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Bevölkerung

Hinweise zu den Ergebnissen der Bevölkerungsfortschreibung ab Berichtsjahr 2016

Aktualisierte Informationen vom 21.06.2018

Die Ergebnisse der Wanderungs­statistik und die Entwicklung des Bevölkerungs­standes ab Berichtsjahr 2016 sind aufgrund methodischer Änderungen, technischer Weiter­entwicklungen der Daten­lieferungen aus dem Meldewesen an die Statistik sowie der Umstellung auf ein neues statistisches Aufbereitungs­verfahren nur bedingt mit den Vorjahreswerten vergleichbar. Einschränkungen in der Genauigkeit der Ergebnisse können zum einen aus Problemen bei der melde­rechtlichen Erfassung von Schutz­suchenden resultieren, zum anderen aus Folgeproblemen der technischen Umstellungen in den Datenlieferungen aus dem Meldewesen und aus in der statistischen Aufbereitung festgestellten Unstimmigkeiten. Im Einzelnen sind die folgenden Aspekte zu beachten.

Methodische Änderungen:

  • Aufgrund der Umstellung der Wanderungs­statistik auf ein neues Liefer- und Aufbereitungs­verfahren ab Januar 2016 wurden alle im Zeitraum Januar 2016 bis Mai 2017 an die Statistik gemeldeten Zu- und Fortzüge mit einem Zu- bzw. Fortzugsdatum im Jahr 2015 oder 2016 in der Regel in dem Berichtsmonat entsprechend ihrem Ereignisdatum (entspricht Datum des Zuzugs, Wegzugs, oder Wohnungs­statuswechsels) verarbeitet. Zuvor wurden nur die in einem Monat von den Melde­behörden erfassten und nach Monatsende an die Statistik gemeldeten Zu- und Fortzüge berücksichtigt. Das veränderte Vorgehen führt zu einem Vorzieheffekt, bei dem ein Teil der Wanderungs­fälle früher als sonst üblich berücksichtigt wird. So wurde beispielsweise eine Fortzugs­meldung ins Ausland mit einem Ereignisdatum im März 2016, welche im Februar 2017 an die Statistik gemeldet wurde, noch im Berichts­monat März 2016 berücksichtigt, anstatt nach der bisherigen Verarbeitungslogik erst im Januar 2017.
  • In den Ergebnissen der Wanderungs­statistik ab 2016 werden nur Zu- und Fortzüge mit Zu- bzw. Fortzugsdatum im Berichtsjahr oder im Vorjahr berücksichtigt. Zuvor wurden auch weiter zurückliegende Zu- und Fortzüge berücksichtigt, sofern sie nach dem Stichtag des Zensus 2011 stattgefunden hatten. Diese weiter zurückliegenden Zu- und Fortzüge sind lediglich für die Ermittlung der Bevölkerungs­zahlen relevant und nicht für die Ermittlung des Wanderungs­volumens des jeweiligen Jahres, weshalb sie nunmehr nur noch in die Bevölkerungs­fortschreibung einfließen.
  • Seit dem 1.1.2016 werden Zu- und Fortzüge von Deutschen von bzw. nach "unbekannt/ohne Angabe" in der Wanderungs­statistik unter der Außenwanderung verbucht. Zuvor blieben sie in der Wanderungs­statistik und damit auch in der Bevölkerungs­fortschreibung weitgehend unberücksichtigt. Für eine korrekte Ermittlung der Bevölkerungs­zahlen werden daher nun Personen, die zuvor „nach unbekannt“ abgemeldet waren und sich wieder anmelden, statistisch nur dann als Zuzug "von unbekannt" verarbeitet, wenn die vorherige Abmeldung "nach unbekannt" in der Statistik berücksichtigt wurde (d.h. ab 2016 stattfand). Da im Gegenzug alle Abmeldungen von Deutschen "nach unbekannt" ohne Einschränkung berücksichtigt wurden, wird eine zu niedrige Zahl von Anmeldungen "von unbekannt" im Verhältnis zu den Abmeldungen "nach unbekannt" und somit eine erhöhte Netto­abwanderung von deutschen Personen nachgewiesen. Dieser methodisch unvermeidbare Effekt trifft insbesondere auf die Ergebnisse 2016 zu und dürfte in den Folgejahren nachlassen. Die sonstigen Ergebnisse zur Außenwanderung von Deutschen nach Herkunfts-/Zielländern sind von dieser methodischen Änderung nicht betroffen.


