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Arbeitsmarkt

Qualität der Arbeit

Dimension 1: Arbeitssicherheit und Gleichstellung

Information zur Dimension 1

Grundlegende Aspekte für "gute" Arbeit sind sowohl in den ethischen Aspekten von Beschäftigungen zu finden, wie auch im Bereich der Arbeitssicherheit und der Gleichberechtigung.

Die Indikatoren der Dimension 1 beschreiben mit ihren Kennzahlen zu Arbeitsunfällen und gesundheitliche Belastungen, inwiefern Arbeit gefährlich ist. Ethische Standards wie etwa der Verzicht auf Kinderarbeit, Zwangsarbeit oder Menschenhandel werden in Deutschland weitestgehend eingehalten, spielen jedoch in anderen Ländern eine bedeutende Rolle. Die Gleichbehandlung unterschiedlicher Personengruppen ist ein zentraler ethischer Aspekt, der auch auf dem deutschen Arbeitsmarkt berücksichtigt werden muss. Hervorzuheben ist etwa die Gleichbehandlung von Männern und Frauen oder von Deutschen und Ausländern.

Tödliche Arbeitsunfälle

Arbeitsunfallquoten zeigen die Zahl der Arbeitsunfälle je 100 000 Erwerbstätigen. Dargestellt wird die Zahl der Arbeitsunfälle mit tödlichem Ausgang. Je seltener Arbeitsunfälle auftreten, desto besser ist die Sicherheit am Arbeitsplatz gewährleistet. Das Unfallrisiko ist allerdings in verschiedenen Branchen unterschiedlich hoch.

Tödliche Arbeitsunfälle je 100 000 ErwerbstätigeBild vergrößern

Tödliche Arbeitsunfälle kommen immer seltener vor

2015 wurde einer von 100 000 Erwerbstätigen Opfer eines tödlichen Arbeitsunfalls. Das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber 1995, als diese Zahl bei drei tödlichen Unfällen lag.

95 % der tödlich Verunglückten sind Männer

Tödliche Unfälle waren sehr ungleichmäßig auf die Geschlechter verteilt: 95 % der Unfälle mit tödlichem Ausgang betrafen Männer. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass Männer häufiger in Branchen mit höheren Unfallgefahren arbeiten. Am häufigsten kamen tödliche Arbeitsunfälle in den Bereichen Verkehr und Lagerei, Baugewerbe sowie bei der Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung vor.

Tödliche Arbeitsunfälle
je 100 000 Erwerbstätige
JahrInsgesamt
Quelle: Europäische Statistik
der Arbeitsunfälle (ESAW).
19943,7
19953,0
19963,5
19972,7
19982,2
19992,4
20002,1
20012,0
20022,5
20032,3
20042,2
20051,8
20062,1
20071,8
20081,6
20091,1
20101,2
20111,2
20121,2
20131,0
20141,1
20151,0


Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Anteil der tödlichen Arbeitsunfälle pro 100 000 Erwerbstätige.

Ein tödlicher Unfall ist ein Unfall, der innerhalb eines Jahres nach dem Unfall zum Tod des Opfers führt.

Quelle
Europäische Statistik der Arbeitsunfälle (ESAW).
Zusatzinformation: Grundlage sind Meldungen an die gesetzliche Unfallversicherung.

Hinweise zur Interpretation
Ggf. Zeitreihenbruch in 2008 durch die Einführung der internationalen Wirtschaftszweigklassifikation (NACE Revision 2).

Weitere Informationen hierzu finden Sie unter:

Eurostat Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz.
Eurostat Accidents at work.

Nicht-tödliche Arbeitsunfälle

Arbeitsunfallquoten zeigen die Zahl der Arbeitsunfälle je 100 000 Erwerbstätigen. Dargestellt wird die Zahl der nicht-tödlichen Arbeitsunfälle, sofern sie einen Ausfall von mehr als drei Arbeitstagen nach sich ziehen. Je seltener Arbeitsunfälle auftreten, desto besser ist die Sicherheit am Arbeitsplatz gewährleistet. Das Unfallrisiko ist allerdings in verschiedenen Branchen unterschiedlich hoch.

