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Arbeitsmarkt

Qualität der Arbeit

Dimension 2: Einkommen und indirekte Arbeitgeberleistungen

Information zur Dimension 2

Die meisten Menschen in Deutschland finanzieren ihren Lebensunterhalt überwiegend über Erwerbseinkommen, sei es direkt durch eigene Arbeit oder indirekt über die Erwerbstätigkeit anderer Familienmitglieder. Dabei spielt die Höhe und die Kontinuität des Verdienstes eine zentrale Rolle für die Qualität von Arbeit.


Fällt der Verdienst im Vergleich zum durchschnittlichen Lohnniveau sehr niedrig aus, sind Lebensstandard und gesellschaftliche Teilhabe des Erwerbstätigen bzw. Haushaltes entsprechend eingeschränkt.
Wird das Gehalt auch gezahlt, wenn der Arbeitnehmer durch Krankheit ausfällt, sichert das ein dauerhaftes Einkommen. Bezahlter Urlaub bietet dem Arbeitnehmer die Möglichkeit, sich von beruflichen Belastungen zu regenerieren, ohne dadurch finanzielle Einschränkungen zu erfahren. Arbeitgeberzahlungen im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge können schließlich wichtiger Bestandteil der Absicherung des Lebensstandards im Alter sein.

Niedriglohnquote

Die Niedriglohnquote zeigt den Anteil der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, deren Verdienst weniger als zwei Drittel des mittleren Verdienstes (Median) aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beträgt.

Für die Einstufung als Niedriglohn ist der Abstand vom allgemeinen Lohnniveau ausschlaggebend. Dabei bezieht er sich auf die Bruttostundenverdienste. Berücksichtigt wurden alle abhängigen Beschäftigungsverhältnisse der Abschnitte A bis S der WZ 2008 mit Verdienstzahlung im April 2014 ohne Auszubildende.

Niedriglöhne beginnen bei 10,00 Euro

Im Jahr 2014 lag die Niedriglohngrenze bei einem Bruttoverdienst von 10,00 Euro pro Stunde. Niedrigere Stundenverdienste wurden als Niedriglohn eingestuft.

Niedriglohn für jede fünften Arbeitnehmerin/Arbeitnehmer

2014 bekamen 21,4 % der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Niedriglöhne. Damit verdiente jeder Fünfte brutto pro Stunde weniger als 10,00 Euro. Viel weiter verbreitet als im früheren Bundesgebiet waren Niedriglöhne in den neuen Ländern, wo 34,5 % der abhängig Erwerbstätigen einen Niedriglohn bekamen, im früheren Bundesgebiet waren es 19,3 %.

Anteil Beschäftigter mit NiedriglohnBild vergrößern


Weiblich, jung, im Dienstleistungsbereich tätig

Niedriglöhne waren sehr unterschiedlich auf gesellschaftliche Gruppen und Wirtschaftszweige verteilt. 2014 bekamen 27,2 % der Frauen Niedriglöhne, im Vergleich zu 15,8 % der Männer. Hauptursachen dafür sind, dass Frauen oft in gering bezahlten Berufen und Branchen arbeiten und sehr viel häufiger Teilzeit- oder geringfügig Beschäftigte sind.

Auch das Alter spielt eine Rolle: Junge Erwerbstätige bekamen überdurchschnittlich häufig Niedriglöhne. 45,9 % aller abhängig Erwerbstätigen von 15 bis 24 Jahren wurden niedrig entlohnt.

Besonders hoch war 2014 der Anteil von Beschäftigten mit Niedriglohn bei Taxifahrer/-innen (83,7 %), im Einzelhandel an Verkaufsständen und auf Märkten (83,7 %) und in Videotheken (80,5 %). Aber auch beim Ausschank von Getränken (79,9 %), bei Friseurinnen und Friseuren (78,5 %) und in Restaurants, Cafés und Gaststätten (77,0 %) gab es besonders viele Beschäftigte mit Niedriglohn.

