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Bevölkerung

13. koordinierte Bevölkerungs­voraus­berechnung nach Bundes­ländern

Die 13. – zwischen den Statistischen Ämtern von Bund und Ländern – koordinierte Bevölkerungs­voraus­berechnung liefert Angaben zur Bevölkerungs­entwicklung bis zum Jahr 2060. Die Ausgangs­basis bildet der Bevölkerungs­bestand am 31. Dezember 2013, welcher auf der Bestands­fortschreibung auf Grund­lage des Zensus 2011 beruht. Die künftigen Veränderungen in der Größe und – vor allem – im Alters­aufbau der Bevölkerung werden mithilfe der Bevölkerungs­voraus­berechnung quantifiziert und die Auswirkungen der aus heutiger Sicht absehbaren demografischen Entwicklungen aufgezeigt. Deutlich werden dabei die Lang­fristigkeit und Beständigkeit der Bevölkerungs­dynamischen Prozesse, die teilweise zu starken regionalen Disparitäten führen.

Die Ergebnisse der 13. koordinierten Bevölkerungs­voraus­berechnung sind für die einzelnen Bundes­länder aufgrund der inhaltlich und methodisch konsistenten Annahmen und gleichen Berechnungs­verfahren unter­einander vergleichbar. Für Bundes­länder und Ländergruppen liegen zwei Szenarien der künftigen Entwicklung vor. Die sogenannten Varianten 1 und 2 bilden eine Auswahl aus den insgesamt acht Varianten der 13. koordinierten Bevölkerungs­voraus­berechnung für Deutsch­land.

Diesen zwei Varianten liegen jeweils eine Annahme zu Entwicklung der Geburten­häufigkeit, der Lebens­erwartung und der Binnen­wanderung (d. h. Wanderung zwischen den Bundes­ländern) sowie zwei Annahmen zur Außen­wanderung (d. h. Wanderung über die Grenzen Deutsch­lands) zugrunde. Sie zeigen, welche Entwicklungen sich bei einer kontinuierlichen Fortsetzung der Geburten- und Sterblichkeits­trends in Kombination mit einer schwächeren beziehungs­weise einer stärkeren Zuwanderung nach Deutsch­land ergeben würden.

Die Annahmen

Die amtlichen Bevölkerungs­voraus­berechnungen erheben keinen Anspruch, die Zukunft vorherzusagen oder eine Prognose für die einzelnen Jahre im Voraus­berechnungs­zeitraum zu liefern. Sie helfen aber zu verstehen, wie sich die Bevölkerungs­zahl und die Bevölkerungs­struktur unter bestimmten demografischen Voraus­setzungen entwickeln würden. Die Annahmen zur Geburten­häufigkeit, Sterblich­keit und zu den Wanderungen beruhen auf Unter­suchungen der Verläufe im Zeit- und Länder­vergleich sowie auf Hypothesen über die Weiter­entwicklung der aus heutiger Sicht erkennbaren Trends. Da der Verlauf der maßgeblichen Einfluss­größen mit zunehmender Voraus­berechnungs­dauer immer schwerer vorher­sehbar ist, haben solche lang­fristigen Rechnungen einen Modell­charakter.

Mehr Informationen zur Begründung der getroffenen Annahmen bietet die Publikation "Bevölkerung Deutschlands bis 2060 – 13. koordinierte Bevölkerungs­voraus­berechnung" ab Seite 27.

1 Geburten­häufigkeit

Die länder­spezifischen Annahmen zur Entwicklung der Geburten­häufigkeit beruhen auf der Annahme G1 "annähernde Konstanz" für Deutsch­land. Diese geht von der Fortsetzung der aktuellen alters­spezifischen Trends bis zum Jahr 2028 und der anschließenden Konstanz der Geburten­häufigkeit aus. Die jährliche zusammen­gefasste Geburten­ziffer beträgt dabei gut 1,4 Kinder je Frau. Das durch­schnittliche Alter der Frauen bei der Geburt nimmt bis zum Jahr 2028 um ein Jahr zu.

Im Hinblick auf die Höhe und Alters­verteilung der Geburten­ziffern wurden die Bundes­länder zwecks Ableitung der Annahmen in drei relativ homogene Gruppen aufgeteilt. Ähnliche Fertilitäts­muster ergaben sich dabei jeweils für die neuen Länder, für die westlichen Flächen­länder (ohne Saarland) sowie für die Stadt­staaten und das Saarland.