Nicht-tödliche ArbeitsunfälleBild vergrößern

Nicht-tödliche Arbeitsunfälle kommen immer seltener vor

Von 100 000 Erwerbstätigen hatten 2015 in Deutschland 1 800 Menschen (1,8 %) einen Arbeitsunfall ohne tödlichen Ausgang. Auch hier sind die Zahlen seit Anfang der 1990er Jahre rückläufig. Wie bei tödlichen Arbeitsunfällen, waren Männer auch bei nicht-tödlichen Arbeitsunfällen häufiger betroffen als Frauen: Auf 100 000 erwerbstätige Frauen kamen rund 1 000 Unfälle, auf Männer rund 2 600.

Bauarbeiter am häufigsten betroffen

Der Wirtschaftszweig Wasserversorgung und Abfallentsorgung war 2015 am häufigsten von Unfällen betroffen (5 000 Unfälle pro 100 000 Erwerbstätige). Auch im Bereich Baugewerbe traten Arbeitsunfälle mit rund 4 900 je 100 000 Erwerbstätigen vergleichsweise häufig auf.

Nicht-tödliche Arbeitsunfälle mit mehr als 3 Tagen
Abwesenheit
je 100 000 Erwerbstätige
JahrInsgesamtFrauenMänner
Quelle: Europäische Statistik der Arbeitsunfälle (ESAW).
19945 5832 1657 513
19955 2492 0897 027
19965 0982 1766 772
19975 0212 1106 685
19984 9582 1236 578
19994 9082 1096 539
20004 7572 1056 320
20014 3802 0025 827
20024 0821 8445 491
20033 6741 5964 935
20043 6181 6444 861
20053 2331 4534 306
20063 2761 4384 400
20073 1251 3544 199
20082 4371 1713 512
20091 8561 0002 526
20101 9761 0232 807
20112 0581 0043 016
20121 9569982 821
20131 9001 0102 719
20141 8569892 648
20151 8129862 567


Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Anteil der nicht-tödlichen Arbeitsunfälle pro 100 000 Erwerbstätige.

Ein nicht-tödlicher Unfall ist ein Unfall, der zu mindestens 3 Tagen Abwesenheit vom Arbeitsplatz führt.

Quelle
Europäische Statistik der Arbeitsunfälle (ESAW).
Zusatzinformation: Grundlage sind Meldungen an die gesetzliche Unfallversicherung.

Hinweise zur Interpretation
Ggf. Zeitreihenbruch in 2008 durch die Einführung der internationalen Wirtschaftszweigklassifikation (NACE Revision 2).

Weitere Informationen hierzu finden Sie unter:

Eurostat Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz.
Eurostat Accidents at work.

Körperliche Belastungen am Arbeitsplatz

Wie hoch ist der Anteil der Erwerbstätigen, die am Arbeitsplatz körperlichen Belastungen ausgesetzt sind? Als körperliche Belastungen gelten hier Gesundheitsgefährdungen für die Atemwege, die Augen, die Ohren und den Bewegungsapparat. In die Berechnung gehen alle Erwerbstätigen ein, die sich innerhalb der letzten zwölf Monate vor der Befragung gesundheitlich belastet fühlten. Die Angaben beruhen auf der Selbsteinschätzung der Befragten, nicht auf ärztlichen Diagnosen.

Nicht nur von Unfällen geht Gesundheitsgefahr am Arbeitsplatz aus. Auch die Tätigkeit selbst kann als körperliche Belastung wahrgenommen werden und zu Gesundheitsproblemen führen.

Erwerbstätige am Arbeitsplatz nach Art der körperlichen BelastungBild vergrößern

24 % sind am Arbeitsplatz körperlich belastet

2013 fühlten sich knapp ein Viertel der Erwerbs­tätigen am Arbeitsplatz körperlich belastet. Männer waren dabei etwas häufiger körperlichen Belastungen ausgesetzt als Frauen: 26 von 100 Männern gaben an, körperlich belastet zu sein, bei den Frauen waren 22 von 100 betroffen.