Beschäftigte mit Niedriglohn nach beruflichem Ausbildungsabschluss im Jahr 2014
in %
Art der Ausbildung%
Quelle: Verdienststrukturerhebung 2014.
Ohne beruflichen Ausbildungsabschluss46,4
Anerkannter Berufsabschluss21,5
Meister/Techniker/Fachschulabschluss11,9
Bachelor11,3
Diplom/Magister/Master/Staatsexamen3,5
Promotion/Habilitation4,7
Insgesamt21,4

Qualifikation schützt vor Niedriglohn

Nur 3,5 % der Beschäftigten mit einem Hochschul-Diplom oder Masterabschluss bekamen 2014 Niedriglöhne. Von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit abgeschlossener Lehre oder Berufsfachschulabschluss waren 21,5 % betroffen. Bei Beschäftigten ohne berufliche Qualifikation lag der entsprechende Anteil mit 46,4 % deutlich höher.

Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Anteil der Beschäftigungsverhältnisse mit Niedriglohn an allen abhängigen Beschäftigungsverhältnissen. Niedriglöhne sind Verdienste von weniger als zwei Dritteln des mittleren Verdienstes (Median) aller abhängigen Beschäftigungsverhältnisse. Der Median teilt die Verdienste in genau zwei Hälften, das heißt, genau eine Hälfte der Beschäftigten verdient weniger und die andere Hälfte mehr als diesen Wert. Als Verdienst wird der Bruttoverdienst je Arbeitsstunde zugrunde gelegt.

2014 lag die Niedriglohngrenze in Deutschland bei glatt 10,00 Euro brutto je Stunde.

Die Ergebnisse beziehen sich auf die WZ 2008: Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008.

Quelle
Verdienststrukturerhebung 2014

Hinweise zur Interpretation
Die ausgewerteten Beschäftigungsverhältnisse umfassen nicht nur die Haupttätigkeiten, sondern auch Zweit- und weitere Nebentätigkeiten in abhängiger Beschäftigung. Abhängige Beschäftigungsverhältnisse von Personen, die in ihrer Haupttätigkeit nicht erwerbstätig oder selbstständig erwerbstätig sind, sind ebenfalls enthalten, z. B. Minijobs von Schülerinnen und Schülern und von Rentnerinnen und Rentnern.

Genommene Urlaubstage

Der Indikator gibt an, wie viele Urlaubstage jede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer durchschnittlich in einem Kalenderjahr genommen hat. Als Urlaub zählen hierbei sowohl die Urlaubstage, als auch zusätzliche, vom Arbeitgeber genehmigte freie Tage und Mutterschutzzeiten. Die Zahl der tatsächlich genommenen Urlaubstage ist nicht gleichzusetzen mit dem Urlaubsanspruch.

Zahl der genommenen Urlaubstage pro Arbeitnehmer und JahrBild vergrößern

Tatsächlich genommene Urlaubstage

Tatsächlich nahmen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Jahr 2016 31,3 Tage frei. Diese Zahl der genommenen Urlaubstage ist seit 1991 nahezu unverändert. Allerdings variiert die Zahl der Urlaubstage je nach Wirtschaftszweig teilweise recht deutlich.



Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Durchschnittliche Zahl der genommenen Urlaubstage pro Abreitnehmer und Kalenderjahr.

Quelle
IAB – Arbeitsvolumenrechnung

Hinweise zur Interpretation
Die Werte beziehen sich auf Urlaubstage, die jedem Arbeitnehmer im Mittel zur Verfügung stehen.

Weitere Informationen hierzu finden Sie unter:

Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Arbeits Arbeitszeit- und Arbeitsvolumenrechnung nach Geschlecht und Altersgruppen
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB-Kompendium), Arbeitszeit und Arbeitsvolumen

Urlaubsanspruch

Der Indikator gibt an, auf wie viele Urlaubstage jede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer in einem Kalenderjahr Anspruch hat.

Gesetzlicher und tatsächlicher Urlaubsanspruch

Laut Bundesurlaubsgesetz besteht für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit einer 5-Tagewoche in Deutschland ein Mindesturlaubsanspruch von 20 Tagen pro Jahr. Tarifvertraglich sind aber meist höhere Urlaubsansprüche vereinbart.

Zahlen aus dem Jahr 2014 bestätigen, dass es branchenbedingte Unterschiede von bis zu sechs Urlaubstagen gab.

