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Bevölkerung

Annahmen zur Sterblichkeit und Lebenserwartung

Die Sterblichkeitsverhältnisse und die durchschnittliche Lebenserwartung werden seit Gründung des Deutschen Reichs im Jahr 1871 regelmäßig mit Hilfe von so genannten Periodensterbetafeln nachgewiesen. Die durchschnittliche Lebenserwartung zeigt hierbei, wie viele Lebensjahre neugeborene männliche oder weibliche Kinder zu erwarten hätten, wenn das zu einem Zeitpunkt beobachtete Sterberisiko der Bevölkerung in den einzelnen Altersjahren während ihres ganzen Lebens erhalten bliebe. Für Personen, die ein bestimmtes Alter schon erreicht haben, z. B. für die 65-Jährigen, wird die Anzahl der weiteren Lebensjahre mit der so genannten durchschnittlichen ferneren Lebenserwartung ausgedrückt.

Für die Festlegung der Annahmen wurde das Sterberisiko für Männer und Frauen in jeder einzelnen Altersstufe untersucht, um so die lang- und kurzfristigen Veränderungen in der Vergangenheit festzustellen. Das Sterberisiko hat sich in der Vergangenheit kontinuierlich vermindert, was die Ableitung von Trends erleichtert. Es wurde für jede einzelne Altersstufe ein langfristiger Trend seit 1871 und ein kurzfristiger Trend seit 1970 gebildet. Der kurzfristige Trend berücksichtigt dabei, dass sich in den letzten 35 Jahren in den Altersstufen ab ungefähr 60 Jahren das Sterberisiko deutlich vermindert hat. Dies ging insbesondere auf den medizinischen Fortschritt bei den Krankheiten des Kreislaufssystems zurück. Eine weitere Entwicklung, die aus dem kurzfristigen Trend erkennbar ist, ist die Verringerung der Differenz in der Lebenserwartung zwischen Männern und Frauen.

In der Basisannahme L1 ergibt sich für Männer eine durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt von 85,0 Jahren und für Frauen von 89,2 Jahren. Das ist ein Zuwachs von 7,8 bzw. 6,8 Jahren im Vergleich zur Lebenserwartung in Deutschland 2006/2008. Die Differenz in der Lebenserwartung von Männern und Frauen verringert sich bis 2060 von 5,2 auf 4,2 Jahre. 65-jährige Männer beziehungsweise Frauen können immer noch mit weiteren 22,3 beziehungsweise 25,5 Jahren rechnen, das sind rund 5 Jahre mehr als 2006/2008. Die Grundlage der Basisannahme L1 bildet die Kombination aus der kurzfristigen Trendentwicklung seit 1970 und der langfristigen Trendentwicklung seit 1871.

In der hohen Lebenserwartungsannahme L2 können Männer bei Geburt eine durchschnittliche Lebenserwartung von 87,7 Jahren und Frauen von 91,2 Jahren erreichen. Das sind für Männer 10,6 Jahre und für Frauen 8,8 Jahre mehr als 2006/2008. Die Differenz in der Lebenserwartung zwischen Männern und Frauen sinkt von 5,2 auf 3,5 Jahre. 65-jährige Männer bzw. Frauen können noch 24,7 bzw. 27,4 Jahre erwarten. Die hohe Lebenserwartungsannahme L2 basiert auf der Trendentwicklung seit 1970. Vorraussetzung ist, dass sich die Verbesserung der medizinischen Versorgung und damit die Verminderung des Sterberisikos in den höheren Altersstufen ähnlich wie in den letzten 35 Jahren bis zum Jahr 2060 fortsetzen wird.

Übersicht der Annahmen zur künftigen Entwicklung der Lebenserwartung bis 2060
Lebenserwartung bei Geburt

Zuwachs gegenüber 2006/20081

Deutschland

2006/2008 Deutschland2060 Basisannahme L12060 Annahme starker Anstieg L22060 Annahme L12060 Annahme L2
Männer77,285,087,7+ 7,8+ 10,6
Frauen82,489,291,2+ 6,8+ 8,8
Differenz5,24,23,5- 1,0- 1,8
Lebenserwartung im Alter 65

Zuwachs gegenüber 2006/20081

Deutschland

2006/2008 Deutschland2060 Basisannahme L12060 Annahme starker Anstieg L22060 Annahme L12060 Annahme L2
Männer17,122,324,7+ 5,2+ 7,6
Frauen20,425,527,4+ 5,1+ 7,0
Differenz3,33,22,7- 0,1- 0,6

1 Abweichungen durch Rundungsdifferenzen möglich.

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