Erwerbstätige nach Art der physischen Gefährdung am Arbeitsplatz
in %
Art der GefährdungInsgesamt
Frauen
Männer
Quelle: Ergebnis der Arbeitskräfteerhebung, Ad hoc-Modul, 2013.
Physische Gefährdung durch irgendeine Ursache vorhanden24,422,226,3
hauptsächlich durch Chemikalien, Staub, Dämpfe, Rauch oder Gase2,51,53,3
hauptsächlich durch Lärm und Vibrationen1,61,02,2
hauptsächlich durch schwierige Körperhaltung12,413,511,5
hauptsächlich durch Hantieren mit schweren Lasten4,63,55,5
hauptsächlich durch Unfallgefahren1,50,82,1
hauptsächlich durch belastende Tätigkeiten für Augen und Sehvermögen1,81,91,8

Die Belastungen waren am häufigsten auf „schwierige Körperhaltungen" (12,4 %) und "Hantieren mit schweren Lasten“ (4,6 %) zurückzuführen. Weitere Beeinträchtigungen am Arbeitsplatz sind "Chemikalien, Staub, Dämpfe, Rauch und Gase" mit 2,5 % und "belastende Tätigkeiten für Augen und Sehvermögen" mit 1,8 %. 1,6 % der Befragten gaben an, durch "Lärm und Vibrationen" beeinträchtigt zu sein.

Erwerbstätige in Bauberufen (38,7 %) und in der Landwirtschaft (38,2 %) gaben am häufigsten an, bei der Arbeit körperlich belastet zu sein. Auch in Berufen im produzierenden Gewerbe traten körperliche Belastungen mit 27,7 % überdurchschnittlich häufig auf. Finanz- und Versicherungsdienstleister waren dagegen weniger häufig betroffen. Aber auch hier gaben immerhin 11,9 % körperliche Belastungsfaktoren an.


Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Anteil der Arbeitnehmer (ab 15 Jahre), die angeben physischen Belastungen ausgesetzt zu sein an allen Erwerbstätigen (ab 15 Jahre).

Physische Belastungen liegen vor bei mindestens einer der folgenden Nennungen:
- hauptsächlich Chemikalien, Staub, Dämpfen, Rauch oder Gasen
- hauptsächlich Lärm und Vibrationen
- hauptsächlich schwierigen Körperhaltungen
- hauptsächlich durch hantieren mit schweren Lasten
- hauptsächlich Unfallgefahren
- hauptsächlich durch belastende Tätigkeiten für Augen und Sehvermögen

Quelle
Arbeitskräfteerhebung, Ad hoc-Modul, 2013

Hinweise zur Interpretation
Die Angaben basieren auf einer Selbsteinschätzung der Befragten.

Die Arbeitskräfteerhebung wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.

Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.

Stress am Arbeitsplatz

Wie hoch ist der Anteil der Erwerbstätigen, die am Arbeitsplatz psychischen Belastungen ausgesetzt sind? In die Berechnung gehen alle Erwerbstätigen ein, die innerhalb der letzten zwölf Monate vor der Befragung unter Zeitdruck und Arbeitsüberlastung litten. Die Angaben beruhen auf der Selbsteinschätzung der Befragten, nicht auf ärztlichen Diagnosen.

Nicht nur von Unfällen geht Gesundheitsgefahr am Arbeitsplatz aus. Auch die Tätigkeit selbst kann als psychische Belastung wahrgenommen werden.

Zeitdruck und Arbeitsüberlastung bei Erwerbstätigen nach BerufsgruppenBild vergrößern

Psychische Belastungen treten etwas weniger häufig auf

Erwerbstätige gaben etwas seltener an, durch psychische als durch körperliche Belastungen beeinträchtigt zu sein. 2013 waren 16,5 % der Erwerbstätigen betroffen. Als Auslöser wurden meist Zeitdruck und Arbeitsüberlastung genannt (15,3 %), während Mobbing oder Belästigungen am Arbeitsplatz eine vergleichsweise geringe Rolle spielten (0,7 %).