In den meisten Wirtschaftszweigen hatten Vollzeitkräfte 2014 einen Urlaubsanspruch von mindestens 28 Tagen. Spitzenreiter waren zum Beispiel die Wirtschaftszweige Bergbau, Energie- und Wasserversorgung sowie Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen mit 30 Urlaubstagen. Einen deutlich geringeren Anspruch gab es in der Land- und Forstwirtschaft mit 24 Tagen sowie im Gastgewerbe mit 25 Tagen. In diesen saisonal geprägten Branchen blieben Sonderurlaube jedoch unberücksichtigt.

Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Arithmetisches Mittel der Anzahl der jährlichen Urlaubstage (auf Basis einer 5-Tage-Woche).

Quelle
Verdienststrukturerhebung 2014

Hinweise zur Interpretation
Es empfiehlt sich, die Ergebnisse nach Voll- und Teilzeiterwerbstätigen getrennt zu betrachten, da die Teilzeitquote den Durchschnitt der Urlaubstage beeinflusst.

Basis für die Berechnung sind Arbeitnehmer in allen Wirtschaftszweigen (NACE – Gruppen) mit Ausnahme der Landwirtschaft, Fischerei, öffentliche Verwaltung, private Haushalte und exterritoriale Organisationen in Unternehmen mit mindestens 10 Beschäftigten.

Krankenstand

Der Krankenstand informiert über den Umfang der Krankmeldungen durch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. In Deutschland besteht im Krankheitsfall ein Anspruch auf Lohnfortzahlung in voller Höhe durch den Arbeitgeber. Dieser Anspruch besteht in der Regel für maximal sechs Wochen pro Jahr. Danach zahlen die Krankenkassen Krankengeld. Bei der Berechnung werden nur Krankmeldungen erfasst, die eine Abwesenheitsdauer von drei Tagen überschreiten. Die Zahl der Krankheitstage dürfte also faktisch höher liegen.

Krankheitstage je Beschäftigten in Arbeitstagen pro JahrBild vergrößern

Arbeitnehmer 2016 10,8 Tage krank gemeldet

2016 waren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland durchschnittlich 10,8 Arbeitstage krank gemeldet. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 10,0 Arbeits­tagen. Seit dem Jahr 2008 ist wieder ein moderater Anstieg der Krankheitstage zu beobachten.

Niedrigste Anzahl der Krankheitstage im Jahr 2007

2007 gab es die niedrigsten Fehlzeiten seit 1991. Damals lag die durchschnittliche Zahl der Krankentage noch bei 12,8 Tagen, bis zum Jahr 2007 sank sie auf 8,1. Dies ist ein Rückgang um 37 %. Mögliche Ursachen können eine allgemein verbesserte Gesundheitslage oder der Rückgang gesundheitsbeeinträchtigender Arbeiten (z. B. im Produzierenden Gewerbe) sein. Aber auch die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes kann Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer veranlassen, sich seltener krank zu melden. Insbesondere in konjunkturellen Schwächephasen gehen die Krankmeldungen zurück, wie die Entwicklung seit 1991 zeigt.

Krankenstand je Arbeitnehmer
JahrKrankenstand
der Personen
in %
Krankenstand
in Arbeitstagen
in Tagen
Quelle: Arbeitsvolumenrechnung (IAB).
19915,212,8
19925,112,8
19934,912,3
19945,012,5
19955,213,0
19964,812,0
19974,310,8
19984,310,7
19994,310,9
20004,310,8
20014,310,6
20024,110,2
20033,79,2
20043,48,7
20053,69,2
20063,38,2
20073,38,1
20083,48,6
20093,58,8
20103,79,4
20113,89,7
20123,79,3
20133,89,5
20143,89,4
20154,010,0
20164,310,8

Auch Anteil der krank Gemeldeten steigt wieder leicht an

Der Anteil der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die sich krank gemeldet haben, ergänzt die Information zur durchschnittlichen Dauer der Krankmeldung. Der durchschnittliche Anteil hat sich seit 1991 parallel zur durchschnittlichen Zahl der Krankentage entwickelt. Damals hatten sich 5,2 % der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer krank gemeldet. 2007 erreichte auch der Anteil der Krankmeldungen mit 3,3 % seinen Tiefstand. Im Jahr 2016 haben sich durchschnittlich 4,3 % der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer krank gemeldet.

Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Krankenstand pro Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmr pro Jahr (in Tagen).

Der Krankenstand in Tagen gibt die durchschnittliche Anzahl der Fehltage pro Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer pro Jahr an.

Quelle
Arbeitsvolumenrechnung (IAB).

Hinweise zur Interpretation
Der Krankenstand bezieht sich auf die durchschnittliche Anzahl der Fehltage wegen Arbeitsunfähigkeit je Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Generell muss beim Vergleich unterschiedlicher Quellen auf die Bezugsgrößen geachtet werden. Beispielsweise werden Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, auf denen z.B. die Statistiken der gesetzlichen Krankenkassen beruhen, in der Regel erst ab drei Tagen abgegeben.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Arbeits Arbeitszeit- und Arbeitsvolumenrechnung nach Geschlecht und Altersgruppen
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB-Kompendium), Arbeitszeit und Arbeitsvolumen

Krankenversicherungsschutz

In Deutschland gehört die Krankenversicherung zum sozialen Sicherungssystem. Grundsätzlich sind alle Personen verpflichtet, sich gesetzlich oder privat zu versichern. Die Beiträge werden (bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern) gemeinsam von Arbeitgebern und Beschäftigten geleistet. In der gesetzlichen Krankenversicherung sind Beschäftigte (unterhalb gewisser Einkommensgrenzen), Bezieher von Erwerbsersatzeinkünften, z. B. Arbeitslosengeld, Rente oder Krankengeld, Studierende, Rentner und Rentenantragsteller sowie bestimmte Familienangehörige versichert.

Für Beschäftigte oberhalb gewisser Einkommensgrenzen, Selbstständige, Künstler und andere Ausnahmen gibt es die Möglichkeit sich freiwillig in der gesetzlichen oder aber bei privaten Krankenkassen zu versichern. Beamte oder Selbstständige sind normalerweise Mitglieder privater Krankenkassen.

Krankenversicherung von Erwerbstätigen nach dem VersicherungsstatusBild vergrößern

87 % der Erwerbstätigen sind gesetzlich versichert

Im Jahr 2015 waren fast alle Arbeitnehmer mit 95 % und 56 % der Selbstständigen in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert. Von den Arbeitnehmern sind fast alle pflichtversichert, nur ein geringer Teil mit 5 % sind freiwillige Mitglieder einer gesetzlichen Krankenversicherung. 5 % der Arbeitnehmer und 43 % der Selbst­ständi­gen sind in einer privaten Krankenversicherung abgesichert.


Männer eher freiwillig versichert

Männer sind zu einem höheren Anteil als Frauen privat versichert. Dies hängt vermutlich vor allem damit zusammen, dass Männer die Beitragsbemessungsgrenze öfter überschreiten als Frauen und somit wählen dürfen, ob sie sich freiwillig in einer gesetzlichen oder in einer privaten Krankenversicherung versichern.

Weniger als 1 % der Erwerbstätigen nicht versichert

Erstaunlich ist, dass trotz der Verpflichtung nicht alle Erwerbstätigen versichert sind. Auch wenn es sich um einen geringen Anteil handelt, so ist doch bemerkenswert, dass vor allem jüngere Menschen nicht versichert sind. Bei Männern im Alter von 15 bis 24 Jahren liegt der Anteil der Nicht-Krankenversicherten bei 0,7 %.


Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Anteil der Erwerbstätigen in gesetzlichen oder privaten Krankenversicherungen an allen Erwerbstätigen.

Quelle
Mikrozensus

Hinweise zur Interpretation
Da sich die Fragestellung in den Erhebungsjahren jeweils (teilweise deutlich) unterscheidet ist die Vergleichbarkeit eingeschränkt. Bei zeitlichen Vergleichen sollte dies berücksichtigt werden.

Der Mikrozensus wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.

Die aktuelle Veränderung berücksichtigt in der Hochrechnung die Bevölkerungseckwerte aus der Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus und revidiert die Ergebnisse für die Jahre 2011 - 2013.

Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.

