkon­zept) oder dem In­lands­kon­zept (Arbeitsortkonzept) dargestellt. Für den Übergang vom Inländer- zum In­lands­kon­zept werden die Einpendler vom Aus­land nach Deutschland hin­zu­ge­zählt und die Auspendler von Deutschland in das Ausland abgezogen. Die vier­teljährlichen und jährlichen Er­werbs­tä­tigen­zah­len nach Wirt­schafts­be­rei­chen werden im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Ge­samt­rech­nun­gen (VGR) stets nach dem Inlands­konzept nachgewiesen.

Wie wird der Indikator berechnet?

Um gleichermaßen die Anforderungen sowohl der Arbeitsmarktstatistik an die Bereitstellung ak­tu­eller monatlicher Er­werbs­tä­ti­gen­zah­len als auch der vierteljährlichen und jährlichen Volks­wirt­schaft­li­chen Gesamtrechnungen erfüllen zu können, sind die Erwerbstätigenberechnungen mehrstufig konzipiert. Die erste Stufe beinhaltet erste vorläufige gesamtwirtschaftliche Schät­zun­gen für den abgelaufenen Berichtsmonat, die separat für verschiedene Er­werbs­tä­ti­gen­grup­pen - voll so­zial­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäftigte Arbeitnehmer, geringfügig entlohnte und kurzfristig Be­schäf­tigte, Personen in Arbeitsgelegenheiten, Be­amte, Soldaten, Wehrdienst- oder Ersatz- bzw. So­zial­dienst­leis­tende, Selbstständige und mithelfende Fa­mi­lien­an­ge­hö­rige - durchgeführt werden. Alle weiteren monatlichen, vier­tel­jährlichen und jährlichen Ergebnisse der Er­werbs­tä­ti­gen­rech­nung basieren grundsätzlich für jede Er­werbs­tä­ti­gen­gruppe auf einer differenzierten Berechnung nach Wirt­schafts­be­rei­chen.

Für die Berechnungen auf den verschiedenen Stufen werden derzeit ca. 60 auf un­ter­schied­li­chen Berichtswegen gewonnene Einzelstatistiken ausgewertet. Dabei handelt es sich mehr­heit­lich um amtliche Fachstatistiken für Teil­sektoren der Wirtschaft (Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, Produzierendes Gewerbe, Dienstleistungen) oder um spezifische Bran­chen­in­for­ma­tio­nen (beispielsweise für den Bereich Post/Telekommunikation, die Bahn oder das Kreditwesen), zu denen Unternehmen und ihre Betriebe monatlich, vierteljährlich oder jährlich Angaben zur Be­schäf­ti­gung melden. Ergänzt werden die laufenden Mel­dun­gen für die Privatwirtschaft durch die jährlichen Per­so­nal­an­ga­ben der öffentlichen Arbeitgeber (Personalstandstatistik), die mo­nat­lichen Meldungen des Bundesministeriums für Verteidigung über die Personalstärke der Bun­des­wehr und die Angaben über die Zahl der Zivil- beziehungsweise Sozialdienstleistenden. Wichtige wirtschaftsbereichsübergreifende Datengrundlagen sind die auf dem Mel­de­ver­fah­ren zur Sozialversicherung beruhende Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit (BA), das Un­ter­neh­mens­re­gister der amtlichen Statistik, die vierteljährlichen Verdiensterhebungen sowie der Mikrozensus und die darin integrierte Arbeitskräfteerhebung.

In den Berechnungen werden die erwerbsstatistischen Datengrundlagen laufenden Kon­sis­tenz­prü­fun­gen un­ter­zo­gen. Darüber hinaus werden die Rechenergebnisse innerhalb der Volks­wirt­schaft­lichen Gesamtrechnungen (VGR) mit den Ergebnissen anderer Teilsysteme - ins­be­son­dere Entstehungs- und Einkommensrechnung - abgestimmt.

Wann wird der Indikator veröffentlicht?

Im Rahmen der Arbeitsmarktberichterstattung für Deutschland gibt das Statistische Bundesamt die ge­samt­wirt­schaft­li­chen monatlichen Erwerbstätigenzahlen nach dem Inländerkonzept, als Ursprungswerte und saisonbereinigte Werte gemeinsam mit den Erwerbslosenzahlen und -quoten aus der Arbeitskräfteerhebung jeweils etwa 30 Tage nach Ablauf des jeweiligen Be­richts­monats in einer Pressemitteilung bekannt. Die nach dem Inlandskonzept ab­ge­grenz­ten Monatszahlen zur Er­werbs­tä­tig­keit sind zu diesem frühen Zeitpunkt gleichfalls abrufbar. Eine erste vier­tel­jähr­liche Erwerbstätigenzahl für die Gesamtwirtschaft liegt mit der Veröffentlichung des dritten Monatsergebnisses eines Quartals - das heißt ebenfalls nach ca. 30 Tagen - vor. Nach der Klassifikation der Wirtschaftszweige, Aus­gabe 2008 (Wirtschaftszweige (WZ) 2008) gegliederte Quartalsergebnisse für Selbstständige einschließlich mit­hel­fen­der Fa­mi­lien­an­ge­hö­riger und Arbeitnehmer nach zehn zusammengefassten Wirt­schafts­ab­schnit­ten zuzüglich dem Verarbeitenden Gewerbe werden regelmäßig 45 bis spätestens 50 Tage nach Quartalsende veröffentlicht. Je­weils in der ersten Kalenderwoche eines Jahres veröffentlicht das Statistische Bundesamt zudem ein erstes vor­läu­fi­ges Schätzergebnis zur Erwerbstätigkeit im abgelaufenen Berichtsjahr. Erstmals 20 Monate nach Ablauf des Be­richts­jah­res werden die Jah­res­durch­schnitts­er­geb­nisse zur Erwerbstätigkeit in ihrer tiefsten wirtschaftsfachlichen Gliederung - derzeit nach 64 Wirtschaftsbereichen der Wirtschaftszweige (WZ) 2008 - veröffentlicht.