Erwerbstätige, die unter Zeitdruck leiden
in %
Alter von ... bis ... Jahren2013

/ = Keine Angaben, da Zahlenwert nicht sicher genug.

Quelle: Ergebnis der Arbeitskräfteerhebung,
Ad-hoc Modul, 2013.

15 bis 246,8
25 bis 3415,6
35 bis 4417,0
45 bis 5417,9
55 bis 6415,2
65 und älter/
Insgesamt15,3


Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Anteil der Beschäftigten (ab 15 Jahre), die wegen Arbeitsüberlastung und Termindruck psychischen Belastungen ausgesetzt sind an allen Erwerbstätigen (ab 15 Jahre).

Stress liegt vor, wenn die Befragten angaben unter "Zeitdruck und Arbeitsüberlastung" zu leiden. Als psychische Gefährdung gelten darüber hinaus auch Angaben zu Gewalt- und Gewaltandrohung bzw. Mobbing und Belästigungen am Arbeitsplatz.

Quelle
Arbeitskräfteerhebung, Ad-hoc Modul 2013.

Hinweise zur Interpretation
Die Angaben basieren auf einer Selbsteinschätzung der Befragten.

Die Arbeitskräfteerhebung wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.

Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.

Teilhabe von Frauen am Erwerbsleben

Frauen und Männer sind nicht in gleichem Umfang berufstätig. Der Frauenanteil an den Erwerbstätigen insgesamt zeigt, wie häufig Frauen im Vergleich zu ihrem Anteil an der Bevölkerung einer bezahlten Tätigkeit nachgehen. Der Indikator enthält allerdings keine Angaben zur Art und zum Umfang der ausgeübten Tätigkeit.

Von 100 Erwerbstätigen gingen 46,5 Frauen im Jahr 2016 einer Beschäftigung nach. Im Vergleich zu ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung (50,8 %) waren Frauen im Berufsleben in Deutschland immer noch unterrepräsentiert.

Anteil der Frauen an allen ErwerbstätigenBild vergrößern

Der Abstand zu den Männern verringert sich

Der Abstand bei der Erwerbsbeteiligung von Frauen und Männern hat sich seit den 1990er Jahren deutlich verringert. Im Jahr 1996 lag der Frauenanteil noch bei 42,8 % und ist bis zum Jahr 2016 auf 46,5 % angestiegen. Seit 2013 ist der Anteil allerdings konstant geblieben.



Erwerbsbeteiligung von Frauen nach Stellung im Beruf und Vollzeit-/Teilzeitbeschäftigung in %
Merkmal19962006
2016
Quelle: Ergebnis der Arbeitskräfteerhebung.
Insgesamt42,845,346,5
nach Vollzeit-/Teilzeitbeschäftigung
Vollzeitbeschäftigung34,033,134,1
Teilzeitbeschäftigung86,980,378,7
Stellung im Beruf
Selbstständige mit Beschäftigten21,424,225,5
Solo-Selbstständige33,135,638,7
Arbeitnehmer44,046,848,0
Mithelfende Familienangehörige81,376,867,5

Frauen ab 55 holen am stärksten auf

Im Vergleich von 1996 zu 2016 haben Frauen im Alter von 55 bis 64 Jahren am stärksten zugelegt. So stieg der Anteil erwerbstätiger Frauen in dieser Altersgruppe gut 9 Prozentpunkte von 37,6 % auf 47,0 % und erreicht damit fast das Niveau der Gesamtbevölkerung. Verglichen werden dabei jeweils unterschiedliche Geburtsjahrgänge, beispielsweise die 55- bis 64-jährigen Frauen im Jahr 2016 mit den 55- bis 64-Jährigen im Jahr 1996.