Durchschnittliche Bruttostundenverdienste von Beschäftigungsverhältnissen

Mit dem durchschnittlichen Bruttostundenverdienst lässt sich die Verdienstsituation von Beschäftigungsverhältnissen unterschiedlicher Altersgruppen abhängig Beschäftigter unterschiedlicher Altersgruppen, Wirtschaftszweige und Erwerbsformen betrachten.

Er enthält keine Information über Lohnspreizungen innerhalb der genannten Gruppen. Einzelne Bruttostundenverdienste können daher beispielsweise innerhalb einer Branche deutlich vom errechneten Durchschnittsverdienst abweichen. Berücksichtigt wurden nur Beschäftigungsverhältnisse, die sich nicht in Ausbildung befanden.

Beschäftigte verdienten durchschnittlich 17,44 Euro pro Stunde

Beschäftigte verdienten in Deutschland im April 2014 durchschnittlich 17,44 Euro pro Stunde. Das Lohnniveau in den neuen Ländern lag mit 14,08 Euro um 3,88 Euro deutlich unter dem Durchschnittsverdienst in den alten Ländern (17,96 Euro).

Geringfügig Beschäftigte und Zeitarbeitnehmer verdienten am wenigsten

Die meisten Beschäftigten, mit einem geringen Verdienst im Jahr 2014, waren atypisch beschäftigt. Zur atypischen Beschäftigung zählt man vier Erwerbsformen: Teilzeitbeschäftigung mit bis zu 20 Wochenarbeitsstunden, befristete Beschäftigung, Zeitarbeit und geringfügige Beschäftigung.

Atypisch Beschäftigte verdienten durchschnittlich 13,02 Euro brutto je Stunde. Bei Beschäftigten in Normalarbeitsverhältnissen lag der Bruttostundenverdienst dagegen mit 19,99 Euro deutlich höher. Als Normalarbeitsverhältnis gilt eine unbefristete Beschäftigung mit über 20 Wochenarbeitsstunden, die nicht als geringfügige Beschäftigung und nicht als Zeitarbeit ausgeübt wird. Ausschlaggebend für diese Unterschiede beim Bruttostundenverdienst sind neben den Beschäftigungsformen auch Qualifikationsanforderungen. Bei geringfügiger Beschäftigung sind diese Anforderungen in der Regel relativ niedrig. Mit durchschnittlich 9,39 Euro hatten sie daher auch den geringsten Bruttostundenverdienst der atypisch Beschäftigten gefolgt von den Zeitarbeitnehmern mit 11,96 Euro. Befristet Beschäftigte hatten mit 13,53 Euro den höchsten Bruttostundenverdienst innerhalb der atypisch Beschäftigten. Teilzeitbeschäftigte mit bis zu 20 Wochenarbeitsstunden verdienten durchschnittlich 12,46 Euro.


Durchschnittlicher Bruttostundenverdienst von Beschäftigungsverhältnissen im April 2014
in Euro
MerkmalInsge-
samt
Normal-
arbeit-
nehmer/
-innen
Atypisch
Beschäf-
tigte
davon
Teil-
zeit-
beschäf-
tigte
befristet
Beschäf-
tigte
gering-
fügig
Beschäf-
tigte
Zeitarbeit-
nehmer/
-innen
Quelle: Verdienststrukturerhebung 2014.
Bruttostundenverdienst
Insgesamt17,4419,9913,0212,4613,539,3911,96
Frauen15,2117,5012,6212,3412,779,3811,17
Männer19,5621,7413,7012,7414,399,4112,25
Früheres Bundesgebiet
   einschließlich Berlin
17,9620,8513,2012,6113,769,5412,23
Neue Länder14,0815,1711,4510,8411,967,8410,65

Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Arithmetischer Mittelwert des Bruttostundenverdienstes von Beschäftigungsverhältnissen.

Quelle
Verdienststrukturerhebung 2014.

Hinweise zur Interpretation
Basis für die Berechnung sind Arbeitnehmer in allen Wirtschaftszweigen (NACE – Gruppen) in Betrieben ab einem sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.
Berücksichtig wurden nur Beschäftigungsverhältnisse, die sich nicht in Ausbildung befanden.

© Statistisches Bundesamt (Destatis), 2017

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