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Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen, Inlandsprodukt

17,8 Billionen Euro Anlagevermögen in Deutschland

Am Jahresende 2016 waren in der deutschen Volkswirtschaft Anlagegüter – einschließlich Forschung und Entwicklung – mit einem Neuwert von 17,8 Billionen Euro für Produktionszwecke vorhanden.
Die privaten Haushalte besaßen langlebige Gebrauchsgüter – Fahrzeuge, Möbel und andere Haushaltsausstattungsgüter – im Wert von einer Billion Euro (Neuwert zwei Billionen Euro).

Im Rahmen der Vermögensrechnung stellt das Statistische Bundesamt ausgewählte Daten zum Sachvermögen der Volkswirtschaft, insbesondere zum Anlagevermögen sowie zum Gebrauchsvermögen privater Haushalte zur Verfügung, während das Geldvermögen von der Deutschen Bundesbank ermittelt wird.
Die Gemeinschaftsveröffentlichung mit der Deutschen Bundesbank Sektorale und gesamtwirtschaftliche Vermögensbilanzen ist zum Stand Oktober 2016 verfügbar.

Der Kapitalstock beziehungs­weise das Anlagevermögen spielt als Produktionsfaktor eine wesentliche Rolle. Mit der General­revision 2014 zur Einführung des Euro­päischen Systems Volks­wirtschaft­licher Gesamt­rechnungen (ESVG) 2010 hat der Kapitalstock durch die Kapitalisierung von Forschung und Entwicklung sowie von mili­tärischen Waffen­systemen erneut eine erhebliche Erweiterung erfahren. Bereits mit dem Über­gang auf das jetzt abgelöste ESVG 1995 mit der Revision 1999 waren im­materielle Anlage­güter sowie Nutztiere und Nutz­pflanzungen hinzu­gekommen und zivil nutzbare militärische Anlage­güter in die bis dahin allein einbezogenen Bauten und Ausrüstungen integriert worden. Nunmehr sind Wohn­bauten und Nicht­wohn­bauten; Fahrzeuge, Maschinen und sonstige Ausrüstungen sowie militärische Waffen­systeme; geistiges Eigentum, bestehend aus Forschung und Entwicklung sowie den bisher als immaterielle Anlagen bezeichneten Urheberrechten, Such­bohrungen sowie Software und Datenbanken; ferner Nutztiere und Nutz­pflanzungen in das Anlage­vermögen einbezogen. Damit umfasst das Anlagevermögen in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen definitions­gemäß den Bestand aller produzierten Vermögens­güter, die länger als ein Jahr wiederholt oder dauerhaft in der Produktion eingesetzt werden. Der Kettenindex für das preisbereinigte Bruttoanlagevermögen dient als Indikator für die Entwicklung des Kapitalstocks.

Die Integration von Forschung und Entwicklung sowie von militärischen Waffensystemen in das Anlage­vermögen erfolgte mit Hilfe der in der Vermögensrechnung üblichen Kumulations­methode. Wesentlicher Daten­input dafür sind die Brutto­anlage­investitionen der Volks­wirtschaft­lichen Gesamt­rechnungen sowie Schätzungen der durchschnittlichen Nutzungs­dauern für die neuen Güterarten. Als Datenquelle für letztere dienten eine Sonder­erhebung zu den Nutzungs­dauern von Forschung und Entwicklung durch den Stifterverband für die deutsche Wissenschaft, entsprechende Angaben aus den Bilanzen großer Unter­nehmen sowie weitere nationale und internationale Datenquellen. Ausführliche Erläuterungen zu "Forschung und Entwicklung in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen" werden in der Zeitschrift "Wirtschaft und Statistik" 12/2014 dargestellt.

Neben der Erstberechnung des Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal 2017 hat das Statistische Bundesamt die bisher veröffentlichten Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) für die letzten vier Jahre (ab 2013) – wie jedes Jahr im August – überarbeitet und revidiert.

Am Jahresende 2016 waren in der deutschen Volkswirtschaft Anlagegüter mit einem Neuwert von 17,8 Billionen Euro für Produktionszwecke vorhanden. Preisbereinigt waren es 7,2 % mehr Anlagegüter als 2010 und 1,2 % mehr als 2015. Die Kapitalproduktivität ist im Jahr 2016 um 0,7 % gestiegen weil das Bruttoinlandsprodukt mit 1,9 % wieder stärker als der Kapitalstock gewachsen ist. Diese Konstellation ist nun bereits das dritte Jahr in Folge zu beobachten. Davor haben sich seit 2006 je zwei Jahre mit sinkender und steigender Kapitalproduktivität abgewechselt, sodass diese über mehr als zehn Jahre betrachtet kaum weiter gesunken ist, was man bei kapitalintensivem Wachstum jedoch erwarten würde. So betrug der Index der Kapitalproduktivität mit dem Referenzjahr 2010 = 100 im Jahr 2002 103,5 und 2016 103,2.

Wie sich die beiden Produktions­faktoren Kapital und Arbeit im Verhältnis zueinander entwickelt haben, zeigt die Kapitalintensität. Dazu wird das Bruttoanlagevermögen am Jahresende in Relation zu den im Jahresdurchschnitt eingesetzten Erwerbstätigen gesetzt. Im Jahr 2016 waren je Erwerbstätigen (im Durchschnitt der Volkswirtschaft) Anlage­güter mit einem Neuwert, das heißt zu Wieder­beschaffungs­preisen, von rund 408 000 Euro vorhanden. Gegenüber dem Vorjahr ist der Kapitaleinsatz je Erwerbstätigen im Jahr 2016 preisbereinigt um 0,1 % gesunken, im Jahr zuvor war er um 0,2 % gestiegen.

Ausführliche Erläuterungen zu den Methoden der Anlagevermögensrechnung enthält der Aufsatz Revision der Anlagevermögensrechnung für den Zeitraum 1991 - 2011 im Heft 11/2012 der Zeitschrift "Wirtschaft und Statistik". Die wesentlichen Änderungen im Rahmen der Revision 2014 werden in der Zeitschrift "Wirtschaft und Statistik" 09/2014 dargestellt.

Informationen zur sektoralen Anlagevermögensrechnung sowie zur Gliederung und Datenverfügbarkeit der weiteren Vermögensgüter liefert der Aufsatz Gesamtwirtschaftliche und sektorale nichtfinanzielle Vermögensbilanzen im Heft 2/2009 der Zeitschrift "Wirtschaft und Statistik". Die Arbeitsunterlage Anlagevermögen nach Sektoren bietet ausführliche Daten zu diesem Thema.

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