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Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen

Bruttoinlandsprodukt (BIP)

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Ergebnisse zum Bruttoinlandsprodukt finden Sie in der Tabelle Wichtige gesamtwirtschaftliche Größen sowie in den übrigen Tabellen zum Thema.

Was beschreibt der Indikator?

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist ein Maß für die wirtschaftliche Leistung einer Volkswirtschaft in einem bestimmten Zeitraum. Es misst den Wert der im Inland hergestellten Waren und Dienstleistungen (Wertschöpfung), soweit diese nicht als Vorleistungen für die Produktion anderer Waren und Dienstleistungen verwendet werden. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird in jeweiligen Preisen und preisbereinigt (Deflationierung mit jährlich wechselnden Vorjahrespreisen und Verkettung) errechnet. Auf Vorjahrespreisbasis wird die "reale" Wirtschaftsentwicklung im Zeitablauf frei von Preiseinflüssen dargestellt. Die Veränderungsrate des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukt (BIP) dient als Messgröße für das Wirtschaftswachstum der Volkswirtschaften. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist damit die wichtigste Größe der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen und gehört zu den Indikatoren des Verbreitungsstandards des Internationalen Währungsfonds (IWF).

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird in Deutschland über die Entstehungs- und Verwendungsseite berechnet.

In der Entstehungsrechnung (Produktionsansatz) wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ermittelt, indem die Wertschöpfung aller Produzenten als Differenz zwischen dem Wert der produzierten Waren und Dienstleistungen (Produktionswert) und dem Vorleistungsverbrauch berechnet wird und dann die Gütersteuern (wie Tabak-, Mineralöl- oder Mehrwertsteuer) hinzugefügt und die Gütersubventionen abgezogen werden. Die folgende Übersicht zeigt beispielhaft für das Jahr 2010 Werte für Deutschland in jeweiligen Preisen in Milliarden Euro: 

Produktionswert4 776,123
-Vorleistungen2 454,428
=Bruttowertschöpfung2 321,695
+Gütersteuern abzüglich -subventionen258,365
=Bruttoinlandsprodukt2 580,060


Eine andere Möglichkeit, das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zu errechnen, setzt an der Nachfrageseite an. Im Rahmen der Verwendungsrechnung (Ausgabenansatz) werden die Ausgaben für die Endverwendung von Waren und Dienstleistungen ermittelt, das heißt private und staatliche Konsumausgaben, Investitionen sowie Außenbeitrag (= Exportüberschuss = Exporte minus Importe). Die Größenordnung zeigt folgende Übersicht beispielhaft für 2010 in jeweiligen Preisen in Milliarden Euro: 

Private Konsumausgaben1 446,274
+Konsumausgaben des Staates493,336
+Bruttoinvestitionen (einschließlich Vorratsveränderungen)506,347
+Exporte1 090,085
Importe955,982
=Bruttoinlandsprodukt2 580,060

Die Berechnung des Bruttoinlandsprodukt (BIP) über die Verteilungsseite ist in Deutschland wegen fehlender Basisdaten über die Unternehmens- und Vermögenseinkommen nicht möglich. Die Verteilungsrechnung zeigt die im Rahmen der Produktionstätigkeit entstandenen und geleisteten Einkommen: Arbeitnehmerentgelt der Inländer, Unternehmens- und Vermögenseinkommen, Produktions- und Importabgaben an den Staat, Subventionen des Staates, Abschreibungen, Primäreinkommen aus der beziehungsweise an die übrige(n) Welt. Die nachfolgende Übersicht zeigt beispielhaft für das Jahr 2010 die Größenordnungen in Milliarden Euro:

 

Arbeitnehmerentgelt (Inländer)1 283,805
+Unternehmens- und Vermögenseinkommen639,409
=Volkseinkommen1 923,214
+Produktions- und Importabgaben an den Staat abzüglich Subventionen247,953
+Abschreibungen459,725
=Bruttonationaleinkommen2 630,892
Primäreinkommen aus der übrigen Welt (Saldo)50,832
=Bruttoinlandsprodukt2 580,060


In den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen ergibt sich das Unternehmens- und Vermögenseinkommen als Restgröße.

Wann wird der Indikator veröffentlicht?

Berechnet wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) für Jahre und Vierteljahre. Veröffentlicht wird das erste Jahresergebnis in Deutschland bereits Mitte Januar des Folgejahres. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) für ein Vierteljahr wird in Deutschland erstmals circa 45 Tage nach Quartalsende publiziert, das heißt Mitte Februar, Mitte Mai, Mitte August und Mitte November, und die ausführlichen Ergebnisse etwa 55 Tage nach Quartalsende. Der genaue Veröffentlichungskalender kann im Internet eingesehen werden. Die Quartalsdaten sind konsistent mit den Jahresergebnissen verknüpft.

Wie genau ist der Indikator?

Die frühe Erstveröffentlichung von Bruttoinlandsprodukt (BIP)-Angaben erfüllt die Nutzeranforderung nach aktuellen Ergebnissen, obwohl die Datengrundlage zu diesem Zeitpunkt häufig noch unvollständig ist. Die ersten vorläufigen Ergebnisse werden mehrmals überarbeitet, um neu verfügbare statistische Informationen einzuarbeiten, und können von den endgültigen Ergebnissen, die jeweils nach rund vier Jahren veröffentlicht werden, abweichen. Daneben werden noch sogenannte Generalrevisionen durchgeführt, die unter anderem der Einführung neuer Konzepte und Definitionen sowie der Einbeziehung von Ergebnissen aus unregelmäßigen oder neuen Erhebungen oder Zensen dienen. Im mehrjährlichen Vergleich weichen die ersten vorläufigen Ergebnisse vom endgültigen Wert um rund einen halben Prozentpunkt nach oben oder unten ab. Bei einigen Teilaggregaten des Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist der durchschnittliche Revisionsbedarf deutlich größer.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen unter anderem zu den Methoden der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) sowie zur Generalrevision 2014 sind im Internet auf der Themenseite Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen verfügbar. Die verwendeten Definitionen und Konzepte sind im "Europäischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen, ESVG 2010" geregelt, das als Anhang A der Verordnung des Rates 549/2013 vom 21. Mai 2013 im Amtsblatt der Europäischen Union Nummer L174 vom 26. Juni 2013 veröffentlicht ist und 2014 vom Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften in Buchform herausgegeben wurde.

Zusatzinformationen

Auf einen Blick

Gesamt­wirtschaftliche Kennzahlen
saison- und kalender­bereinigt
Veränderung gegenüber dem Vor­quartal in %
2. Quartal 2016
Brutto­in­lands­pro­dukt (BIP)0,4%
Private Konsumausgaben0,2%
Konsumausgaben des Staates0,6%
Bruttoanlageinvestitionen- 1,5%
Exporte1,2%
Importe- 0,1%
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Tabellen und Datenbank

VGR-Revision 2014

Ab September 2014 gelten europa­weit die revi­dierten Kon­zepte des ESVG 2010. Was be­deutet das für die VGR-Daten?

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