Bei jüngeren Frauen sind im Zeitverlauf weniger starke Veränderungen und Zuwächse zu beobachten, da Frauen jüngerer Geburtsjahrgänge seit langem viel häufiger berufstätig sind als ältere Jahrgänge. Bei Frauen unter 25 Jahren ging der Frauenanteil an den Erwerbstätigen im Vergleich zu 1996 sogar ganz leicht zurück. Dies könnte jedoch daran liegen, dass mehr junge Frauen als früher studieren und dadurch später anfangen zu arbeiten.


Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Erwerbstätige Frauen (ab 15 Jahre) an allen Erwerbstätigen (ab 15 Jahre).

Quelle
Arbeitskräfteerhebung

Hinweise zur Interpretation
Die Arbeitskräfteerhebung wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.

Die aktuelle Veränderung berücksichtigt in der Hochrechnung die Bevölkerungseckwerte aus der Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus und revidiert die Ergebnisse ab dem Jahr 2010.

Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.

Erwerbsbeteiligung von Frauen nach Berufen

Wie hoch ist der Frauenanteil in einzelnen Berufsgruppen? Unterschiede beim Frauenanteil können sowohl auf die Benachteiligung von Frauen in einzelnen Berufsgruppen als auch auf unterschiedliche Präferenzen bei der Berufswahl hinweisen. Auch wenn der Frauenanteil an den Erwerbstätigen insgesamt deutlich zugenommen hat, beschränkt sich ihre Berufswahl immer noch häufig auf ein begrenztes Spektrum an Tätigkeiten.

Die Frauenanteile in den einzelnen Berufsgruppen haben sich seit Anfang der neunziger Jahre insgesamt nur wenig verändert. Mit der frauen- und männertypischen Berufswahl sind häufig Unterschiede im Verdienst und in den Karriereverläufen verknüpft.

Frauen in ausgewählten BerufsgruppenBild vergrößern

Mehr Frauen in akademischen Berufen

Deutlich geringer waren die Unterschiede in aka­demischen Berufen wie z. B. bei Ärzten, Juristen, Lehrern oder Sozialwissenschaftlern. Hier lag der Frauenanteil 2016 bei 44,5 %. Anders als bei den Führungskräften hat sich der Anteil von Frauen in akademischen Berufen seit den 1990er Jahren um gut 20 % deutlicher erhöht.

Frauen sind am häufigsten in Dienstleistungs- und Bürojobs anzutreffen

Im Jahr 2016 waren Frauen in Büro- und Dienstleistungsberufen deutlich überrepräsentiert. Knapp zwei Drittel aller Bürokräfte und kaufmännischen Angestellten waren Frauen. Bei Erwerbstätigen in Dienstleistungsberufen waren Frauen mit einem Anteil von 62,9 % vertreten.



Männer dominieren Handwerk und Industrie

Stark unterrepräsentiert waren Frauen im Handwerk sowie in Industrie und Landwirtschaft. Nur 11,1 % der Erwerbstätigen in Handwerksberufen waren weiblich. Arbeiten in der Industrie (z. B. Bedienen von Maschinen und Anlagen sowie Montagearbeiten) wurden nur zu 14,2 % von Frauen erledigt. Bei den Fachkräften in der Landwirtschaft lag der Frauenanteil bei (18,8 %). Während sich der Frauenanteil in Handwerksberufen aus dem Jahr 1992 mit den aktuellen Zahlen aus dem Jahr 2016 deckt war er in der Industrie innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte sogar rückläufig. Ihr Anteil ist von 18,3 % auf 14,2 % im Jahr 2016 gesunken.

Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Anteil erwerbstätiger Frauen und Männer (ab 15 Jahre) nach Berufsgruppen (ISCO-Hauptgruppen) an allen Erwerbstätigen (ab 15 Jahre).

ISCO ist die Bezeichnung für die internationale Standardklassifikation der Berufe.

Quelle
Arbeitskräfteerhebung

Hinweise zur Interpretation
Die Arbeitskräfteerhebung wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.