Die tief gegliederten Erwerbstätigenzahlen im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Ge­samt­rech­nun­gen (VGR) können kostenfrei über die Tabellen Arbeitsmarkt, Erwerbstätige aus der Er­werbs­tätigenrechnung (13321) und Volks­wirt­schaftliche Ge­samt­rechnungen des Bundes (81000-001) aus der Datenbank "GENESIS-Online" abgerufen werden.

Die Pressemitteilungen und der genaue Veröffentlichungskalender sind im Internetangebot des Statistischen Bun­des­amtes abrufbar.

Wie genau ist der Indikator?

Durch die frühe Erstveröffentlichung von Erwerbstätigenzahlen kommt das Statistische Bun­des­amt den Nut­zer­an­for­de­run­gen nach aktuellen, zeitnahen Ergebnissen nach. Insbesondere die ersten monatlichen Schätzungen 30 Tage nach Ablauf des Berichtsmonats basieren auf einer zu diesem Zeitpunkt noch unvollständigen Datengrundlage. Da­her werden die Re­chen­er­geb­nisse laufend dem aktuellen Informationsstand angepasst. Damit wird dem Umstand Rechnung ge­tra­gen, dass die für die Erwerbstätigenrechnung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) benötigten Ausgangsdaten sukzessive im Zeit­ab­lauf anfallen und kurzfristig verfügbare Ergebnisse teilweise später aufgrund eines vollständigeren Meldeeingangs korrigiert werden müssen. Daher steigen mit zunehmendem zeit­lichem Abstand zur jeweiligen Berichtsperiode Vollständigkeit und Zu­ver­läs­sig­keit der Ausgangsdaten und damit die Genauigkeit der Be­rech­nun­gen.

Im mehrjährlichen Vergleich können die ersten vorläufigen Ergebnisse zur Erwerbstätigkeit von den später ver­öf­fent­lichten, auf einer vervollständigten Datenbasis ermittelten Zahlen um durch­schnittlich 0,3 Prozent nach oben oder unten abweichen. Bei einigen Monatsergebnissen oder nach Stellung im Beruf kann der durchschnittliche Re­vi­sions­be­darf auch größer ausfallen.

Neben den regelmäßigen laufenden Revisionen, die grundsätzlich zu jedem Berechnungstermin möglich sind, fin­den in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) in mehrjährigen Ab­ständen sogenannte "große Re­vi­sio­nen" beziehungsweise Generalrevisionen statt, um bei­spiels­weise neue, auf den Vorgaben des Europäischen System Volkswirtschaftlicher Ge­samt­rech­nun­gen (ESVG) basierende Konzepte, Definitionen und Klassifikationen in den Volks­wirt­schaft­lichen Gesamtrechnungen (VGR) und der darin integrierten Erwerbstätigenrechnung um­zu­set­zen oder neue Berechnungsmethoden zu implementieren. Die jüngste Generalrevision der Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen (VGR) im Jahr 2014 diente in erster Linie der Um­stel­lung der deutschen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) auf das „Europäische System Volkswirtschaftlicher Ge­samt­rech­nun­gen auf nationaler und regionaler Ebene“ (kurz: ESVG 2010), welches das bisherige ESVG 1995 ablöste. Darüber hinaus wurden - wie bei jeder großen Revision - die bisherigen Berechnungen und Datengrundlagen überprüft und neue In­for­ma­tionen eingearbeitet. In diesem Zusammenhang sind insbesondere die erwerbsstatistischen Ergebnisse des Zen­sus 2011 sowie der revidierten Beschäftigungsstatistik zu nennen, die in der VGR-Revision 2014 in die Zeitreihen zur Erwerbstätigkeit eingearbeitet wurden.

Nach den Ergebnissen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR)-Revision 2014 liegt die Zahl der Er­werbs­täti­gen in Deutschland im Revisionszeitraum ab 1991 um durchschnittlich 0,8 Prozent höher als bisher aus­ge­wie­sen. Bezogen auf die Vorjahresveränderungsraten der jährlichen gesamtwirtschaftlichen Erwerbstätigenzahlen ergibt sich eine mittlere absolute Re­vision (MAR) von 0,1 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorrevisionsstand.

Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang auch die Hinweise zur Neuberechnung der Erwerbstätigenzahlen für Deutsch­land im Rahmen der Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (Volkswirtschaftliche Ge­samt­rech­nun­gen (VGR)-Revision 2014).

© Statistisches Bundesamt (Destatis), 2018

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