Sonstige Einschränkungen in der Genauigkeit der Ergebnisse:

  • In Zusammenhang mit der melde­rechtlichen Erfassung von Schutz­suchenden wurden Unstimmigkeiten festgestellt. Hinter den Unstimmigkeiten werden latente Probleme bei der Durchführung des Rückmelde­verfahrens im Meldewesen sowie in der Daten­übermittlung der Meldebehörden an die Statistik vermutet. Da die Möglichkeiten einer Bereinigung dieser Unstimmigkeiten von Seiten der Statistik u. a. aufgrund der rechtlichen Rahmen­bedingungen begrenzt sind, ist die Genauigkeit der Erfassung der Schutz­suchenden in den Bewegungs- und Bestandsdaten 2016 und 2017 eingeschränkt.
  • Die Ergebnisse 2016 enthalten Nach­erfassungen der Zuwanderung von bereits 2015 nach Deutschland eingereisten Schutzs­uchenden, die melderechtlich erst 2016 erfasst wurden. Die Zahl der Nach­erfassungen wird bundesweit auf ca. 90 000 Zuzüge geschätzt. Diese Schätzung basiert auf Auswertungen der Staats­angehörigkeiten mit einem hohen Anteil von Schutzsuchenden (Syrien, Afghanistan, Irak, Iran, Pakistan, Eritrea, Somalia, Nigeria, zudem ungeklärte Staats­angehörigkeit). Bereinigungen der Melderegister für bisher in Erstaufnahme­einrichtungen gemeldete, jedoch zwischenzeitlich in andere Kommunen fortgezogene Schutz­suchende sind in den Ergebnissen 2016 berücksichtigt, sofern die Bereinigungen bis Mai 2017 erfolgt sind.
  • Im Zusammenhang mit den technischen Umstellungen der Datenlieferungen aus dem Meldewesen und des statistischen Aufbereitungs­verfahrens wurde eine Reihe von Folge­problemen identifiziert. Diese Folge­probleme führen über die oben genannten Methoden­effekte hinaus unter anderem dazu, dass die im Außen­wanderungssaldo nachgewiesene Zahl der Fortzüge "nach unbekannt" überschätzt und die Zahl der Zuzüge "von unbekannt" ab 2016 unterschätzt wurden. Daraus resultiert wiederum eine Unterschätzung der Einwohnerzahl Deutschlands, die nach vorläufiger Analyse für das Berichtsjahr 2016 im mittleren fünfstelligen Bereich – d.h. im Promillebereich – liegen dürfte. Da eine rückwirkende Korrektur der ab 2016 bereits veröffentlichten Ergebnisse der Wanderungs­statistik und der Bevölkerungs­fortschreibung nicht möglich ist, erfolgt die statistische Bereinigung der festgestellten Unstimmigkeiten weitgehend in den noch nicht veröffentlichten Ergebnissen der Wanderungs­statistik und der Bevölkerungs­fortschreibung des Berichtsjahres 2017 (Oktober-Dezember 2017). Dabei werden Berichtigungen von Wanderungsfällen in den für 2017 bereits veröffentlichten Monats­ergebnissen im Jahresergebnis 2017 der Wanderungs­statistik und in den Fortschreibungs­ergebnissen bis Dezember 2017 berücksichtigt, während Berichtigungen von Wanderungs­fällen vor 2017 lediglich in die Bevölkerungs­fortschreibung als Korrektur einfließen. Die fehlerbereinigten Ergebnisse der Bevölkerungs­fortschreibung und der Wanderungs­statistik werden Ende August bzw. im Oktober 2018 veröffentlicht.

© Statistisches Bundesamt (Destatis), 2018

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