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Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen, Inlandsprodukt

18,5 Billionen Euro Anlage­vermögen in Deutschland

Am Jahresende 2017 waren in der deutschen Volks­wirtschaft Anlagegüter – einschließlich Forschung und Entwicklung – mit einem Neuwert von 18,5 Billionen Euro für Produktions­zwecke vorhanden.

Im Rahmen der Vermögens­rechnung stellt das Statistische Bundesamt ausgewählte Daten zum Sachvermögen der Volkswirtschaft, insbesondere zum Anlage­vermögen, Grund und Boden sowie zum Gebrauchs­vermögen privater Haushalte zur Verfügung, während das Geldvermögen von der Deutschen Bundesbank ermittelt wird.
Die Gemeinschafts­veröffentlichung mit der Deutschen Bundesbank Sektorale und gesamtwirtschaftliche Vermögensbilanzen ist zum Stand Oktober 2018 verfügbar.

Definition Kapitalstock / Anlagevermögen

Der Kapital­stock beziehungs­weise das Anlagevermögen spielt als Produktions­faktor eine wesentliche Rolle. Mit der General­revision 2014 zur Einführung des Euro­päischen Systems Volks­wirtschaft­licher Gesamt­rechnungen (ESVG) 2010 hat der Kapitalstock durch die Kapitalisierung von Forschung und Entwicklung sowie von mili­tärischen Waffen­systemen erneut eine erhebliche Erweiterung erfahren. Bereits mit dem Über­gang auf das jetzt abgelöste ESVG 1995 mit der Revision 1999 waren im­materielle Anlage­güter sowie Nutztiere und Nutz­pflanzungen hinzu­gekommen und zivil nutzbare militärische Anlage­güter in die bis dahin allein einbezogenen Bauten und Ausrüstungen integriert worden. Nunmehr sind Wohn­bauten und Nicht­wohn­bauten; Fahrzeuge, Maschinen und sonstige Ausrüstungen sowie militärische Waffen­systeme; geistiges Eigentum, bestehend aus Forschung und Entwicklung sowie den bisher als immaterielle Anlagen bezeichneten Urheberrechten, Such­bohrungen sowie Software und Datenbanken; ferner Nutztiere und Nutz­pflanzungen in das Anlage­vermögen einbezogen. Damit umfasst das Anlagevermögen in den Volkswirt­schaftlichen Gesamt­rechnungen definitions­gemäß den Bestand aller produzierten Vermögens­güter, die länger als ein Jahr wiederholt oder dauerhaft in der Produktion eingesetzt werden. Der Kettenindex für das preisbereinigte Bruttoanlage­vermögen dient als Indikator für die Entwicklung des Kapitalstocks.

Forschung und Entwicklung sowie militärische Waffen­systeme

Die Integration von Forschung und Entwicklung sowie von militärischen Waffen­systemen in das Anlage­vermögen erfolgte mit Hilfe der in der Vermögens­rechnung üblichen Kumulations­methode. Wesentlicher Daten­input dafür sind die Brutto­anlage­investitionen der Volks­wirtschaft­lichen Gesamt­rechnungen sowie Schätzungen der durchschnittlichen Nutzungs­dauern für die neuen Güterarten. Als Datenquelle für letztere dienten eine Sonder­erhebung zu den Nutzungs­dauern von Forschung und Entwicklung durch den Stifterverband für die deutsche Wissenschaft, entsprechende Angaben aus den Bilanzen großer Unter­nehmen sowie weitere nationale und internationale Datenquellen. Ausführliche Erläuterungen zu "Forschung und Entwicklung in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen" werden in der Zeitschrift "Wirtschaft und Statistik" 12/2014 dargestellt.

Ergebnisse – Kapitalstock und Kapital­produktivität

Am Jahresende 2017 waren in der deutschen Volkswirtschaft Anlagegüter mit einem Neuwert von 18,5 Billionen Euro für Produktions­zwecke vorhanden. Preisbereinigt waren es 8,6 % mehr Anlagegüter als 2010 und 1,3 % mehr als 2016. Die Kapitalproduktivität ist im Jahr 2017 um 0,9 % gestiegen weil das Bruttoinlandsprodukt mit 2,2 % wieder stärker als der Kapitalstock gewachsen ist. Diese Konstellation ist nun bereits das vierte Jahr in Folge zu beobachten. Damit liegt der Index der Kapital­produktivität mit dem Referenzjahr 2010 = 100 in Höhe von 104,7 nahezu auf dem gleichen Niveau wie zehn Jahre zuvor (104,4).

Ergebnisse – Kapitalintensität

Wie sich die beiden Produktions­faktoren Kapital und Arbeit im Verhältnis zueinander entwickelt haben, zeigt die Kapitalintensität. Dazu wird das Brutto­anlage­vermögen am Jahresende in Relation zu den im Jahres­durchschnitt eingesetzten Erwerbstätigen gesetzt. Im Jahr 2017 waren je Erwerbstätigen (im Durchschnitt der Volkswirtschaft) Anlage­güter mit einem Neuwert, das heißt zu Wieder­beschaffungs­preisen, von rund 419 000 Euro vorhanden. Gegenüber dem Vorjahr ist der Kapitaleinsatz je Erwerbstätigen im Jahr 2017 preisbereinigt um 0,2 % zurückgegangen, nachdem er bereits im Jahr zuvor um 0,1% gesunken war.

Literatur

Ausführliche Erläuterungen zu den Methoden der Anlage­vermögens­rechnung enthält der Aufsatz Revision der Anlage­vermögens­rechnung für den Zeitraum 1991 - 2011 im Heft 11/2012 der Zeitschrift "Wirtschaft und Statistik". Die wesentlichen Änderungen im Rahmen der Revision 2014 werden in der Zeitschrift "Wirtschaft und Statistik" 09/2014 dargestellt.

Informationen zur sektoralen Anlage­vermögens­rechnung sowie zur Gliederung und Daten­verfügbarkeit der weiteren Vermögensgüter liefert der Aufsatz Gesamt­wirtschaftliche und sektorale nichtfinanzielle Vermögens­bilanzen im Heft 2/2009 der Zeitschrift "Wirtschaft und Statistik". Die Arbeitsunterlage Anlage­vermögen nach Sektoren bietet ausführliche Daten zu diesem Thema.

© Statistisches Bundesamt (Destatis), 2018

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