Die aktuelle Veränderung berücksichtigt in der Hochrechnung die Bevölkerungseckwerte aus der Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus und revidiert die Ergebnisse ab dem Jahr 2010.

Möglicherweise ergibt sich im Jahr 2012 ein Zeitreihenbruch durch die Einführung der neuen internationalen Berufsklassifikation (ISCO-08).

Die Angaben zu den Handwerks- und verwandten Berufen beziehen sich auf die 7. Hauptgruppe der International Standard Classification of Occupations (ISCO). Die Handwerks- und verwandten Berufe der ISCO-Klassifikation weichen von den in der deutschen Handwerksordnung genannten Berufen ab.

Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.

Frauen in Führungs­positionen

Wie hoch ist der Frauenanteil in Führungspositionen? Zu den Führungspositionen zählen die Geschäftsführung kleiner Unternehmen, die Geschäftsführung oder Bereichsleitung großer Unternehmen sowie leitende Positionen im Verwaltungsdienst.

Auch wenn der Frauenanteil an den Erwerbs­tätigen insgesamt deutlich zugenommen hat, beschränkt sich ihre Berufswahl immer noch häufig auf ein begrenztes Spektrum an Tätigkeiten. Die Frauenanteile in den einzelnen Berufsgruppen haben sich seit Anfang der neunziger Jahre insgesamt nur wenig verändert. Mit der frauen- und männertypischen Berufswahl sind häufig Unterschiede im Verdienst und in den Karriereverläufen verknüpft.

Nur jede dritte Führungskraft ist eine Frau

Nur knapp jede dritte Führungskraft (29,3 %) war 2016 weiblich. Dieser Anteil veränderte sich seit 2012, dem Zeitpunkt der Einführung der aktuellen Klassifikation, nur wenig (+ 0,7 Prozent­punkte). Im Zeitraum von 1992 bis 2011 stieg der Anteil von Frauen in Führungspositionen von 25,8 % auf 30,3 % an, wobei diese Werte mit den aktuellen Ergebnis­sen nur eingeschränkt vergleichbar sind.

Zu den Führungspositionen zählen Vorstände und Geschäftsführerinnen/Geschäftsführer sowie Führungskräfte in Handel, Produktion und Dienstleistungen.

Anteil der Frauen in Führungspositionen1 in %
Alter von ... bis ... Jahren2016

1 Führungspositionen = Erwerbstätige in der

ISCO-Hauptgruppe 1.

/ = Keine Angaben, da Zahlenwert nicht sicher genug.

Quelle: Ergebnis der Arbeitskräfteerhebung.

15 bis 2443,5
25 bis 3435,7
25 bis 6429,3
35 bis 4428,5
45 bis 5427,6
55 bis 6429,1
65 bis 7425,1
75 und mehr/

Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Anteil der Frauen (ab 15 Jahre) in der ISCO - Hauptgruppe 1 an allen Erwerbstätigen (ab 15 Jahren) in der ISCO - Hauptgruppe 1.

ISCO ist die Bezeichnung für die internationale Standardklassifikation der Berufe.

Quelle
Arbeitskräfteerhebung

Hinweise zur Interpretation
Möglicher­weise ergibt sich im Jahr 2012 ein Zeit­reihen­bruch durch die Ein­führung der neuen inter­nationalen Berufs­klassifikation (ISCO-08).

Bei Vergleichen zu anderen Quellen ist die unterschiedliche Abgrenzung von Führungs­kräften je nach Quelle zu beachten.

Die Arbeitskräfteerhebung wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.

Die aktuelle Veränderung berücksichtigt in der Hochrechnung die Bevölkerungseckwerte aus der Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus und revidiert die Ergebnisse ab dem Jahr 2010.

Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.

Gender Pay Gap

Der Gender Pay Gap ist die Differenz des durchschnittlichen Bruttostundenverdienstes (ohne Sonderzahlungen) der Frauen und Männer im Verhältnis zum Bruttostundenverdienst der Männer.

Beschäftigte in der Landwirtschaft, in der öffent­lichen Verwaltung sowie in Betrieben mit bis zu zehn Beschäftigten werden nicht berücksichtigt.