Für die westlichen Flächen­länder ist charakteristisch, dass die rück­läufige Geburten­häufigkeit im jüngeren gebärfähigen Alter durch die steigenden Geburten­raten im Alter ab 30 Jahre kompensiert wird. Dadurch ergibt sich – trotz alters­spezifischen Verschiebungen – eine relativ stabile zusammen­gefasste Geburten­ziffer. Es wurde angenommen, dass sich diese Entwicklung bis 2028 fortsetzen und somit für eine annähernd konstante jährliche Geburten­rate von 1,4 Kindern je Frau sorgen wird. Danach bleibt die Geburten­häufigkeit konstant.

In den neuen Ländern stieg die zusammen­gefasste Geburten­ziffer im letzten Jahrzehnt kontinuierlich. Die treibende Kraft war dabei die wachsende Geburten­häufigkeit im Alter ab 30 Jahre. Seit etwa 2010 stagnieren allerdings die Geburten­ziffern im Alter von Anfang 30. Auch im jüngeren Alter scheint sich die Geburten­häufigkeit zu verfestigen. Für die künftige Geburten­entwicklung in den neuen Ländern wurde deshalb von einer allmählichen Abschwächung des steigenden Trends und von einer anschließenden Stabilisierung der jährlichen Geburten­rate bei rund 1,5 Kindern je Frau ausgegangen.

In den Stadt­staaten und im Saarland kam es seit Anfang der 2000er Jahre zu einem deutlichen Anstieg der zusammen­gefassten Geburten­ziffer. Dieser ging vor allem auf die wachsende Geburten­häufigkeit im Alter ab 30 Jahre zurück, die den Geburten­rückgang im jüngeren gebär­fähigen Alter über­kompensierte. Insbesondere nahm dabei die Geburten­häufigkeit im Alter von 35 bis 49 Jahren zu. Diese erreichte mittler­weile ein relativ hohes Niveau und es zeichnet sich ab, dass sich der stark steigende Trend künftig voraussichtlich abschwächen würde. Die Geburten­häufigkeit im Alter zwischen 30 und 34 Jahren könnte dagegen noch steigen, da diese bisher deutlich unter dem Niveau der westlichen Flächen­länder lag. Der Rückgang der Geburten­ziffern bei den unter 30-Jährigen verlangsamt sich. Ausgehend von diesen Entwicklungen wurde für diese Länder­gruppe angenommen, dass sich der steigende Trend allmählich abschwächt und die jährliche Geburten­rate auf dem Niveau von knapp 1,4 Kindern je Frau verharrt.

2 Lebens­erwartung

Derzeit lässt sich in allen Bundes­ländern ein sehr ähnlicher Trend zum Anstieg der Lebens­erwartung beobachten. Für die 13. koordinierte Bevölkerungs­voraus­berechnung wurde deshalb der für Deutsch­land ermittelte Trend zum Anstieg der Lebens­erwartung nach der Annahme L1 "moderater Anstieg" auf die Bundes­länder übertragen. Die künftige Zunahme der Lebens­erwartung ergibt sich infolge der abnehmenden Sterbe­wahrscheinlich­keiten in jeder einzelnen Alters­stufe. Die Entwicklung basiert dabei auf einer Kombination des langfristigen Trends seit 1871/81 und des kurzfristigen Trends seit 1970/72.

Auf Länder­ebene wird dadurch angenommen, dass die Lebens­erwartung in den Bundes­ländern, die bereits eine vergleichs­weise hohe Lebens­erwartung aufweisen, weniger stark ansteigt als in Ländern, die noch eine etwas geringere Lebens­erwartung haben. Die Differenzen zwischen den einzelnen Bundes­ländern reduzieren sich infolgedessen im Voraus­berechnungs­zeitraum. Der auffällige Unterschied zwischen Männern aus dem früheren Bundes­gebiet und Männern aus den neuen Ländern, die im Basis­zeit­raum eine um 1,3 Jahre geringere Lebens­erwartung bei Geburt hatten, reduziert sich dabei auf 0,9 Jahre bis 2060.