Der Verdienstabstand zwischen Frauen und Männern ist ein Indiz für mangelnde Gleichbehandlung. Allerdings ist er auf vielfältige Ursachen zurückzuführen. Frauen und Männer unterscheiden sich in ihren Erwerbsbiografien und der Wahl von Berufsfeldern. Dies führt häufig zu unterschiedlichen Karriereverläufen und Verdienstunterschieden.

Gender Pay Gap nach ausgewählten WirtschaftszweigenBild vergrößern

Frauen verdienen 21 % weniger

Der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen lag 2016 um 21 % niedriger als der Verdienst der Männer. Die Unterschiede fielen in Westdeutschland (und Berlin) mit 23 % deutlich höher aus als im Osten (7 %).

Gender Pay Gap seit Jahren konstant

Seit 2002 ist der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern fast konstant. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Verdienstabstand bis zum Jahr 2030 auf 10 % zu senken.

Überall verdienen Männer mehr als Frauen

Der Gender Pay Gap war 2016 je nach Branche sehr unterschiedlich. Am größten war er bei der „Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftli­chen und technischen Dienstleistungen“ (31 %), gefolgt vom Bereich Kunst, Unterhaltung und Erholung (29 %), den Banken und Versicherungen (28 %), dem Verarbeitenden Gewerbe sowie dem Bereich Information und Kommunikation (beide 25 %). Auch im Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz, wo traditionell Männer stärker vertreten sind als Frauen, waren die Verdienstunterschiede mit 23 % relativ hoch.

In den Wirtschaftszweigen „Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseiti­gung von Umweltverschmutzungen“ (6 %) sowie „Verkehr und Lagerei“ (7 %) fiel der Gender Pay Gap relativ gering aus. Hier waren allerdings nur wenige Frauen beschäftigt. In keinem einzigen Wirtschaftszweig verdienten Frauen mehr als Männer.

Auffallend ist, dass das Verdienstgefälle im öffentlichen Bereich weniger stark ausgeprägt ist, als im privatwirtschaftlichen Unternehmen. Der Verdienstabstand ist mit 9 % im öffentlichen Dienst wesentlich geringer als in der Privatwirt­schaft (23 %).

Einkommensunterschiede zwischen Frauen1 und Männern in %
JahreDeutschlandFrüheres
Bundesgebiet
Neue Länder

1 Unbereinigte Werte.

Quelle: Verdienststrukturerhebung 2006;

fortgeschätzt mit Ergebnissen der vierteljährlichen Verdiensterhebung.

200623246
200723246
200823246
200923246
201022247
201122247
201222248
201322238
201422239
201521238
201621237


Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Prozentualer Unterschied im durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Frauen und Männern, bezogen auf den durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Männern.

Quelle
Verdienststrukturerhebung, vierteljährliche Verdiensterhebung

Hinweise zur Interpretation
Bei der Interpretation der Werte sollte berücksichtigt werden, dass es sich um den unbereinigten Gender Pay Gap handelt. Aussagen zum Unterschied in den Verdiensten von weiblichen und männlichen Beschäftigten mit gleichem Beruf, vergleichbarer Tätigkeit und äquivalentem Bildungsabschluss sind damit nicht möglich.
Der unbereinigte Gender Pay Gap (GPG) wird berechnet für alle NACE - Gruppen mit Ausnahme der Landwirtschaft, Fischerei, öffentliche Verwaltung, private Haushalte und exterritoriale Organisationen in Betrieben mit mindestens 10 Beschäftigten.
Die Grundgesamtheit besteht aus allen Arbeitnehmern, ohne Altersbeschränkung oder Einschränkung der Stundenzahl. Teilzeiterwerbstätige sind enthalten.
Der Bruttostundenlohn (unter Verwendung des arithmetischen Mittels) beinhaltet bezahlte Überstunden und schließt außerordentliche Zahlungen aus.

© Statistisches Bundesamt (Destatis), 2017

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