Die höchste Lebens­erwartung werden den Annahmen entsprechend im Jahr 2060 nach wie vor Männer und Frauen aus Baden-Württemberg haben. Bei Geburt beträgt sie dann für Männer 85,7 Jahre und für Frauen 89,3 Jahre. Die Differenz zu Sachsen-Anhalt, wo Männer im Ausgangs­zeitr­aum 2010/12 mit 75,8 Jahren die niedrigste Lebens­erwartung bei Geburt hatten, geht jedoch bis 2060 von 3,2 auf 2,3 Jahre zurück (83,4 Jahre im Jahr 2060) – bei Frauen von 1,4 Jahren auf genau 1 Jahr (88,3 Jahre im Jahr 2060).

3 Außen­wanderung

Zum Wanderungs­saldo über die Grenzen Deutsch­lands wurden zwei Annahmen getroffen. In den Jahren 2014 und 2015 wird der Saldo der Zu- und Fortzüge in beiden Annahmen jeweils 500 000 Personen betragen. Anschließend sinkt der Wanderungs­saldo unter­schiedlich stark. In der Annahme W1 erfolgt ein Rück­gang auf 100 000 Personen jährlich bis zum Jahr 2021.

Bei der Annahme W2 nimmt der Wanderungs­saldo stufen­weise auf 200 000 Personen bis zum Jahr 2021 ab. Im gesamten Voraus­berechnungs­zeit­raum von 2014 bis 2060 würden damit durch­schnittlich jeweils 130 000 beziehungs­weise 230 000 Personen pro Jahr nach Deutsch­land zuwandern. Kumuliert ergibt sich daraus ein Netto­zuzug von 6,3 Millionen beziehungs­weise 10,8 Millionen Personen. Aus diesen zwei Annahmen ergibt sich ein Korridor, in dem sich das zukünftige Wanderungs­geschehen abspielen dürfte. Die angenommenen Werte sind als lang­jährige Durch­schnitte zu interpretieren; die tatsächlichen Wanderungs­salden werden aller Voraussicht nach starken Schwankungen unterliegen.

Die länders­pezifischen Annahmen zum Außen­wanderungs­saldo ergeben sich aus dem jeweiligen Anteil eines Bundes­landes am angenommenen Wanderungs­saldo für Deutsch­land. Dieser Anteil entspricht einem Verteilungs­faktor, der auf dem Durch­schnitt der Jahre 2011 bis 2013 beruht. Der Verteilungs­faktor berücksichtigt den Anteil eines Bundes­landes am gesamt­deutschen Wanderungs­saldo einerseits und seinen Anteil an der Gesamt­bevölkerung andererseits im Verhältnis 8:2.

4 Binnen­wanderung

Der Binnen­wanderungs­saldo eines Bundes­landes ist die Differenz zwischen den Zuzügen aus anderen Bundes­ländern und den Fort­zügen in das übrige Bundes­gebiet. Der Anteil der Landes-bevölkerung, der in andere Bundes­länder fortzieht, entspricht bis zum Jahr 2025 dem Niveau der Jahre 2011 bis 2013. Danach nimmt er bis 2039 kontinuierlich ab. Die Zuzüge eines Bundes­landes ergeben sich als Summe der Fortzüge aus den übrigen 15 Ländern in dieses Land. Ab dem Jahr 2040 findet in der Modell­rechnung keine Binnen­wanderung mehr statt.

Darstellung der Ergebnisse

Die Ergebnisse liegen sowohl nach Bundes­ländern als auch nach folgenden Ländergruppen/Regionen vor:

  • Flächenländer West (FLW): Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein
  • Flächenländer Ost (FLO): Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen
  • Stadtstaaten (StSt): Berlin, Bremen, Hamburg
  • Früheres Bundesgebiet ohne Berlin-West (FB): Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein
  • Neue Länder einschließlich Berlin (NLB): Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin

Zusatzinformationen

Auf einen Blick

Bevölkerungszahl
Bevölkerung insgesamt201380,8 Mill.
20- bis 64-Jährige49,2 Mill.
Entwicklung bei schwächerer Zuwanderung
Bevölkerung insgesamt206067,6 Mill.
20- bis 64-Jährige34,3 Mill.
Entwicklung bei stärkerer Zuwanderung
Bevölkerung insgesamt206073,1 Mill.
20- bis 64-Jährige37,9 Mill.

Daten zu Flüchtlingen

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